Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wolfsanger, Gutsbezirke Fasanenhof und Wilhelmshöhe (Jg. 78.1911)

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Städtische indirekte Steuern. 
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Teil I. 
mäßer Anwendung des Grundsatzes im § 7 Nr. 2 bis auf ein Viertel, zu 2 bis auf dio Hälfte 
der Sätze ermäßigen. 
IV. Für gewerbsmäßige Vorträge auf einem Klavier oder einem anderen Musikinstrument 
in Gastwirtschaften, Schankstuben, öffentlichen Vergnügungslokalen, Buden oder Zelten 0,50—5 M. 
Für derartige gewerbsmäßige Vorträge kann der Magistrat an Stelle dor Einzelsteuor eine 
im voraus zahlbare Jahresabgabo von 10 — 30 M. festsetzen, welche bei Abschaffung des In 
struments antoilig zurückerstattet wird. 
V. Für den Betriob eines oder mehrerer Orchestrions, Musikautomaten odor dergl. in 
Schankwirtschaften oder öffentlichen Vergnügungslokalon für jedes angefangeno Vierteljahr je 
nach Größe und Wert des Instruments 3—15 M. 
VI. Für Vorstellungen von Gymnastikern, Equilibriston, Ballet- und Seiltänzern, Taschen 
spielern, Zauberkünstlern, Bauchrednern und dergl. 
1. wenn das Entgelt in das Belieben des Publikums gestellt ist oder ein Eintrittsgeld von 
höchstens 0,20 M. erhoben wird, für den Tag 0,50—3 M. 
2. bei einem Eintrittsgelde von höchstens 1 M., für den Tag 3—5 M. 
3. bei höherem Eintrittsgold, für den Tag 10 M. 
VII. Für den Betrieb einer Reitbudo (Hippodrom), für den Tag 1—6 M. 
Für ständigo Unternehmungen kann dor Magistrat eine monatliche Abgabe von 3—15 M. 
festsetzen. 
VIII. Für den Botrieb eines Karussells, eines Velocipedkarussells, einer russischen Schaukel 
odor ähnlicher Veranstaltungen, für den Tag 
1. bei Betrieb durch Menschen- oder Tierkraft 1—6 M. 
2. bei Betriob durch Maschiuenkraft 5—20 M. 
Für Unternehmungen von längerer Dauer kann der Magistrat eine Monatsabgabe in den 
Grenzon von 5—50 M. zu 1 und von 20 — 100 M. zu 2 festsetzen. 
IX. Für den gewerbsmäßigen Betrieb eines Glücksrades, einer Würfelbude oder sonstiger 
Veranstaltungen zum Ausspielcn von Waren oder dergleichen, für 1 Tag 1 -18 M. 
Für Unternehmungen von längerer Dauor kann dor Magistrat eine Monatsabgabe von 
3—50 M. festsetzen. 
X. Für den Betriob einer Schießbude für don Tag 1—5 M. 
Für Unternehmungen von längerer Dauer kann der Magistrat eine Monat-sabgabe von 
3—15 M. festsotzen. 
XI. Für öffentliche Belustigungen und Schaustellungen einer vorher nicht gedachten Art, 
insbesondere für den Betrieb eines Marionetten-Theaters, für das Vorzeigen eines Museums, 
eines Panoramas, vou Tiersammlungen (Menagerien), abgerichteter Tiere, den Betrieb eines 
Kraftmessers und dergl., ferner für Kinematograph- und Kunstreitervorstellungen, Wettrennen, 
Wettfahren, Wettrudorn, je nach der Höhe des Entgelts und dem zu erwartenden Gewinn des 
Unternehmens täglich 1 — 18 M. 
Für ständige Unternehmungen dieser Art kann der Magistrat eine monatliche Abgabe von 
3 — 50 M. festsotzen. 
XU. Ergänzung der Eintrittskartensteuer. Für die nach dem Abschnitt I der Steuer 
unterliegenden Veranstaltungen ist anstatt oder neben der Steuer eine besondere Lustbaikeits- 
steuer zu erheben, sofern der Zutritt, wenn auch nur zu einzelnen Teilen des Zuschauerraumes, 
ohne Lösung von Eintrittskarten gewährt wird, oder dio nach § 2 steuerfreien Eintrittskarten 
mehr als den vierten Teil dor überhaupt ausgegebenon Eintrittskarten ausmachen. 
Die Höhe dor Steuer wird dann je nach dem Umfang des ohne besteuerte Eintrittskarten 
gewährten Zutritts innerhalb der Grenzen von 5—50 M. für jede Veranstaltung durch den 
Magistrat von Fall zu Fall festgesetzt. 
§ 7. 1. Werden mehrere steuerpflichtige Lustbarkeiten an demselben Tage und in dem 
selben Raumo gleichzeitig oder in sonst unmittelbarem Zusammenhänge stehend 
von demselben Unternehmer veranstaltet, so schließt in den Fällen des § 6 
Nr. I—IV die für eine Veranstaltung gezahlte höhere oder gleich hohe Steuer 
die für eine andere Veranstaltung ausgeworfene niedere oder gleich hohe Steuer 
in sich. In allen anderen Fällen ist bei gleichzeitig stattfindenden Lustbarkeiten 
verschiedener Art für jede einzolne Lustbarkeit die festgesetzte Steuer zu ent 
richten. 
2. In den im § 6 unter IV, V, VI 1 und 2, VII bis XI bezeichneten Fällen erfolgt 
die Festsetzung der Steuer von Fall zu Fall durch den Magistrat. 
3. Bei dem Zusammentreffen oder Aufeinanderfolgen von Veranstaltungen, die der 
Lustbarkeitssteuer und dor Eintrittskartenstouer unterliegen, ist erstere dann nicht 
zu entrichten, wenn die besteuerte Eintrittskarte der ausschließliche Ausweis 
auch für die Beteiligung an den dor Lustbarkeitssteuer an sich unterliegenden 
Veranstaltungen ist, und anderen als den durch besteuerte Eintrittskarten be 
rechtigten Personen Zutritt nicht gewährt wird. 
4. Die Steuern, welche für den Tag festgesetzt sind, werden zu ihrem vollen Betrage 
für jede angefangenen 24 Stunden erhoben, ohne Rücksicht auf die Dauer der 
betreffenden Veranstaltung.
        

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