Full text: Gedichte und Uebersetzungen

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Der Bettler. 
In einem ersten Frühlingstag, 
Grasgrün und Himmelsblau, 
Wo nichts im Hause bleiben mag, 
Wo alles auf der Au, 
Da sitzt anr Wegesrand ein Greis, 
Der, murmelnd ein Gebet, 
Mit vorgestrecktem Hute leis 
Um milde Gaben fleht. 
Ob nun der Lerchen Tirilei 
Zu laut die Luft durchtönt. 
Ob all' der Blumen Mancherlei 
Zu bunt die Flur verschönt. 
Daß Keiner auf den Alten hört 
Und Keiner auf ihn sieht; 
Genug, sie gehen ungestört 
Vorbei ohn' Unterschied. 
Nur eine macht mit reichem Sold 
Der Andern Kargheit gut, 
Die Sonne ist's; die füllt mit Gold 
Bis oben seinen Hut!
	        

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