Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1819)

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n. Ein Türkischer Kaufmann, Ategrv Ventura, 
aus Eonstantinopel, hat ein auserlesenes Waaren 
lager von ächt türkischen Sachen mitgebracht, wor 
unter mehrere r/t.r noch nie gesehene Artikel befind 
lich, als: Aechte türkische seidene und wollene Me- 
. rino's in diversen Farben, zu Damenkleidern und 
zu Westen zu gebrauchen; moderne türkische Deiden- 
zcuge, nach neuester Mode gestreift und in lebhafte 
sten Farben, zu Damenkleidern ; gestreifte Serail- 
Badc-Gewänder mit Gold, Seide und Zwirn durch 
wirkt; ächte türkische und persische Shawls von sel 
tener Schönheit, in verschiedenen Farben und Prei 
sen ; türkische Tücher mit ächten Malereien; Strick- 
und Labacksbeutel, von türkischen Shawls verar-' 
beitet; rothe, schwarze und weiße persische Mühen; 
türkische Pantoffeln von verschiedener Größe; Pfei 
fenrohre von ächtem Weichselholz in verschiedenen 
Größen, worunter mehrere von 5 bis 4 Ellen lang, 
mit zierlichen Mundstücken; ächte vergoldete Pfei 
fenköpfe mit Peschlägen, in diversen Qualitäten, 
worunter sogenannte Sulkansköpfe; türkischer 
Rauchtaback erster Qualität, geschnitten und in 
Blättern; türkischer Feuerschwamm; zwei Sorten 
Aloe-Holz, welches unterm Taback geraucht, oder 
aufKohlen gelegt, die angenehmsten Düfte verbrei 
tet; genanntes Holz, bei Wäsche gelegt, erhält 
selbige im steten lieblichen Geruch; Rosenöl in drei 
Gattungen; wohlriechende Pastilles de Serail, zu 
Medaillons und Ohrgehängen zu gebrochen; 
Balsam aus Mecca, erster Sorte; zwei dorten 
wohlriechender türkischer Seife; die feinst: Gattung 
ächter türkischer Rosen- und Moschus-Perlen; 
türkische Caffee- Schaalen mit vergoldeten.Unter 
sätzen, und mehrere orientalische Artikel:- Auch 
wäscht er türkische Shawls, reiniget sie von Flek- 
ken, und macht Risse und Löcher in denselben wie 
der zu. Ein hoher Adel und ein verehrungswürdi- 
geö Publicum werden ganz exgebenst eingeladen, 
ihn m seiner Wohnung , im Gasthof zum Kurfür 
sten, Stube Nr. 2., zu beehren, wo er des Vor 
mittags von 8 bis 1 Uhr, und des Nachmittags 
von 2 bis 8 Uhr, stets gegenwärtig fein wird. 
Sein Aufenthalt ist in Cassel nur acht Tage. 
12. Vis zu einer wirklichen Anstellung bitte ich, 
mich sowohl schriftlich als mündlich mit dem Titel 
„Forstmeister" zu verschonen. 
Dilltch, am 29-. Januar 1819. 
G. von Dallw igk, Ritter des eisernen Kreuzes. 
»3. Eo wird ein mit einem Gartenhäuschen versehe 
ner kleiner Garten vor dem Cöllnischen oder 
WilhelmShöher Thor, womöglich an derAüee bele 
gen, für dieses Jahr zu miethen gesucht. Das Nähere 
erfährt man in der Hof- u.Waisenh. Buchdruckerei. 
,4. Beauftragt, nachstehende zu Maden, AmtsGu- 
beusberg, fällige, frei nach Cassel zu liefernde 
Geld- und Ratural-Ainfen, als: r) zwölf Viertel 
Partim Gudenöberger Maas, 2) drei Ganse, z) 
drei Hahnen, 4) 1 Rthlr. 10 Alb. 8 Hlr» Grund 
zinse, und 5) rs Rthlr. 8 Alb. Lehn-, Schreib- und 
Siegel-Geld auf den doppelten Fall, meistbietend 
zu verkaufen, lade ich Kauflrebhaber ein, Mon 
tags den 22. Februar d. I. in meiner Wohnung 
Nr. 28. Frankfurter Straße, von Morgens 10 
bis 12 Uhr, sich bei mir einzufinden, zubieten 
und bei annehmlichem Gebot den Zuschlags» erwar 
ten. Die Urkunden und Verkaufs-Bedingungen 
können vorher bei mir eingesehen werden. 
Cassel, am 25. Januar 1819. 
Kemps, Regierungs-Prokurator. 
15. Da sich aus -den erst im verflossenen Quartal 
vollständig anher abgelieferten Acten des Concurs- 
Proceffes über das Vermögen des hiesigen Israeli 
ten Seelig Meyerhof ergeben hat, daß, auf die 
vom König!. Preuß. Land- und Stadtgericht zu 
Marburg unterm 20. Januar 1817 erlassene und 
gesetzmäßig bekannt gemachte Edictal-Vorladung, 
zur Angabe und Verificiruug der Forderungen und 
Ansprüche an der Meyerhofschen Concursmasse, in 
termino den 12. Mai besagten Jahrs, kein Pra- 
clusiv-Erkenntniß erfolgt ist; so hat nunmehro das 
unterzeichnete Justiz-Amt die angedrohete Aus 
schließung aller derjenigen Gläubiger von der vor 
handenen Masse erkannt, die sich in jenem Termin 
nicht gemeldet haben, und bringt solches hiermit zur 
Kenntniß des Publicums. 
Volkmarsen, am 7. Januar 1819, 
Kurhess. Justiz-Amt daselbst. Vockwitz. 
Auf den Antrag Kurfürstlicher Ober-Polizei-Direk 
tion allhier, haben Seine Königliche Hoheit der 
Kurfürst allergnädigst zu verordnen geruhet: daß 
die Kosten der zum Besten hiesiger Residenzstadt 
angeschafften Prahmspritze s 1249 Rthlr., nach 
dem Fuß des Assecurations-Capitals von den Haus- 
befitz'rn der Residenzstadt Cassel und deren Bezirks, 
mit den vorjährigen Brandsteuern, erhoben werden 
sollen. 
Da nun Se. Königliche Hoheit auf Unseren An 
trag, wegen mehrerer bls jetzt noch nicht assecurik- 
ten herrschaftlichen Gebäude hierzu einen Beitrag 
von 208 "Rthlr. allerhuldreichst verwilligt haben, 
und durch die weitere Erhebung eines einfachen 
Beitrags, nämlich von 10 Rthlr. Assecurakions- 
Capital 1 Hlr. auf das in 4,533/930 Rthlr. beste 
hende Capital, der übrige Betrag nebst den Erhe- 
bungökosien gedeckt werden kann; so werden die In 
teressenten der hiesigen Brand-Versicherungs-2ln- 
stalt m dem Bezirk der Residenzstadt Cassel, de 
nen Vorstädten und der Colonie Philippinenhof 
hierdurch aufgefordert, diesen weitern einfachen 
Beitrag für die Kosten der Prahmspritze mit dem 
zum Behuf der Entschädigungsgelder re. ausge 
schriebenen einfachen Beitrag, sofort bei Vermei 
dung der Exekution , an die hiesige Stadt-Receptur
	        

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