Full text: Tagebuch des Regiments von Huyn

1776                               Vom Monath April                                                7)

 

          „ Beweis davon führen, zumalen alsdann wir noch durch einen feyerlichen

          „ Eyd darzu verbunden werden.

          „ Dieses wird uns desto faßlicher werden, wenn wir nur eine richtige Kent-

          „ nis von dem Eyde haben. Von jeher, und noch selbst zu unsern jetzigen

          „ Zeiten sagt uns die Geschichte, daß die ältesten Völer den Eyd für heilig

          „ halten, und die Verbindung dadurch für unverbrüchlich, und wie heilig

          „ muß dem Christen der Eyd sein, denn dieser weis, daß das Schwören so

          „ viel heist, als Gott zum Zeügen der Wahrheit und zum Rächer der Unwahr-

          „ heit anrufen, und daß er durch den Eyd feyerlich bekennet, daß er Gott

          „ den Allwißenden erkennet, und als den wahrhaftigen Verehrer, und als

          „ den höchsten Richter fürchtet. Ja der Christ weis, daß die Absicht eines je-

          „ den Eydes keine andere ist, als dem Gewißen einen noch stärckeren An-

          „ trieb, und andern eine desto kräftigere Versicherung von seinen Ange-

          „ lobungen und Versprechungen zu geben.   Kurtz! Der Christ ist von der

          „ Allgegenwart seines Gottes für allen Menschen überzeügt. Er glaubt

          „ überdas ein zukünftiges Gerichte, wo Gott dem Meineydigen und dem

          „ falschen /: der schon hier in der Zeit den Fluch Gottes auf sich geladen :/

          „ als einen Schänder seiner Ehre und Majestaet strafen wird, und al-

          „ so kann er, ohne sich selbsten in seinem Gewißen für den straf-

          „ barsten unter allen Menschen zu halten, unmöglich die Treüe, den

          „ Gehorsam brechen, den er eydlich zugesagt hat. Der Soldat nun

          „ verpflichtet an und vor sich selbsten, noch mehr durch den Eyd ver-

          „bunden, muß wenn er nicht eyd- und bundbrüchig, alle die Ehren

          „ erlangen und der Würde theilhaftig werden, die ihm von jeher zu-

          „ gestanden, und noch von allen gut und edel denckenden, willig und

          „ ohne Zwanck gegeben wird.

                                                                                                                Und

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