Full text: Einwohnerbuch Stadt und Landkreis Kassel (Jg. 104.1940)

1. Teil 
Sehenswürdigkeiten Theater Büchereien 
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hierfür znr Verfügung gestellten monumentalen Wilhelms- 
höher Torbau vor dem Landesmuseum untergebracht. Die 
Bücherei umfaßt etwa 20 000 Bände, etwa ebensoviel Kupfer- 
stiche und Handzeichnungen, viele Tausend Blatt Photo- 
graphien und Vorlagen. Im gleichen Bau ist die Forschungs- 
stelle: „Hessen-Nassauer in aller Welt" untergebracht. — Be- 
suchszeit: Für das Kupferstichkabinett und die Kunstbücherei: 
täglich einschl. Sonntags von 11—13 und Mittwoch und Sonn- 
abend von 17—21 Uhr. 
Städtische Volksbüchereien und Lesehallen. 
Verwaltung: Holländ. Str. 211 352 51 (Nebenstelle: 492). 
Direktor: Hans Grässel. 
Ausleihestunden der Stadt. Volksbüchereien: 
Volksbücherei I (Holländ. Str. 211): an allen Wochentagen 
11—13 Uhr, ferner Montag und Donnerstag 19%—19% 
Uhr. 
Volksbücherei III (Wehlheiden, Gräfestr. 11): an allen Wochen- 
tagen 11—13 Uhr, ferner Dienstag und Freitag 19%—19% 
Uhr. 
Volksbücherei IV (Wolfhager Str. 176): Dienstag und Frei- 
tag 17—19 Uhr. 
Volksbücherei V (Niederzwehren, Am Fronhof 1): Montag 
17%—20 Uhr, Donnerstag 15—17 Uhr. 
Volksbücherei VI (Harleshausen, Karlshafener Str. 2): im 
Winterhalbjahr Dienstag und Freitag 18—19% Uhr, im 
Sommerhalbjahr nur Freitag 18—20 Uhr. 
Volksbücherei VII (Nordshausen, Bürgerschule, Am Gruben 
rain): im Winterhalbjahr Dienstag und Freitag 17—19 
Uhr, im Sommerhalbjahr nur Freitag 17—19 Uhr. 
Volksbücherei VIII (Oberzwehren, Brückenhofstr. 12): Donners- 
tag 17—19 Uhr. 
Volksbücherei IX (Waldau, Kasseler Str. 35): am 1. und 3. 
Freitag jedes Monats 1T%—19 Uhr. 
Volksbücherei X (Wolfsanger, Gartenstr. 115): Dienstag und 
Freitag 16—19 Uhr. 
Besuchszeit der Stadt. Lesehallen: 
Lesehalle I (Holländ. Str. 21): an allen Wochentagen 10—13 
und 19%—21 Uhr. 
Lesehalle III (Wehlheiden, Gräfestr. 11): an allen Wochen- 
tagen 11—13 Uhr, ferner Dienstag und Freitag 19%—19% 
Uhr. 
Das Rathaus, in den Jahren 1905—1909 nach den Entwürfen von 
Karl Roth (Darmstadt) erbaut. Prachtvoller Monumentalbau 
im Barockstil. Sehenswert sind vor allem im Hauptgeschoß 
die Sitzungssäle und im Erdgeschoß der Trausaal. Vom Rat- 
hausturm herrlicher Blick auf Kassel und Umgebung. Besuchs- 
werter Ratskeller (Städtische Kellerei). Schönes Glockenspiel 
(21 Glocken). Eingebaut im Jahre 1938. Spielt um 12 Uhr 
und um 18 Uhr. 
Die Stadthalle im Westen Kassels ist nach den Plänen der Architekten 
Professor Hummel und Stadtverwaltungsbaurat Rothe ge- 
baut. Das monumentale Gebäude enthält Säle und Gesell- 
schaftsräume, die mehr als 3000 Personen Platz bieten und 
einen vornehmen Mittelpunkt abgeben für gesellschaftliche und 
künstlerische Veranstaltungen. Die im Festsaal befindliche 
Konzertorgel umfaßt 72 Register. An die Stadthalle schließt 
sich ein etwa 4000 Personen fassender Konzertgarten an. A n - 
träge auf Überlassung der Säle und des 
Gartens nimmt die S t a d t h a l l e n v e r w a l - 
t u n g Rathaus»^- 352 51 entgegen. 
In der angegliederten Tagesgaststätte — Pächter Georg 
Hafer 317 81 — werden auch die Stadtkellereiweine aus 
geschenkt. 
^Marmorbad in der Karlsaue. Marmorbildwerke von P. S. Mon- 
not; Motive aus der griechischen Mythologie. Erbaut 1720 
bis 1728 von Landgr. Karl. Besuchszeiten des Marmorbades: 
Das ganze Jahr geöffnet von 9—13 und 15—17 Uhr. Auch 
außer der Besuchszeit ist das Marmorbad nach Möglichkeit 
zu besichtigen; man bittet an der Tür zu schellen. 
C ^"gerieschloß in der Karlsaue, unter Landgraf Karl erbaut 1701 
bis 1711 im reinsten Barockstil. 
Residenz-Palais am Friedrichsplatz (weißes und rotes Schloß), 
Eingang'Königsstraße. Ehemalige Residenz der hessischen 
Kurfürsten. Prunkvolle innere Ausstattung. — Besichtigung: 
Sonntags 9—14 Uhr; wochentags im Winter täglich von 9—16, 
im Sommer täglich von 9—17 Uhr. Eintrittskarten je 50 Pfg. 
find bei der Schloßverwaltung zu haben. Geschlossene Schul 
klassen, Vereine und nationalsozialistische Verbände in ge- 
schlossenen Führungen zahlen ermäßigte Preise. 
Fürstengräber aus dem alten Friedhof am Lutherplatz. Grabstätte 
des letzten Kurfürsten von Hessen, seiner Mutter, der Kur- 
fürstin Auguste geb. Prinzessin von Preußen, seiner Groß- 
mutter, der letzten Landgräfin und ersten Kurfürstin Caro- 
line geb. Prinzessin, von Dänemark, sowie seiner ältesten 
Schwester Prinzessin Earoline. 
Türme der St. Martinskirche. Herrliche Aussicht, täglich zugänglich 
Martinskirche erbaut etwa seit 1300. 
Denkmäler und Gedenktafeln an Kasseler Häusern siehe letzte und 
vorletzte Seite dieses (1.) TeilsI 
Die Karlsaue, 150 ha großer Hochwaldpark mit prächtigem und sei- 
tenem Baumbestand. Von Landgraf Karl angelegt und von 
Landgraf Wilhelm IX. zu dem heutigen Naturpark um- 
geschaffen. Hier das Orangerieschloß, das Marmorbad, der 
Äueteich mit tempelgeschmückter Insel, sowie die Insel Sieben- 
bergen mit hervorragender Pflanzensammluug. Am westlichen 
Ende befindet sich die Kunstakademie, in der Nordecke die 
Hesfenkampfbahn. 
Hessenkampfbahn 352 51. In der Voraue am Fuldaufer 
zwischen Orangerieschloß und Regierungsgebäude gelegen. 
Vorführungsstätte großer sportlicher Veranstaltungen und 
Übungsstätte für Rasenspiele und Leichtathletik. 2000 Sitz- 
Plätze und 10 000 Stehplätze, 2 Sporthäuser mit Dusch-, Wasch, 
und Umkleideräumen, Sitzungszimmern, Sanitäts- u. Geräte 
räumen. 15 000 qm große Rasenfläche mit Sprung- und 
Wurfgruben, eine 6 m breite und 500 m lange Aschenrundbahn 
und eine 6 m breite Hundertmeterlaufbahn. 
Anfragen an Stadtamt für Leibesübungen, Raths. Zimmer 
99 oder Hessenkampfbahn *■#> über 352 51. 
Park Schönfeld mit Schlößchen unweit von Niederzwehren an der 
Franks. Str. gelegen, einst General von Schönfeld vom Land 
grafen Friedrich II. zum Geschenk gemacht, war unter König 
Ivrome Schauplatz prunkvoller Gartenfeste. An landschaft- 
lichen Motiven reicher Waldpark von 35 Morgen Größe. Heute 
ist der Park eine gern besuchte Erholungsstätte, die auch für 
große Feste der Bevölkerung frei gegeben wird. Das reizvolle 
Schlößchen auf höchster Höhe des Parkes gelegen enthält einen 
Wirtschaftsbetrieb, der neuzeitlichen Erfordernissen entspricht. 
Botanischer Garten der Stadt Kassel bei Park Schönfeld. Wegen 
Umbau während eines Teiles des Jahres geschlossen. Geöffnet 
von April bis 1. Oktober Montag bis Freitag von 7—19% 
Uhr, Sonnabends 7—13% Uhr, Sonntags von 15—20 Uhr. 
Biologische Abteilung, Systematische Abteilung, Pflanzen- 
gemeinschaften, Sondergärten für Sommerblumen, Rosen, 
Stauden usw. Eintritt frei. 
Wilhelmshöhe. Das Schloß nimmt mit seiner großartigen Ein- 
richtung, vielfachen geschichtlichen Erinnerungen, seiner 
wunderbar schönen Umgebung, seinen herrlichen Anlagen 
in dem weiten Gebirgspark und namentlich seinen welt 
berühmten Wasserkünsten unter allen Fürstenschlössern im 
Deutschen Reiche unbestritten eine der ersten Stellen ein. Eine 
solche Fülle des Schönen, eine solche Mannigfaltigkeit der 
Bilder vermag nicht leicht ein zweiter Ort aufzuweisen. Erbaut 
1786—1798. Verbindung der bis dahin getrennten 3 Bau 
teile 1829. 
Eingang zur Besichtigung unter d. Säulen (Herkulesseite). 
Besichtigungszeit: April bis September 10—18, 
März u. Oktober 10—17, November bis Februar 10—16 Uhr. 
Beginn der letzten Führung etwa 40 Minuten vor Schluß 
der Besichtigungszeit. 
Weißenstein-Flügel. Wiederhergestellte Räume aus der Früh- 
zeit des späteren Kurfürsten Wilhelms I. (1786—1790). Kost 
bare Möbel, Sammlung von Gemälden des I. H. Tischbein, 
eigenartige Badeanlage. Geöffnet nur im Sommcrhalbjahr 
außer Mittwochs, Sonn- und Feiertags, sonst wie vorstehend.
	        

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