Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1817, [2])

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Carl Christoph Arend von hier erhalt 
die Adjunction mit der Hoffnung zur Nachfolge 
auf die hiesige Wegebau - Cassirer- Stelle. 
Der gehende Förster Rudolph zur Alt- 
mündner Glashütte, ist in dieser Eigenschaft 
nach Vaake allergnadiqst versetzt. 
Dem Hof-Mechanicus Breithaupt allhier 
ist zugleich auch die Stelle eines McchanicnS in 
hiesiger Münze allergnadigst übertragen. 
Gemeinnützige Sachen. 
Benutzung des Seegrases zu Betten, 
Polstern ». Dee gl. 
In Dännemark hat man seit mehreren Jahren an, 
gefangen, das in großer Menge an den dortigen Kü, 
sten ausgeworfene Seegras ( Tanz, Zostera marina), 
feinblatterizem Schilfe ähnlich, dvrch Reinigen und 
Trocknen zu einer, die Stelle der Pfervehaare vertre, 
tenden, Handelbwaare zu bereiten. Ja Koppenhagen 
kostet der Centner wohlgereinigten Seegrases ungefähr 
H R hlr., auch wird von diesem zum Ausstopfen f 
weniger erfordert, als von Pferdehaares. Las See» 
gras gewährt nun dort ein Lager, weicher als Heu, 
gesunder als Federn, dauernder als Stroh, wohlfei, 
ter als sie alle. Sobald dasselbe erst ein allgemein de» 
kannter Handels-Gegenstand gewvrvea seyn wird, 
dürsten die Preise der Pferdehaare sehr herabsiuken. 
Rassisches Sukari. 
Man knetet durcheinander 3 Pfund Mehl, 
Zo Ete», i Pfand Butter, 2 Loth Pfeffer, 5 Loth 
Salz. Dann wird es ganz dünne auseinander 
gerieben und in kleine Stückchen geschnitten. Damit 
diese aber nicht wieder zusammenkleben, so werden sie 
in ein mir Mehl bestreutes leinenes Tuch gewickelt. 
Ferner breitet man den Teig auf Bre.'ttr aus, die 
alsdann in einen mäßig heißen Ofen geschoben und 
hinlänglich abgetrocknet werden. Das Ganze beträgt 
etwa in allem 5 Pfund Teig; und 4 Loth davon tu 
Wasser gekocht, reichen zur Mahlzeit eines Mannes 
zu. Von S Pfund können demnach 40 Menschen einen 
Tag leben. Dieses Nahrungsmittel ist ausserdem ge 
sund, hält vor, ist bequem zu transporliren, und er, 
hält sich auch viele Jahre unverdorben. 
Edictal - Vorladungen. 
i. Johannes Bvfch von Hümme ist im Jahr 1811 als 
westphaltscher Soldat nach Rußland gegangen und 
nicht wieder zurückgekommen. Da non von seinem 
Leben oder Tode keine glaubwürdige Nachrichten 
seither haben eingezogen werden können, and dessen 
) 
Geschwister um Berabfolgvng des zurückgelassenen 
sub cura stehenden Vermögens gebeten Hader.; so 
wird hiermit an gedachten Johannes Busch, oder, 
falls derselbe nicht mehr leben sollte, an dessen recht 
mäßige Leibeserben die Edictal-Citation erlassen, 
Donnerstag den 25; September vor Amt allhier zum 
Empfang des Vermögens sich zu legitimiern oder zu 
grwärtigen, daß nach Vorschrift der Verordnung 
vom 5. Jul. i8l6 auf den Antrag der Buschschrn 
Geschwister verfügt werde. 
Trendelburg, den 29. Mai 18 17* 
X, H. Amt daselbst. Co Um an n, Oberschultheiß« 
». Der Metropolitan Caspar Ludolph in Lichtenau hat 
im Jahr 1736 eine letztwillize Verfügung errtchttt, 
nach welcher er unter s^dertt dsv'Mitgliedern seiner 
und resp. seiner Ehegattin, geb. Prollius, Familie, 
den Zinsen - Geckuss «ines in 2100 Rthlr. bestehenden 
hypolhecarrsch'angelegten EahirÄs legirt hat ' Die 
Oder» Lufsicht^übttrHefkö Legat, die Abhku?g/»er 
AdministrationK^e^kLdWftgPdM.e Cinftfu.4l der 
Familien - Mitgli^^n^ek^Geklnß dLI^Lrgaten, 
Antheils, ist dermal uiilietcn Behörde 
höhern Orts übertragen worden. Es kommt nun 
dermalen besonders daravf an, zu wissen: 1) welche 
Verwandten des zweiten Grades des Metropolitan 
Ludolph und dessen Ehegattin, geb. ProllivS, (Ge- 
schwisterrKinder) ihre Antheile des Legats noch nicht 
erhalten haben möchten? Alsdann aber 2) wer die 
Verwandten des folgenden dritten Grades (Ge 
schwister» Kindes, Kinder) der oebachten Metrvpo, 
litan Ludolobschen Ehegatten sind? Zu diesem Ende 
werden all« Anwandten der Mrtropeliran Lsdolph» 
schen Ehegatten deS zweiten Grades der Seitenlinie 
(GeschwisterrKtnder), welche etwa den gebührenden 
Antheil d's Legats noch nicht empfangen haben möch, 
ten, hierdurch öffentlich vorgeladen, mittelst be, 
glaubigter, den Tag und das Jahr ihrer Geburt 
angebenden Stammbäume, ihre Verwandtschaft mit 
den Ludolphschen Ehegatten in gedachtem Grade, 
binnen 4 Monaten 2 äato, bei unterzeichneter Be, 
Hörde nachzuweisen, und dadurch zum Genuß ihres 
Legaten »Antheils sich zu legitimiren, widrigenfalls 
sie mit ihren etwaigen Ansprüchen präclvdirt werden 
und commi'fionefetriq angenommeu werden soll, daß 
sie derentwegen völlig befriedigt worden find. Des 
gleichen werden die Verwandten des dritten Grades 
der Seitenlinie der Metropolitan Ludolphschen Ehe, 
leure (Geschwister,Kindel-Kinder) hiermit öffentlich 
aufgefordeet, gleichfalls binnen 4 Monaten 2 dato, 
mittelst vorzulegender beglaubigter Stammbäume, 
welche ebenfalls das GebortseJabr und Tag genau 
bestimmen müssen, ihre Verwandtschaft in gedach 
tem Grade bet unterzeichneter Behörde zu begründen 
and dadurch ihre Defagniß zum Genuß des Legats 
nachzuweisen, unter dem Rechtsnachtheile, daß auf 
diejenigen, welche diese Auflage nicht gehörig be 
folgen, bei Entwerfung der Classification der Verc
	        

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