Full text: Die ältere Wasserversorgung der Residenzstadt Cassel

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werden solle. Die Mühle solle inanderer Weise in Be- 
trieb erhalten und dazu der in Kirchditmold auf Kosten 
der Oberneustadt erbaute Sammelteich benutzt werden. 
Die Gemeinde Kirchditmold erhält für den Teichplatz 
die Taxsumme mit 62 Thlr. 25 Albus aus der herr- 
schaftlichen Teichrechnung. Der Teich selbst solle in 
Stand gesetzt und mit einer Rinne versehen Werden, 
Wodurch man denselben bis auf eine gewisse Tiefe ab- 
laufen lassen könne. Den Pächtern der herrschaftlichen 
Hute, durch Welche der Graben vom Schuppachsbrunnen 
geführt worden War, wird ein Pachtnachlass gewährt, 
und zwar in der Höhe der Öprocentigen Zinsen des auf 
47 Thlr. 8 Albus abgeschätzten Schadens, also im Be- 
trage von 2 Thlr. 11 Albus 7 Heller. Diese Zinsen 
sollen von der Oberneustadt alljährlich an das herr- 
schaftliche Rentamt abgeführt werden. 
Endlich werden zu Commissarien für die Beauf- 
sichtigung der gesamten Wasserleitungen der Obersalz- 
graf WVaitz und der Kammerrat Grimmell ernannt 
und ihnen der Auftrag erteilt, dem Statthalter hierüber 
weitere Vorschläge zu unterbreiten. 
Der Erlass wurde den Beteiligten in einer am 
3. März 1747 eingeleiteten Verhandlung bekannt ge- 
geben. Der Müller Rühmann beruhigte sich mit der 
getroffenen Entscheidung, nicht aber die Gemeinde 
Kirchditmold und die Hutebereclitigten; zwischen ihnen 
und der Oberneustadtdauerte dieser achte YVasserprocess, 
bei dem es sich um nur geringfügige Entschädigungs- 
beträge handelte, mit jahrelangen Unterbrechungen fort 
bis zum 5. April 1796; er umspannte einen gesamrnten 
Zeitraum von 63 Jahren, überlebte die Regierung dreier 
Landgrafen und den 7jährigen Krieg, und kaum einer 
von denen, die seinen Beginn eingeleitet hatten, mochte 
sich noch" unter den Lebenden beiindenäk). 
r) Einiges Statistische aus den Prozessverhandlungen sei
	        

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