Full text: Lohmeyer, Edward an Herman Grimm (9 Briefe)

Br 5895                                              Kassel, den 8. November 1896.




                          Hochgeehrter Herr Geheimrath!

               Die Zeitungen brachten unlängst, kurz nach der Enthüllung
          des Grimmdenkmals, die Nachricht, dass man in Hanau beabsich.
          tigte, ein "Grimmmuseum" ins Leben zu rufen.
               Ich war und bin mit zahlreichen Deutschen Landsleuten der
           Ansicht, dass ein Nationaldenkmal der Brüder Grimm sowenig in
           Hanau wie etwa in Steinau seinen gegebenen Platz habe, sondern,
           wenn nicht in der Reichtshauptstadt Berlin, so nur in der Haupt-
           stadt des Hessenlandes, in Kassel. Als Hessen, nicht als Hanauer
           oder Steinauer, haben sich sie Brüder ihr ganzes Leben lang ge-
           fühlt; in Kassel haben sie ihre erste höhere Bildung, ihre Vorbe-
           reitung für die Hochschule empfangen; Kassel hat ihre literari-
           schen Anfänge gesehen wie die feste Begründung ihres dauernden
           Ruhmes durch die Märchen, durch die ersten Bände der Deutschen
           Grammatik usw,; in Kassel haben sie im Ganzen über drei Jahr-
           zehnte ihres Lebens, mehr als an irgend einen anderen Orte zugebracht.
           Deshalb, meine ich, hätte Kassel besseren Anspruch auf das Denk-
An den ord. Universitätsprofessor Herrn Geheimen Regierungsrath Dr. Herman Grimm
                                           Hochwohlgeboren             Berlin.

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