Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1821)

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richtsperforr und durchaus keinem Andern, 
selbst nicht den Anwälten, die nur ihre Termins- 
Gebühr erhalten, zugebilligt werden. - 
Das Trinken von Branntwein oder Wein bei 
den Versteigerungen, wenn diese auch aufferhalb 
der Gerichtsstätte gehalten werden, wird hier 
durch bei unnachsi'chrlicher ein- bis mehrtägigen 
Gefängnißstrafe untersagt. 
§. 7» 
Vor dem Schluffe jedes Versteigcrnngs - Ter- 
-mins soll vom Beamten oder Kommissar eine 
Umfrage unter oen Anwesenden gehalten wer 
den, ob einer derselben mehr zu bieten gesonnen 
sey, und erst, wenn hierauf kein Uebergebol ge 
schiehet, ist der Termin für geschloffen zu erklä 
ren. Ist diese Erklärung erfolgt, so darf ein 
Nachgebot nicht mehr angenommen werden, 
ausser wenn alle Betheiligten, den Leßtbietenden 
mit einbegriffen, darein willigen. 
§. 8 . 
Der Zuschlag soll schon im ersten Termine 
erfolgen, sobald der abgeschätzte Werth geboten 
worden ist, oder auch sonst wenn der Schuldner 
und dessen sämmtliche auf die zum Verkaufe ge 
brachten Stücke eingetragenen Gläubiger einstim 
mig den Zuschlag verlangen. Ausserdem soll noch 
ein zweiter Verfteigerungs- Termin 
angesetzt und nach diesem der Zuschlag ertheilt 
werden, insofern entweder zwei Drittel des ge 
schätzten Werthes geboten worden sind, und der 
Gläubiger, oder die Mehrheit der Gläubiger 
nach der Stärke ihrer Forderungen, auf den Zu 
schlag anträgt, auch keine annehmliche Sicherheit 
für die durch den weitern Termin entstehenden 
Kosten und etwa andern Verlust geleistet wird, — 
oder bei einem Gebote unter zwei Dritteln des ge 
schätzten Werthes, wenn der Schuldner und dessen 
Gläubiger einstimmig den Zuschlag begehren. 
Ist keines von beiden der Fall, so muß ein 
dritter Termin angesetzt werden, und nach 
dessen Abhaltung der Zuschlag erfolgen, cs sey 
denn, daß der Schuldner und affe Hypothek- 
Gläubiger einmürhig noch einen weitern Termin 
verlangten, oder jemand sogleich annehmliche 
Sicherheit für den, bei Fortsetzung der Verstei 
gerung zu besorgenden Ausfall oder sonstigen 
Vertust bestellte. Würde in dem letzten Termine 
nicht einmal die Hälfte des abgeschätzten Werthes 
geboten seyn; so hat das Gericht zwar den Zu- 
schlag zu ertheilen, jedoch dem Schuldner zur 
Wiedereinlösung eine Frist von drei bis längstens 
zwölf Monaten zu gestatten. - 
§♦ 9* 
Der in einem fernern, als dem dritten, Ter 
mine Urei stbiet end Gebliebene muß, falls 
auf einhelliges Begehren aller Betheiligten die 
Versteigerung noch weiter fortgesetzt werden 
sollte, ans seinen Antrag seines Gebotes 
entlassen werden. 
Auch in dem Falle, daß der Zuschlag oder die 
Fortsetzung der Versteigerung durch eine ansErgen- 
rhums - Ansprüche gegründete Zwischenklage 
eines Dritten gehemmt werden müsste, soll der 
meistbietend Gebliebene, sobald die Zwischenklage 
zulässig erklärt seyn wird;, vom gethanen Gebote 
auf sein Verlangen sofort freigelassen werden. 
Ausser diesen besonderen Fällen bleibt ein jeder 
Bieter, selbst wenn er einen entgegenstehenden 
Vorbehalt gemacht hatte, an sein Gebor so lange 
gebunden, bis er im folgenden Termine von einem 
andern Zahlungsfähigen wieder abgeboten seyn 
wird. 
§. 1 c>. 
Zwischen der ersten Bekanntmachung und dem 
ersten Termine sollen zwei Monate, zwischen den 
folgenden Terminen aber nur vier bis sechs 
Wochen Zwischenraum seyn, eö sey denn, daß 
alle Betheikigten, den Letztbietenden mit einge 
schlossen , einstimmig eine längere Frist 
begehrten. 
Das in dem vorhergehenden Termine gesche 
hene Letztgebot soll stets in der Bekanntmachung 
des folgenden Termins, jedoch ohne Nennung des 
Meistbietenden und des betreibenden Gläubi 
gers, angezeigt werden. 
Die Gerichte haben dafür zu sorgen, daß die 
Ertheilung und Au 6 fertig ung, des Erkennt 
nisses, wodurch ein Verkaufs-Termin angesetzt 
wird, sowie der deshalbigcn Bekanntmachungen , 
längstens binnen acht Tagen von Zeit der letzten 
gerichtlichen Verhandlung an erfolge. 
- .. f * 1* 
Derjenige, welcher für einen An dern das 
höchste Gebot gethan hat, ist verbunden, im Ter 
mine die Person anzugeben, welcher das Grundstück 
zugeschlagen werden soll, und sich als Bevollmäch 
tigten gehörig auszuweisen; widrigenfalls der Zu 
schlag auf seinen Namen erfolgt, oder, wenn er
	        

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