Full text: Einwohnerbuch der Stadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg und Gutsbezirk Fasanenhof (Jg. 86. 1920/21)

Teil I 
Stadt. Bäder. — Stadt. Desinfektionsanstalt. — Bcerdigungswesen, 
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Preise: Es kostet: 
ein einfaches Brausebad 80 Pfg. 
„ Schlauch - „ 100 „ 
„ Wannenbad mit kalter Brause . . 200 „ 
„ „ „ warmer „ . . 280 „ (nur in Bad I) 
„ Handtuch, soweit Wäsche vorhanden 50 „ 
Kinder zahlen dieselben Preise wie Erwachsene. — Kinder unter 12 Jahren werden 
nur in Begleitung Erwachsener zugelassen. 
Die Bestimmungen über die Benutzung der städt. Wannen- und Brausebäder sind in 
den Anstalten ersichtlich. 
Städtische Desinfektionsanstalt. 
Desinfizierung von Sachen und Wohnräumen. 
Verwaltungsstelle im neuen Rathaus, Dachgeschoß, Zimmer 167. Die Anmeldungen haben 
bei der Desinfektionsanstalt, Nürnberger Straße 1 429, stattzufinden, die auch jede ge 
wünschte Auskunft zur Sache erteilt. 
Beerdigungs wesen. 
Städtisches Beerdigungsamt: Königsplatz 36 1 /«. # 1800. 
Dienststunden: vorm. 8—1, nachm. 3—6. Sonn- und Feiertags, vorm. 8—10. 
Auf Grund der §§ 13 und 61 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 
4. August 1897 wird nachstehendes Ortsstatut erlassen: 
§ 1. Das Beerdigungswesen untersteht als Gcmeindeanstalt ausschließlich der Ver 
waltung der Stadt Cassel. Die mit dem Beerdigungswesen verbundenen Dienstgeschäfte und 
Obliegenheiten werden von einer städtischen Dienststelle, dem Beerdigungsamt, wahr 
genommen. Die Aufsicht über das Beerdigungsamt führt der Magistrat der Stadt Cassel. 
§ 2. Dem Beerdigungsamt liegt die Besorgung aller mit der Beerdigung verbundenen Geschäfte 
ob, wenn die Person auf einem der zur Stadt Cassel gehörigen Friedhöfe boerdigt 
werden soll. Auch die Überführung von Leichen nach den hiesigen Bahnhöfen'Tst Sache des 
Beerdigungsamtes, das auch bei Überführung von Leichen nach benachbarten Orten in Anspruch 
genommen werden kann. 
Die Überführung nach den Friedhöfen und den städtischen Leichenhallen, sowie nach den 
Bahnhöfen darf nur mittelst der städtischen Leic h e n wage n geschehen. Hiervon ausgenommen 
sind die polizeilich aufgehobenen Leichen, die Leichen von Kindern unter 6 Monaten, diese nur, 
wenn ihre Überführung nach dem Friedhofe durch die Totenfrau ohne Benutzung des städtischen 
Kinderleichenwagens beim Beerdigungsamte beantragt wird, die Leichen der in § 3 genannten 
Personen und diejenigen Leichen, bei denen der Magistrat der Residenz die Überführung in 
anderer geeigneter Weise infolge außergewöhnlicher Umstände (Epidemien, Nähe des Friedhofes 
usw.) zugelassen hat. 
§ 3. Die Tätigkeit des Beerdigungsamtes erstreckt sich regelmäßig nicht auf Sterbefälle 
folgender Personen: 
1. der Offiziere, Sanitätsoffiziere und Mannschaften des aktiven Heeres; 
2. der Israeliten; 
3. derjenigen Strafgefangenen und hingerichteten Personen, deren Leichen auf Anordnung 
des Gerichts zu wissenschaftlichen Zwecken nach einer Universität überfühlt werden; 
4. der in hiesigen Krankenanstalten aufgenommenen Ortsfremden, wenn sie nicht auf 
einem zur Stadt Cassel gehörigen Friedhofe beerdigt oder nach einem hiesigen Bahn 
hofe überführt worden; 
Doch kann auch in diesen Fällen das Beerdigungsamt in Anspruch genommen werden. 
§ 4. Alle im Stadtbezirk vorkommenden Sterbefälle mit Ausnahme der im § 3 unter 1—4 
aufgeführten, sind bei dem Beerdigungsamt sofort und spätestens an dem auf den eingetretenen 
Tod nächstfolgenden Tage anzuzeigen. 
Zur Anzeige verpflichtet ist derjenige, der nach § 57 des Gesetzes über die Beurkundung 
des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1875 gehalten ist, dem Standes 
beamten den Sterbefall auzuzoigen. Bei Sterbefällen in öffentlichen Kranken-, Gefangenen- und 
ähnlichen Anstalten, sowie in Kasernen liegt die Anzeigepflicht dem Vorsteher der Anstalt oder 
dem von der zuständigen Behörde ermächtigten Beamten ob. 
Die Anzeige kann schriftlich geschehen. 
§ 5. Unter Aufhebung der bisherigen Einteilung der Beerdigungen in drei Klassen werden die 
Beerdigungsgebühren und -kosten auf Grund einer Gebührenordnung erhoben, deren Sätze 
vom Magistrat unter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung bestimmt werden. Die Ein 
ziehung erfolgt durch das Beerdigungsamt.
	        

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