Full text: Adreßbuch der Residenzstadt Cassel sowie der Ortschaften Harleshausen, Ihringshausen, Niedervellmar, Niederzwehren, Oberzwehren, Sandershausen, Waldau, Wolfsanger, Gutsbezirke Fasanenhof und Wilhelmshöhe (Jg. 78.1911)

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Städtische indirekte Steuern, 
Teil I. 
B. Wertzuwachssteuer. 
Der über 10°/o hinausgekeode Wertzuwachs wird wie folgt besteuert: 
über 10 bis oinschl. 20°i'o mit 5°/o 
, 20 * „ 40 o/o „ 7>/2 
, 40 „ „ 60o/o „ 10% 
» 60 , „ 80 o/o „ 12%°/ 
über 80 bis einschl. 100% mit 15% 
v) 100 „ „ 125% „ 17 1 /2°/o 
, 125 „ „ .... 20 °/o 
Bei bebauten Grundstücken mehr als 5 bis 10 Jahre seit der letzten Veräußerung, 
% dieser Sätzo, mehr als 10 Jahre, % dieser Sätze. 
C. Immobiliar-Umsatzsteuer. 
Beim Erwerb von bebauten Grundstücken und von unbebauten Grundstücken im Wert bis 
einschl. 1 Mk. der rim = 1 % des Wertes; von unbebauten Grundstücken im Wert von über 
1 Mk. der qm = 2% dos Wertes; bei Zwangsverkäufon, ohne Rücksicht auf die Bebauung = 
% % des Zuschlagsproises einschl. der übernommenen Lasten und Leistungen. 
Verkäufer und Erwerber haften für die Steuer als Gesamtschuldner. 
Anmeldungsverpflichtung innerhalb einer Wocho nach dem Erwerb. 
D. Eintrittskarten- und Lustbarkeitssteuer. 
Eintrittskartensteuer. 
§ 1. 1. Innerhalb des Bezirks der Residenzstadt Cassol unterliegen die Eintrittskarten zu 
a) Theatervorstellungen, 
b) Deklamatorischen Vorlesungon, Rezitationen und Vorträgen, 
c) Konzerten, 
d) Zirkusvorstellungen, 
e) Spezialitäten*, Variete-Vorstellungen, Gesangs- und deklamatorischen Vor 
trägen, Schaustellung von Personen und ähnlichen Darbietungen, 
f) Maskenbällen, Narrenabenden, Kostümfesten und Kostümbazaren, 
g) Panoraina-Rundgemäldon, 
h) Wettrennen, Wettfahren, Wottrudern, 
einer Steuer nach folgenden Vorschriften. 
2. Dio Entrichtung der Steuer an die Stadtkasso liegt dem Unternehmer der Ver 
anstaltung ob. 
3. Wegen der Ergänzung der Besteuerung durch Lustbarkeitssteuer vergl. § 6 $11. 
§ 2. Dio Steuer beträgt: auf Eintrittskarten sowie jeden sonstigen sie vertretenden Ausweis 
(Vortragsfolge, Gutschein und dergl.) zu einem Tageskassenpreise 
a) von übor 25 Pfg. bis einschließlich 1 Mark 5 Pfg. 
b) „ „ 1 Mark „ „ 2 „ 10 „ 
o) „ „ 2 20 
Eintrittskarten zu einem Tageskassenpreise bis zu 25 Pfg. sind von der Steuer frei. 
Falls überhaupt Eintrittskarten zu oinem 25 Pfg. übersteigenden Preise nicht ausgegebeu 
werden, findet keino Besteuerung, sondern nur die Erhebung einer Lustbarkeitssteuer nach § 6 statt. 
§ 3. Für Eintrittskarten, wolcho mehrere Personen zum Eintritt berechtigen, ist das 
entsprechende Vielfache des vorbozoichneton Steuersatzes, und, wenn dio zugolasscno Personen 
zahl auf der Eintrittskarte nicht angogebon ist (Familienkarten, Wagenkarten), das Fünffache 
desselben zu entrichten. 
§ 4. Eintrittskarten, die in größerer Anzahl zum beliebigen Gebrauch — durch eine 
Person oder durch mehrere Personen gleichzeitig — zu ermäßigten Preisen ausgegeben werden, 
(Dutzendkarten und dergl) sowie Eintrittskarten, die nur ornzelne Personen zum Besuch einer 
fortlaufenden Reihe von Veranstaltungen berechtigen (Abonnementskarten, Dauerkarten, Zeitkarten 
und dergl.), unterliegen einer Steuer in Höhe von 10% dos bezahlten Preises, mindestens aber 
von 50 Pfg. Beim Vorverkauf von Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen wird die Steuer nach 
dem vollen Tageskassenpreiso berechnet. 
Sofern jedoch die Zahl der Veranstaltungen, zu deren Besuch die Eintrittskarten berechtigen, 
und die Zahl der Personen, die durch die Eintrittskarten zum Eintritt in eine Veranstaltung be 
rechtigt sind, eine fest bestimmte ist, darf dio Steuer nie mehr als dio Summe der nach § 2 für 
entsprechende Einzelkarten zu berechnenden Sätze betragen. 
Unentgeltlich ausgegebeno Eintrittskarten sind von der Steuer befreit. 
§ 5. 1. Die näheren zur Durchführung der Eintrittskartensteuer erforderlichen Vorschriften 
erläßt der Magistrat. 
2. über die täglich entgeltlich oder unentgeltlich ausgegebenen Eintrittskarten aller 
Art (Tageskarten, Dutzendkarten, Abonnementskarten usw.) ist in der vom 
Magistrat vorgeschriebenen Form mit der städtischen Hebestelle abzurechnen. 
Wird hierbei die für die Höhe des städtischen Steueranspruchs maßgebende 
Anzahl der ausgegebenon steuerpflichtigen Eintrittskarten nicht nachgewiesen, so 
wird die für die betreffende Veranstaltung zu entrichtende Steuer durch den 
Magistrat in einer Gesamtsumme innerhalb der Grenzen von 20 Mark bis 
200 Mark festgesetzt.
	        

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