Volltext: Hessenland (41.1930)

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85 fassen. Hier wird z. B. eine wertvolle Sammlung von Bibeln in fremden Sprachen gezeigt. Der Widerhall, den die Ausstellung „Fremde Heilig tümer" gesunden hat, ist uns ein Beweis dafür, daß wir mit unserer Sammlung an der richtigen Stätte sind. Für uns hängt davon viel ab. Denn wir sind schon bis her auf Geschenke, Leihgaben und vorübergehende Lnt- leihungen angewiesen gewesen und werden das auch bleiben. Originelle Stücke steigen im preis von Tag zu Tag, und die geringen Mittel, die wir haben, reichen kaum aus, um den laufenden Betrieb in Ordnung zu hallen. Aber es befindet sich in privatbesitz allenthal ben so manches Rleinod fremder Religion, das für sich allein wenig bedeutet, das jedoch in einem sinnvollen Zusammenhang noch gute Dienste tun kann. Die Haupt sorge für uns bleibt allerdings die Suche nach geeig neten Räumen. Schon jetzt besitzen wir derart viele Gegenstände, daß wir an eine ordentliche Aufstellung gar nicht denken können, sondern jeden Winkel magazin mäßig ausnutzen müssen. Da wir nicht nur Studien fördern wollen — obwohl das für uns in erster Linie stehen muß —, sondern auch weite Rreise zu erfassen suchen, um bei ihnen den Sinn für Heiligtümer zu pfle gen, so dürfen wir nach den bisherigen Erfahrungen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Schon jetzt hat die Sammlung weithin Beifall gefunden, nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland, und die günstige Lage von Marburg wird auch fernerhin dem Unterneh men zugute kommen. In einer Zeit, wo Universität und Uolk sich mehr als je um enge Gemeinschaft be- inühen müssen, leistet die Religionskundliche Sammlung einen Beitrag, der der Eigenart unseres Hessenlandes entspricht. D. Dr. Heinrich Frick, Professor. Aus Hessens Industrie und Gewerbe. Die hessischen Kunsiwerksiätten von C. George in Altmorschen. Von L. Schneider. Unbekannt smb die Erzeugnisse der Hessischen Kunstwerkstatten von C. George in Altmorschen langst nicht mehr — diese Arbeiten der Klein- plastik von zierlichen Brie a brae bis zur immerhin vergleichsweife imposanten Figur, von der niedlichen, der Aufbewahrung kleinen Schmuckwerks dienenden Dose, bis zum sozusagen majestätischen Schreib service. Jeder hat in Geschäften, wo es schöne Dinge zu kaufen gibt, von den verschiedenen Arten der Alt- morschener Erzeugnisse das eine oder andere Exem plar gesehen, aber wahrscheinlich ist ihm noch nie bekannt geworden, daß die Mehrzahl dieser Dinge hier in Hessen gemacht und zum großen Teil sogar ans hessischem Material, dem Hessischen Marmor in der Nähe von Altmorschen gewonnen und dort selbst hergestellt werden. Unmittelbar an der Bahnlinie Kassel—Bebra liegen die Hessischen Kunstwerkstätten. Die Firma C. George wurde im Jahre 1861 als G i p s w e r k gegründet. Noch heute wird das Material in Stein brüchen, von denen die Firma C. George 60 bis 70 Mwrgen bei Heinebach und Nieder- und Dberellen- „Iugend". Tintenfaß aus Hessischem Marmor.
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