Full text: Adreß- u. Einwohnerbuch der Stadt Kassel sowie sämtlicher Ortschaften des Landkreises Kassel (Jg. 96.1932)

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Sehenswürdigkeiten Theater Konzerte 
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bält sehenswerte Säle und Gesellschaftsräume, die mehr als 
Personen Platz bieten und einen vornehmen Mittel- 
punkt abgeben für gesellschaftliche und künstlerische Der- 
anstaltungen. Die im Festfaal befindliche Konzert-Orgel 
umfaßt 72 Register. An die Stadthalle schließt sich ein etwa 
4000 Personen fassender, kunstvoll angelegter Konzertgarten 
an. Anträge auf Überlassung der Säle und des Gartens nimmt 
die Etadthallenverwaltung Rathaus Rathaus entgegen. 
In dem angegliederten Restaurant — Pächter Georg Hafer, 
317 81 — kommen neben gepflegten Bieren die beliebten 
Regieweine der Stadtkellerei zum Ausschank. 
-"cwerbehalle. Dorf.: Bürgermeister C. Brunner, Stellvertreter: 
Museumsdirektor Prof. Dr. Luthmer von Amts wegen. 
Vorsitzender der Handwerkskammer Zimmermstr. Zimmer- 
mann, gcw. vom Handels- und Gewerbeverein. Bibliotheks- 
geschäfte: W. Hauck. Räume im Gebäude des Kupferstich- 
kabinetts Wilhelmshöher Platz 6 »-< 336 14 
.«iarmorbad in der Karlsaue. Marmorskulpturen von P. S. Mon- 
not; Motive aus der griechischen Mythologie. Erbaut 1720 
bis 1728 von Landgr. Karl. Besuchszeiten des Marmorbades: 
Das ganze Jahr geöffnet von 10—13 und 15—18 Uhr. Auch 
außer der Besuchszeit ist das Marmorbad nach Möglichkeit 
zu besichtigen; man bittet, an der Tür zu schellen. 
Lrangerieschloß in der Karlsau, unter Landgraf Karl erbaut 1701 
bis 1711 im reinsten Rokokostil. 
Residenz.Palais am Friedrichsplatz (weißes und rotes Schloß), 
Eingang Königsstraße. Ehemalige Residenz der hessischen 
Kurfürsten. Prunkvolle innere Ausstattung. Die Fahnen 
und Standarten des ehemaligen 11. und 18. Armeekorps 
find in einem Saal aufgestellt bezw. ausgehängt und werden 
bei Besichtigung des Schlosses mitgezeigt. — Besichtigung: 
Sonntags 9—14 Uhr; wochentags im Winter täglich von 9 
bis 16, im Sommer täglich von 9 bis 17 Uhr. Eintritts- 
karten je 50 Pfg. sind bei der Schloßverwaltung zu haben. 
Geschlossene Schulklassen und Bereine zahlen ermäßigte 
Preise. 
,;ürstengräber aus dem alten Friedhof am Lutherplatz. Grabstätte 
des letzten Kurfürsten von Heffen, seiner Mutter, der Kur- 
fürstin Auguste geb. Prinzessin von Preußen, seiner Groß 
mutter, der letzten Landgräfin und ersten Kurfürstin Caro- 
line geb. Prinzessin von Dänemark, sowie seiner ältesten 
Schwester Prinzessin Caroline, mit Sammlung hes- 
sischer Andenken (Heimatsmuseum) im Mausoleum 
daselbst zur freien Besichtigung geöffnet am 1. und 15. 
jeden Monats von 9—1 und 3—6 Uhr. 
lürme der St. Martinskirche. Herrliche Aussicht, täglich zugänglich. 
Martinskirche erbaut etwa seit 1300. 
Denkmäler. 
2) Denkmal des Landgrafen Friedrich II. auf dem Friedrichsplatz; 
b) Denkmal des Landgrafen Karl auf dem Karlsplatz; 
c) Hesiendenkmal zur Erinnerung an die Opfer der französischen 
Fremdherrschaft in der Karls--Au unterhalb der „Schönen 
Aussicht"; 
6) Auetor am Iustizgebäude; 
1 Schomburgdenkmal im Rathaus; 
fi Spohrdenkmal, gegenüber dem Friedrichsplatz; 
g) Möllerdenkmal vor der Bildergalerie, in der Straße zur 
Schönen Aussicht; 
1 Denkmal der Einigung Deutschlands am Wilhelmshöher Platz; 
Denkmal Philipp des Großmütigen auf dem St. Martinsplatz; 
Papinbrunnen vor dem Raturalien-Museum, Kolonnaden; 
>) Dücherwurm-Brunnen (Murhardbibliothek); 
mi hessische Kriegerehrung, stimmungsvolle Terraffenanlage von 
der Schönen Aussicht zur Karlsau, zur Erinnerung an die 
Opfer des Weltkrieges 1914/18; 
,;l ^öwenbrunnen auf dem Friedrich-Wilhelms-Platz; 
Fischbrunnen in der Unteren Karlsstraße; 
-! Zaitenstock, untere Fuldagaffe, Wahrzeichen des tausend- 
lahrigen Kassels. 
Die Karlsau, 150 da großer Hochwaldpark mit prächtigem und sei- 
tenem Baumbestand. Von Landgraf Karl nach den Plänen 
des berühmten französischen Gartenkünstlers Lenütre ange- 
legt und von Landgraf Wilhelm IX. zu dem heutigen Natur- 
park umgeschaffen. Hier das Orangeriefchloß, das Marmorbad, 
der Auteich mit tempelgeschmückter Insel, sowie die Insel 
Eiebcnbergen. Am westlichen Ende befindet sich die Kunst- 
akademie, in der Nordecke die Hessenkampfbahn. 
Hessenkampfbahn Raths. In der Boraue am Fuldaufer zwischen 
Orangerieschloß und Negierungsgebäude gelegen. Vorfüh 
rungsstätte großer sportlicher Veranstaltungen und llbungs- 
stätte für Rasenspiele und Leichtathletik. 2000 Sitzplätze und 
10 000 Stehplätze, 2 Eporthäuser mit Dusch-, Wasch- und Um- 
kleideräumen, Konferenzzimmern, Sanitäts- u.Geräteräumcn. 
15 000 große Rasenfläche mit Sprung- und Wurfgruben, 
eine 6 m breite und 500 m lange Aschenrundbahn und eine 
6 m breite Hundertmeterlaufbahn. 
Besichtigungszeiten: täglich außer Sonntags v. 7—18 Uhr. 
Anfragen an Stadtamt für Leibesübungen, Raths. Zimmer 
160 oder Hessenkampfbahn. 9-* über Rathaus. 
Park Schönfeld mit Schlößchen unweit von Niederzwehren an der 
Frankfurter Straße gelegen, einst Schauplatz prunkvoller 
Gartenfeste, ist in den letzten Jahren zu einem idyllen Schmuck- 
stück umgewandelt worden. 
Botanischer Garten der Stadt Kassel bei Park Schönfeld, geöffnet 
von April bis einschließlich Oktober täglich von 7 bis 16 Uhr. 
Biologische Abteilung, Systematische Abteilung, Pflanzen- Ge 
meinschaft, Sondergartcn für Sommerblumen, Rosen, Stauden 
usw. Eintritt frei. 
Wilhelmshöhe. Das Schloß nimmt mit seiner großartigen Ein- 
richtung, vielfachen geschichtlichen Erinnerungen, seiner 
wunderbar schönen Umgebung, seiner herrlichen Anlagen 
in dem weiten Gebirgspark und namentlich seiner weit- 
berühmten Wasserkünste unter allen Fürstenschlössern im 
Deutschen Reiche unbestritten eine der hervorragendsten 
Stellen ein. Eine solche Fülle des Schönen, eine solche 
Mannigfaltigkeit der Bilder vermag nicht leicht ein zweiter 
Ort aufzuweisen. Erbaut 1786—1798. 
Eingang zur Besichtigung unter d. Säulen (Herkulcsseite). 
Besichtigungszeit: April bis September 10—18, 
März u. Oktober 10—17, November bis Februar 10—16 Uhr. 
Letzte Führung etwa 40 Minuten vor Schluß der Besichti 
gungszeit. 
Die Löwenburg, erbaut 1793—1802, sehenswert mit 
ihren Sammlungen von alten Gefäßen, Gemälden, Gobelins, 
Waffen usw. — Grabkapelle Kurfürst Wilhelms I. — Herrliche 
Aussicht von der Galerie des Rittersaales. — Eintrittskarten 
beim Schloßvogt. 
Besichtigungszeit: April bis September 10—18, 
März u. Oktober 10—17, November bis Februar 10—16 Uhr. 
Letzte Führung etwa 30 Minuten vor Schluß der Besichti 
gungszeit. 
Die Besteigung des Riese nschlosses (Oktogon) und 
des Herkules (596 m über dem Meeresspiegel) bietet die 
großartigsten Eindrücke. Das einzigartige Bauwerk mit seinen 
riesenhaften Ausdehnungen und seiner wunderbaren Glie- 
derung, die zauberhafte Rundsicht, die man von hier aus ge- 
nießt, sind von überwältigender Wirkung. Erbaut 1701—1714. 
Einlaßkarten auf der Plattform. Wenn Aufgang verschlossen, 
wende man sich an den Schloßaufseher, Wohnung westlich 
vom Oktogon. 
Besichtigungszeit: April bis September 10—18, 
März u. Oktober 10—17, November bis Februar 10—16 Uhr. 
Einlaß nur bis 30 Min. vor Schluß der Besichtigungszeit. 
Die Wasser springen in der Zeit vom ersten Sonntag 
des Mai bis Anfang Oktober an allen Sonntagen, so 
wie am Himmelfahrtstage und am ersten u. zweiten Pfingst- 
feiertage von 3% Uhr an, und zwar mit den Kaskaden an- 
fangend, und von etwa 15 zu 15 Minuten auf die folgenden 
Wasserfälle übergehend. Es ergibt sich dadurch nachstehende 
Reihenfolge: 1) die großen Kaskaden am Riesenschloß, 2) der 
Steinhöfersche Wasserfall, 3) die Teufelsbrücke, 4) der Aquae- 
dukt, 5) die große Fontaine (50 m hoch), 6) der Neue 
Wasserfall. — Mittwoch nachmittag spielen die 
Wasser mit Ausnahme der großen Kaskaden und des 
Neuen Wasserfalls. Sie beginnen daher 3% Uhr 
am Steinhöferschen Wassersall.
	        

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