Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolfsanger, Gartenstadt Brasselsberg und Gutsbezirk Fasanenhof (Jg. 82.1915)

Teil I. Auszuj 
g aas den Bedingungen fiir den Bezug von Gas, Wasser n. Elektrizität. 25 
Auszug 
aus den Bedingungen für den Bezug von Gas, Wasser und Elektrizität 
aus den städtischen Anstalten. 
I. Gas. 
Die Anmeldung zum Gasbezug hat bei der Direktion des städtischen Gaswerks, Leip 
ziger Str. Nr. 76, schriftlich zu erfolgen. 
Die Abgabe von Gas erfolgt vermittels Gasmesser, in geeigneten Fällen auch durch 
Automaten. Der Verbrauch wird monatlich in Rechnung gestellt. Der Gasmesser, der kosten 
los angebracht wird, ist Eigentum der Stadt und wird gegen eine vierteljährliche Miete 
bereitgestellt. 
Der Breis des Gases beträgt bis auf weiteres: 
a) in den Sommermonaten April bis einschl. September 14 Bfg. fiir 1 cbm, 
b) in den Wintermonaten Oktober bis einschl. März 16 Bfg. für 1 cbm, 
c) fiir Motorengas, wenn es besonders gemessen wird, wird der cbm das ganze Jahr 
hindurch mit 12 Bfg. berechnet. Hierbei ist der Anschluß einer Leuchtflamme 
im Motorenraum gestattet. 
d) fiir Gas zu gewerblichen Zwecken (Beleuchtungszwecke ausgeschlossen) 12 Bfg. bei 
einer Abnahme von mindestens 10000 cbm innerhalb eines Rechnungsjahres (l. April 
bis 31. März). 
e) Bei garantierter Gasentnahme, nicht unter 5000 cbm jährlich, können durch Be 
schlußfassung der gewerblichen Kommission auf vorgenannte Breise noch besondere 
Rabatte oder Ermäßigungen bewilligt werden. 
Bei Gasabgabe durch Münzgasmesser (Automaten) wird die Gasmessermiete dem Gaspreis 
zugeschlagen. 1 cbm Gas kostet dann 16 Bfg, und man erhält fiir 10 Bfg. 625 Liter Gas. 
Auf Wunsch gibt das Gaswerk zu Automatenanlagen und sonst in geeigneten Fällen 
einfache Lampen, Kochapparate und Kochertische gegen eine Jahresgebühr von 1.— Mk. pro 
Brenner oder Tisch in Miete. 
In den Fällen, wo es sich nicht um einen laufenden Bedarf, sondern um einen Reserve 
anschluß handelt, ist neben den Beträgen für Gas und Gasmessermiete noch eine Bereit 
stellungsgebühr zu entrichten. 
Der Mietpreis fiir einen 3 flammigen Gasmesser beträgt monatlich 0,20 M. und steigt 
mit zunehmender Flammenzahl auf 5 Mk. für einen BOOflammigen Gasmesser. 
Jede neu angelegte Gasleitung, ebenso jede wesentliche Erweiterung wird vor dem 
Anschluß an das städtische Leitungsnetz geprüft. 
Bei Aufgeben -einer Wohnung ist dem Gaswerk Mitteilung zu machen, andernfalls der 
frühere Inhaber für den Gasmesser als auch den weiteren Gasverbrauch- verantwortlich ist. 
II. Wasser. 
Jeder Bewohner der Stadt Cassel, der die städtische Wasserleitung in seiner W ohnung 
benutzen will, ist zur Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Wasserwerkes, Königstor Nr. 7, auf 
vorgeschriebenem Formular, das bei dieser, der Kasse der gewerblichen Werke und der Stadt 
hauptkasse kostenlos erhältlich ist, verpflichtet. Die Benutzung der öffentlichen Wasser 
ausläufe steht unentgeltlich jedermann frei. 
Hauseigentümer oder deren Stellvertreter haben die Anmeldung des Wasserbezugs auf 
dem Formular B, sonstige Wohnungsinhaber auf dem Formular C zu bewerkstelligen. 
Jede Hausleitung wird nach der Vollendung von dem Wasserwerk geprüft und erst dann 
zur Benutzung freigegeben, wenn die Anlage einwandfrei ist. 
Die Abgabe von Wasser aus der städtischen Wasserleitung geschieht unter Anwendung 
von Wassermessern, welche von der Wasserwerks-Verwaltung gestellt werden. In allen Fällen 
kann nach dem Ermessen des Vorstandes des Wasserwerks der Wasserbezug von der vorherigen 
Leistung einer Sicherheit abhängig gemacht werden. 
Für jedes Gebäude und Grundstück kommt, von besonderen Fällen abgesehen, ein 
Wassermesser zur Aufstellung. * 
Jeder Wohnungsinhaber, sowie jeder Besitzer oder Bächter von Räumen, die Berufs-, 
Geschäfts- oder Betriebszwecken dienen, von Ställen, Bureaus, Lager oder dergleichen, die 
an die städtische Wasserleitung angeschlossen sind, wird mit allen auch den aftervermieteten 
oder unbenutzten Räumen zum Wassergeld veranlagt. 
Der Inhaber, einerlei ob Eigentümer oder Mieter, ist zur Zahlung des Wassergeldes 
A eq)flichtet. 
Die regelmäßige Veranlagung zum Wassergeld erfolgt alljährlich -und tritt mit Beginn 
des Etatsjahres, d. i. am 1. April in Kraft. Sie richtet sich nach dem Mietwert der Räume 
und beträgt: 
a) für Wohnungen usw. mit einem jährlichen Mietwert von 2UÜ M. bis 4(X) M. ein 
schließlich 2 % d es Mietwertes.
	        

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