Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1816, [2])

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Polizei- md WWW - 
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Mir Kurfürstlich 
allergnädigsten 
Hessischem 
Privilegio. 
Mittwoch, den 2 ^« Oclvver igrS. 
Gemeinnützige Sachen. 
Maasregeln wegen des der Gesundheit 
schädlichen Mutterkorns, der Toll, 
gerste rc. 
Das Aueschreiben Kurfürstlicher Regierung vom 
2i. September d. I. enthalt deshalb folgende Vor, 
- fchriften: 
1) Sollen alle Unterthanen, nach der Erndte, das 
Korn und die Gerste von dem Mutterkorn und der 
Tvllgerste, auch andere Früchte, in denen ein gleich, 
artiger Auswuchs vorhanden ist, durch das Sieben, 
oder auf andere Art, wohl reinigen. 
2) Wird den Justii, Beamten aufgegeben, die 
Müller darauf, daß sie keine Früchte, welche solcher« 
gestalt nicht -esavbert sind - einkaufen, viel weniger 
für sich oder Andere mahlen oder verkaufen sollen, 
eidlich, und mit der Warnung, zu verpflichten, daß 
sie im Uebertretange - Falle nachdrückliche Bestrafung 
zu erwarten haben. F-rner wird 
z) sämtlichen Unterthanen befohlen, das Korn ond 
die Gerste nicht sogleich nach dem Dreschen in die Mühle 
zu bringen, sondern die eine und andere Frucht erst 
vorher völlig trocken werden zu lassen, auch 
4) das gierige Essen des warmen oder ganz fri, 
fchen Brodes zu unterlassen; und letztlich wird 
5) den Unterthanen bei Strafe verboten, das aus, 
. gesiebte Mutterkorn, und die Tvllgerste. unter das 
Viehfutter zu mischen, - hingegen befohlen, solche 
sogleich zu verbrennen, oder za vergraben. 
Damit nun diese Vorschriften genau befolgt wer, 
den mögen, so haben die Justiz-Beamten die Lf, 
fenrliche K»ndmach»ng derselben sofort zu besor» 
gen, hinnächst aber durch die Amts-Umer-Bedien, 
ten und andere Visitatoren fleißige Aufsicht in den 
Mühlen halten zu lassen, und jeden Utdertretunge, 
Fall zur Bestrafung anzuzeigen *). 
Ueber das Einstreuen des Salzes unter 
das in nassen Jahren zum Winter, 
Futter aufzubewahrende Heu. 
( Vergl. Nr. 59. dieser Zeitung v. d. I.) 
Gras, an welches sich Erdschlamm bei Urberströ, 
mungen angesetzt har, taugt nicht zum Emsalzen, 
(die Erdtheile würden durch dre Gährong noch schäd, 
licher und fest werden) sondern dasjenige, welches 
*) Hierbei hal» man eS für nützlich, die Packer und Haus 
frauen noch auf die im 6/iha Stück dieser Zeitung abge 
druckte Anweisung aufmerksam zu wachsn, wonach O auf 
die gute Gührung, das Aufgeben uid beiscre 
Gabrwerdeu des Brodes vorjügliche Rücksicht tu 
nehmen ist. 
Man bediene sich deshalb des schärfsten Sauerteiges, 
saure etwas wärmer, und sorge dafür, daß die jedesmalige 
Zmbat von Medl zum neuen Sauerteige, wo nicht von 
überjahrigem, doch völlig wohl getrocknetem recht reifen 
Korne sei, und der S merteig den scharfen reinen Geruch 
habe, der ihm eigenilich zukommt 
Man vermehre ferner die sonst gewöhnliche Zuthat von 
Salz, welches gleich?ol!s wohl getrocknet sein muß. 
Es kann «uw, nenn es nötbig ist, und der Leig nicht 
recht aufgehen will, einiger Zusatz von Geschk oder Bierhe 
fen, auch bei dem Kneten von etwas Pottasche in Wasser 
aufgelöst, und allenfalls von ohngetähr einem Echvppe» 
Branntwein auf ein halbes Viertel Mehl, mir Stutzen an 
gewandt werden. 
Ferner ist das Brod nickt tu groß LU formen, damit es 
besser ausgebacken werden könne. 
Bei 
I
	        

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