Full text: Tagebuch des Regiments von Huyn

1776                  Vom Monath Augs und Septembr                                 23)

 

            rück zu legende Meilen, welche sich doch von Tag zu Tag in etwas, ob-

               gleich leyder ! nicht viel verminderten, den zum öftern hatten wir

               Tage, an welchem die Schiffe, wegen Mangell eines Windes, auf einem

               Flecken stille standen, und gar nicht vorwärts kommen konten, gleich

               als wenn das Meer einem stehenden Waßer zu vergleichen wäre.

Sept: 6.   Nach der Ausrechnung des Schiff-Capitains hatten wir am 6ten Septbr

               nur noch bis nach Terre neuve über 200. englische Meilen zu fahren,

               welche Richtigkeit er auch als ein Seeverständiger anzugeben im Stan-

               de sein konte.  Hierzu dient denen Seefahrenden der Quadrant,

               als ihr Haupt-instrument, ohne welches sie nicht gantz genau den

               Platz, wo wir eigentlich sind, bestimmen können. Mit diesem

               werden nun um die Mittags-Zeit bey mittelmäsig klarer Witterung

               Observationes gemacht, um die Höhe der Sonne zu bestimmen, und dar-

               aus die latitudo des Orts, wo wir sind, zu berechnen, und nehmen

               dabey ihre Tabellen, worinnen die Länge und die Breite berechnet

               ist, zu Hülfe, und dienet ihnen zu einem guten Wegeweiser, daß

               sie ihren Cours nicht verfehlen können. Mit der Sternstunde beschäf-

               tigen sie sich dahero nicht, sondern tragen den Wind, die Meilen-

               zahl unsers Laufs und den Cours in ihr Journal täglich ein, wo-

               bey sie auch den Punkt, wo wir sind, bestimmen können.

               Mannigmal erzeigte uns der Schifs-Capitain auf vieles Bitten die

               Gefälligkeit, und zeigte uns dasjenige, was er auf seiner See-

               karte während unserer Fahrt aufgezeichnet und ausgemeßen

               hatte. Hierzu verstehet sich aber nicht ein jeder gerne, sondern

               sind mit ihrer Wißenschafft sehr heimlich. Inzwischen wenn er

               wohl disponirt war, so zeigte er uns sämtlich seine Bücher,

                                                                                                  See

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.