Full text: Tagebuch 1776 - 1784 (Abschrift)

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ter, und Calm, ein Visiten.Tag. Etliche von uns gab=

ben Besuch, und wir empfingen welchen. Die Lat. 44°

12’. – Den 10ten schönes Wetter und guter Wind; die=

ses machte unsere Hoffnung wieder aufleben, dem Lan=

de bald näher zu kommen. Den 11ten, heute wieder ei=

nen kleinen Sturm, welcher uns auf ein mal aus einer

unabsehbaren Ebene, in eine gebirgigte Gegend versetzte.

Weil wir nun schon ziemlich mit dem Ocean bekannt,

so kam es uns nicht mehr so fürchterlich vor. Etliche

wurden doch wieder übel, und legten sich die Meisten

in ihre Schlafstellen nieder, ich aber blieb auf meinem

gewohnten Platz vor dem Fenster sitzen, und da ich sonst

ganz allein und ungestört war, so kamen mir bei

Ansehung des tobenden Meeres folgende Gedanken in

Sinn: Die Reise über den Ocean ist ein vollkom=

men ähnliches Bild des menschlichen Lebens, dasselbe

betrachtet als eine Reise durch dieses gegenwärtige,

zu jenen künftigen Leben. Das Meer ist fast nie=

mals ruhig, die Schiffe haben immer mit Wind und

Wellen zu kämpfen, und ist es auch einmal Calm, so

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