Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1821)

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heutigen Tage an gerechnet; sich allhker wieder einzu- 
sindcn oder von seinem Leben und jetzigen Aufenthalts 
orte Nachricht zu ertheilen, widrigenfalls er für 
todt erklärt, und sein Vermögen seinen legitimen 
Erben ausgeantwortct werden soll. Zugleich wird 
ein jeder, der von dem Leben oder Tode des genann 
ten Augustin Schräder etwa Auskunft zu geben weiß, 
hierdurch ersucht, dem hiesigen Stadtgerichte die 
behusigen Nachrichten mitzutheilen. 
Münden in curia, am 5. Oktober 1821. 
Bürgermeister und Rath der Stadt Münden. 
Scharlach. 
Vorladung der Gläubiger. 
1. Gegen den Adam Bohn in der Obermühle bei Solz 
ist durch eine Verfügung vom heutigen Tage der 
formelle Concurs erkannt worden." Sämmtliche 
bekannte und unbekannte Gläubiger des vorgenannten 
Cridars werden daher vorgeladen, Diensttag den 
16. Januar 1822, Morgens 9 Uhr, vor hiesiger 
Kurfürst!. Reservaten-Commission in Person oder 
durch hinlänglich Bevollmächtigte zu erscheinen und 
ihre Forderungen, mit Vorlegung der Beweisstücke, 
so gewiß zu liquidiren, als sie widrigenfalls von den: 
gegenwärtigen Concurse und der Befriedigung aus 
der Gesammtmaffe ausgeschlossen werden sollen. Der 
angesetzte Termin ist zugleich, in Gemäßheit der Ver 
ordnung vom 16. September 1788, zum Versuch 
der Güte bestimmt, und soll den Gläubigern in prae- 
Lxo eine vollständige Uebersicht des Mafsenbcftandes, 
verbunden mit einem geeigneten Vergleichs-Vor 
schläge, vorgelegt werden. Damit übrigens, bei der 
von den meisten Crcditoren zu erwartenden Annahme 
jenes Vorschlags, die Beschleunigung des Verfahrens 
durch die etwa Zurückbleibenden nicht gehemmt werde, 
so wird den Letztcrn, für den auf irgend eine Weise 
sich äußernden Ungehorsams-Fall, der Rechtsnach- 
theil gedroht, daß sie so angesehen werden sollen, 
als waren sie der Mehrzahl bcigetreten. 
Rotenburg, am 8. September 1821. 
Kurfürstlich Hessisches Justitz-Amt hierselbst. 
i* ff i tl t II Ñ. 
2. Der gerichtlich bestellte Vormund über des verstor 
benen Kalkbrenners Justus Hiegc hinterlassene Kinder 
erster Ehe zu Neumorschen, Ehrich Hiege daselbst, 
hat nachgewiesen, daß der Erblasser seiner Curandcn 
mehr Schulden hinterlassen hat als Vermögen, und 
es ist daher, praevia restitutione desselben, gegen 
die unbedingte Erbschafts-Antretung der concumus 
ereckitoruoa des gedachten Justus Hlege unterm heu 
tigen Tage von Amtswegen erkannt worden. Es 
werden sonach sämmtliche bekannte und unbekannte 
Cred.toren des gedachten Justus Hiege zu Neumor 
schen vorgeladen, in dem all li^uillanllum crellüa 
auf een 17 . December d. I. anher bestimmten Termin 
persönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Man- 
dararien zu erscheinen, ihre Forderungen, bei Strafe 
der Ausschließung von diesem Verfahren, gehörig zu 
begründen, und zugleich, nach ihnen vorgelegtem 
Vermögens- und Schuldenbestande, aus die ihnen 
amtlich gemacht werdenden Vergleichs-Vorschläge so 
gewiß sich zu erklären, als si'e'widrigenfalls der Erklä 
rung der Mehrzahl der Erschienenen für beitretend 
angesehen werden sollen. 
Spangenberg, am 14. September 1821. 
Kurfürst!. Hessisches Justitz-Amt das. Wilkens. 
. bi hdem Lometsch, Amts-Secretar. 
3. Aus einer Untersuchung des Vermögens-Bestandes 
des Ackermanns Helbig Keßler zu Hausen, hat sich 
ergeben, daß dessen Schulden sich höher belaufen 
als dessen Activ-Vermögen. Es ist deshalb heute 
der Concurs-Proceß gegen gedachten Helbig Keßler 
eröffnet worden, und werden alle bekannte und un 
bekannte Gläubiger desselben hierdurch vorgeladen, 
im Termin den SO. Januar k. I., bei Strafe der 
Ausschließung, vor Amt allhier zu erscheinen, des 
Versuchs der Güte gewärtig zu seyn und eventuel 
ihre Forderungen zu liquidiren und gehörig zu begrün 
den. Rücksichtlich des Versuchs der Gute, werden 
die etwa zurückbleibenden Gläubiger angesehen, als 
träten sie demjenigen bet, was die Mehrzahl der 
erscheinenden Gläubiger beschließt. 
Breitenbach, am 17. September 1821. 
Kurf. Justitz-Amt Oberaula. Becker, Amtmann. 
In üllern Stephan, Amtsactuar. 
4. Nachdem die Witwe Anne Barbara Gehrung, geb. 
. Schmidt, dahier, allerhöchsten Orts um ein dreijäh 
riges Moratorium nachgesucht hat; so werden,, in 
Gemäßheit der darauf ergangenen hohen Regierungs- 
Verfügung, sämmtliche bekannte und unbekannte 
Gläubiger der gedachten Gehrungs Witwe hiermit 
elliQtalitvr vorgeladen, in termino den Slftcn k. M. 
Oktober, Vormittags 10 Uhr, auf hiesiger Amts 
stube zu erscheinen, ihre Forderungen anzugeben und 
insoweit es nöthig, zu begründen, auch sich in An 
sehung des Gesuchs selbst und der von der Nach 
suchenden anzugebenden Sicherungsmittel vernehmen 
zu lassen. Die Nichterscheinendcn bleiben in 'diesem 
Verfahren unbeachtet, und haben diesen, so wie jeden 
anderen dcssallsigen Rechtsnachtheil sich selbst beizu? 
messen. Allcndors, anl 24. September 1821. 
K. H. Justitz-Amt. Eichenberg, Amts-Assessor. 
In (¡dem v’iembc. 
5. Alle, sowohl bekannte als unbekannte Gläubiger 
des Verwalters Christoph Vogelgesang dahier, dessen 
Schulden sein Vermögen weit übersteigen, werden 
hierdurch vorgeladen, ihre Forderungen in lamino 
den 7. November d. I. bei Amte dahier anzuzeigen 
und gehörig'zu begründen, auch nach vorgelegtem 
Massebeftande des Versuchs der Güte, zu Abwendung 
eines förmlichen Concurses, zu gewärtigen, oder ihre 
Ausschließung von diesem Verfahren zu erwarten. 
Nentershausen, am 10. September 1821. 
Kurhessisches Justitz-Amt hierselbst. Cöster. 
Für die Ausfettig, r Laudenbach, Amts-Äctuar.
	        

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