Volltext: Sammelband mit 5 Werken aus der Everaerts'schen Buchdruckerei

(20) 73 
daß du dich den Winter durchbringest? da war 
niemand, der eines Knechtes bedurfte, als ein 
Kirschner, der wollte einen Gesellen annehmen 
von seinem Handwerk, da dachte Eulenspiegel: 
was willst du thun? es ist Winter, du mußt 
leiden, was du leiden kannst, und verdingte sich 
zu dem Kirschner fuͤr einen Gesellen. Wie aber 
der Kirschner mit seiner Frau zu Bette ging, 
da nahm Eulenspiegel die bereiteten Fell, die auf 
den Stangen hingen, und nimmt die trocknen 
Fell, die geledert waren, und die nassen, traͤgt 
sie zusammen auf die Buͤhne, kroch mitten darun— 
ter, und schlief also darin, bis an den Morgen, da 
stund der Meister auf, und sahe, daß die Fell 
miteinander von der Stangen hinweg waren, lief 
geschwind auf die Buͤhne, und wollte Eulenspiegel 
aae ob er nichts von den Fellen wuͤßte, da 
fand er Eulenspiegel nicht, und sahe, daß die 
Pelze trockene und nasse beieinander lagen einer 
durch den andern. Da wurde er sehr bekuͤmmert, 
und rief mit lauter Stimme der Magd und Frau— 
en, von dem Rufen erwachte der Eulenspiegel, 
stund auf aus den Pelzen, und sprach: Lieber 
Meister, was ist euch, daß ihr so heftig ru— 
fet? Der Kirschner verwunderte sich, und wuß— 
te nicht, was in dem Haufen Pelzen war, und 
sprach: Wo bist du? Eulenspiegel sagte: Hier 
bin ich. Der Meister sagte: Daß dir nimmer 
Gutes geschehe, du hast mir die Pelze von den 
Stangen genommen, die trocken und nassen aus 
dem Kalk hier zusammen gelegt, und verdirbst 
mir eins mit dem andern, was ist das fuͤr eine Pfan— 
tasie? Eulenspiegel sprach: Wie Meister, wer—
	        
f
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.