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fassen. Hier wird z. B. eine wertvolle Sammlung
von Bibeln in fremden Sprachen gezeigt.
Der Widerhall, den die Ausstellung „Fremde Heilig
tümer" gesunden hat, ist uns ein Beweis dafür, daß
wir mit unserer Sammlung an der richtigen Stätte sind.
Für uns hängt davon viel ab. Denn wir sind schon bis
her auf Geschenke, Leihgaben und vorübergehende Lnt-
leihungen angewiesen gewesen und werden das auch
bleiben. Originelle Stücke steigen im preis von Tag
zu Tag, und die geringen Mittel, die wir haben, reichen
kaum aus, um den laufenden Betrieb in Ordnung zu
hallen. Aber es befindet sich in privatbesitz allenthal
ben so manches Rleinod fremder Religion, das für sich
allein wenig bedeutet, das jedoch in einem sinnvollen
Zusammenhang noch gute Dienste tun kann. Die Haupt
sorge für uns bleibt allerdings die Suche nach geeig
neten Räumen. Schon jetzt besitzen wir derart viele
Gegenstände, daß wir an eine ordentliche Aufstellung
gar nicht denken können, sondern jeden Winkel magazin
mäßig ausnutzen müssen. Da wir nicht nur Studien
fördern wollen — obwohl das für uns in erster Linie
stehen muß —, sondern auch weite Rreise zu erfassen
suchen, um bei ihnen den Sinn für Heiligtümer zu pfle
gen, so dürfen wir nach den bisherigen Erfahrungen
hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Schon jetzt hat
die Sammlung weithin Beifall gefunden, nicht nur in
Deutschland, sondern auch im Ausland, und die günstige
Lage von Marburg wird auch fernerhin dem Unterneh
men zugute kommen. In einer Zeit, wo Universität
und Uolk sich mehr als je um enge Gemeinschaft be-
inühen müssen, leistet die Religionskundliche Sammlung
einen Beitrag, der der Eigenart unseres Hessenlandes
entspricht.
D. Dr. Heinrich Frick, Professor.
Aus Hessens Industrie und Gewerbe.
Die hessischen Kunsiwerksiätten von C. George in Altmorschen.
Von L. Schneider.
Unbekannt smb die Erzeugnisse der Hessischen
Kunstwerkstatten von C. George in Altmorschen
langst nicht mehr — diese Arbeiten der Klein-
plastik von zierlichen Brie a brae bis zur immerhin
vergleichsweife imposanten Figur, von der niedlichen,
der Aufbewahrung kleinen Schmuckwerks dienenden
Dose, bis zum sozusagen majestätischen Schreib
service. Jeder hat in Geschäften, wo es schöne Dinge
zu kaufen gibt, von den verschiedenen Arten der Alt-
morschener Erzeugnisse das eine oder andere Exem
plar gesehen, aber wahrscheinlich ist ihm noch nie
bekannt geworden, daß die Mehrzahl dieser Dinge
hier in Hessen gemacht und zum großen Teil sogar
ans hessischem Material, dem Hessischen Marmor
in der Nähe von Altmorschen gewonnen und dort
selbst hergestellt werden.
Unmittelbar an der Bahnlinie Kassel—Bebra
liegen die Hessischen Kunstwerkstätten. Die Firma
C. George wurde im Jahre 1861 als G i p s w e r k
gegründet. Noch heute wird das Material in Stein
brüchen, von denen die Firma C. George 60 bis 70
Mwrgen bei Heinebach und Nieder- und Dberellen-
„Iugend".
Tintenfaß aus Hessischem Marmor.