Full text: Tagebuch des Regiments von Huyn

1776                         8)                    Vom Monath April und May

 

          „ Und eben dieses ist der Ruhm, der edle Stoltz des Heßen, von jeher hat er

          „ ihn bekleidet.  Tapferkeit, Treüe und edler Muth in allen Gefahren, und

          „ eine willige Folgsamkeit seiner Officiren haben ihn vor allen andern Na-

          „ tionen berühmt gemacht, ihn ihren fremde Regenten, und noch immer, wenn

          „ er seinen Grundsätzen treü, und das Andencken seiner Vorfahren, wel-

          „ che noch in dem den wenigsten unter uns unbekanten letzten Kriege,

          „ sich so tapfer gehalten haben, nachfolgen; So muß er auch diesen Ruhm

          „ und wahre Ehre ferner behalten.

          „ Und eben dieses ist die Absicht unserer gegenwärtigen Zusammenkunft,

           „ nemlich uns die Pflichten des Soldaten nicht nur auf das neüe wiederum

           „ bekant zu machen, sondern auch durch einen feyerlichen Eyddazu auch

          „ das neüe zu verbinden, laut, öffentlich und geyerlich zu sagen, daß

          „ man bey der Allgegenwart Gottes, bey dem Bewustsein der gerechten

          „ Strafe, die auf die Übertrettung der Pflichten folget, bekennen, daß man

          „ in allem treü und gehorsam bleiben wolle, darum habe ich nicht nur

          „ die Hauptstücke, und genaue Bezeichnung der Regeln und Pflichten

         „ des Heßischen Soldatens, die von Ihro Hochfürstlichen Durchlaucht

           „ unserm gnädigsten Landesfürsten gesetzt sind, vorgelesen, sondern

          „ schreite auch zu meiner Pflicht „.

May 5.  Am 5ten May Morgens um 5 Uhr brachte eine Estaffette von den Obrist

            von Huyn die längst gehofte Nachricht, daß das Regiment sich parat ma-

            chen, und den 7ten aus Ziegenhayn abmarchiren solle.

            Unter frohen Seegenswünschen unser Landsleute mit einem bey solchen

            Vorfällen gewöhnlichen lermenden Geräusch vergesellschaftet, rückten wir

            um 6 Uhr des Morgens aus dieser Stadt, und bezogen unser angewie-

            senes  Nachtquartier in Gudensberg. Jeder Officier bekam ein

                                                                                                                       Reit

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