Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1820, [3])

Von betn nachstehenden DsrbauungS - Verfahren, 
welches auf die Natur d & Milzbrandes gegründet ist, 
und sich, vieler Erfahrungen zufolge, am wirksamstes 
gezeigt hat, kann man sich noch das Meiste versprechen. 
Sobald Ȋnlich in einem Orte die Seuche aus- 
bricht, gehe man mit den noch gesunden Schweinen 
auf folgende Weise zu Werke: 
i) Bringe man jedem großen Schweine 6 Loth 
Glaubersalz, in einer hinlänglichen Menge Master 
anfgelößt, den kleinern hiervon nach Verhältniß 
ihrer Körpergröße etwas weniger, auf einmal, 
entweder unter das Saufen gemischt, oder durchs 
Einschütten bei, und wiederhole dieß nach sechs 
bis acht Tagen noch einmal» 
c) Schneide man allen gut genährten Schweinen 
ein Stück vom Schwänze und einem Ohre ab, 
damit sie etwa- Blut verlieren. 
3) Laste man sie eine Zeit lang nicht austreiben, 
vorzüglich chei heißer Witterung, und halte die 
Stalle rein und luftig. 
4) Gebe man ihnen lauter leicht verdauliche, küh 
lende Nahrungsmittel, als: Sallat, junges 
Gras, Klee, saure Milch und Waitzenkleie. 
5) Lasse man eS ihnen durchaus nicht an frischem 
Tränkewasser fehlen, worin man etwas Essig 
gießt, oder ein wenig Sauerteig auflöst. 
6) Müssen die Schweine bei warmen Wetter täg 
lich ein Paar Mal in fließendem Wasser bis über 
den Rücken geschwemmt, und wenn man hierzu 
keine Gelegenheit hat, mit recht kaltrm Wasser 
übergössen werden. Das Schwemmen oder Ueber- 
gießen mit Wasser ist, nach einstimmigen Erfah 
rungen, eins der kräftigsten Verwahrungömittel 
gegen den Milzbrand. 
Edtctal * Vorladungen. 
r. Vermöge Auftrags Kurfürstlichen General-Knegs- 
Collegii allhier werden nachbenannte, bei der dies 
jährigen Cautons-Ausvahme nicht erschienene mili- 
tatrpflichtige Beisitzer- und resp. Soldaken-Söhne 
ans der hiesigen Residenz, deren dermaliger Auf 
enthaltsort unbekannt iß, nämlich: i) Heinrich 
Blum, L) Wilhelm Goldmacher, z) Paul Schmidt, 
4)Jacob Müller, 5) Herarich May, 6)Ricvlaus 
Ksierim, 7) Heinrich Maus, p) Johannes Acker, 
mann, 9) Heinrich Hcckmann, 10) George Henkel, 
11) Elias Ritter, is) Franz Hamel, 13) Conrad 
Kehl, r4)Fracz Pfvrt, 15) N cvlaus Battenberg, 
16) Gccrge Burgav, 17) Dietrich Müller, 18) 
Heinrich Mcll, I?) Jrrstns Köhler. so) Adam 
Henning, si) Andreas Schmidt, 2s) George Hen 
kel, 23) Johannes Hocke, 24) Hrorich Friedrich 
Weber, und «5) Philipp Stock, hierdurch vorge 
laden , sich vor dem Ablaufe des Monats December 
b. Ji. so gewiß vor dem Unterzeichneten zu sistkren, 
und über ihre Lualification zum MiUtgir-Dicust, 
nach vorgängiger Untersuchung , die Entscheidung 
zu erwarten, als die Zurückbleibenden sich selbst 
beizumessen haben, daß lhr jetziges und künftiges 
Vermögen, als dem Staate verfallen, eingezogen 
werden wird. Cassel, am 12. Julii 1620. 
Der Bürgermeister der Residenz, 
Rath Ludwig Stern. 
» s. Nachstehende Militairpflichtige: 1)Christian Luck, 
s) Friedrich Reumfchüssel, beide von Steindach, 
und z) Johaap Caspar Giesenhan , von Rotterode, 
werden hiermit, bei Verlust ihres jetzigen und künf 
tigen Vermögens, aufgefordert, sich vor Ablauf 
dieses Jahrs vor unterzeichnetem Jvstitz-Amt zu 
sistiren und ihrer Milttairpflicht ein Genüge zu 
leiste«. Steinbach, am 10. Julii 1820. _ 
Kurfürstliches Justitz-Amt Hallenberg allhier. 
. * Schuchardt. 
Vorladung der Gläubiger. 
1. Auf den Antrag des über den abwesenden Christian 
Eichhvfer von Geismar, hiesigen Amts, bestellten 
Curators, des dasigen Einwohners Daniel Bemfert, 
werben alle bekannte und unbekannte Gläubiger des 
gedachten Eichhvfer hiermit edictaliter vorgela 
den, Montag den 18. September s. c., BormittaaS 
9 Uhr, in Person, oder durch gesetzlich Bevoll 
mächtigte auf hiesiger Amtsstube zu erscheinen, ihre 
Forderungen gehörig anzuzeigen und nach vorge 
legtem Massenbrsiand den Versuch der Güte zu 
- erwarten. Diejenigen, welche zurück bleiben, kön 
nen nach der Hand nicht weiter gehört werden, son 
dern sie sollen mit ihren Ansprüchen an dem Eich- 
höferschen Vermögen sofort ausgeschlossen werden. 
Franker berg, am sz. Junii 1820. 
Kurfürstliches Justitz - Amt daselbst. Giesler. 
Io ädern coxise Schmidt, Amts-Secret. Adj. 
«. Da der Pfarrer Schneider zu Se sertvhausen mit 
seinen Gläubigern, hinsichtlich ihrer Befriedigung, 
eine gütliche Uebereinkurrft zu treffen wünscht, und 
zu den: Ende um öffentliche Vorladung derselben 
nachgesucht hat; als werden alle bekannte undunbe 
kannte Gläubiger gedachten Pfarrers Schneider 
hiermit vorgeladen, um in termino Freitag den 
' L '. August, Morgens 9 Uhr, vor u-rterzeichn,tem 
Commissarlv eetwedcr persönlich oder durch bevoll 
mächtigte Anwälte ,u er'cheinen, ihre Forderungen 
anzugeben und gehörig zu begründen, auch auf die 
Vergleichs Vorschläge sich dellimmt zu erklären, 
widrigepfallö aber ;u gewärtigen, daß si« von die 
sem Verfahren gänzlich ausgeschlossen werden. 
Rotenburg, bta 8. Julii 1820. 
Kurf. H-ss. Reservaten Commission. Arsten ins. 
Kraft Auftrags Kurfürstlicher Regierung, 
z. Alle diejenigen, welche an den geringen Nachlaß 
des vor kurzem dahier verstorbenen pensionier ge- 
weseueu Oberförsters Barthel Hrllebrand, Forde-
	        

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