Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

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) 
rigeli Bestimmungen unsicher und schwierig. Um 
daher die bisherigen Mangel zu heben, die Will- 
kühr bei der richterlichen Beurtheilung zu entfer 
nen, und vorzüglich ein richtiges Verhältniß zwi 
schen den betheiligten Personen zu begründen, 
haben Wir Uns gnädigst bewogen gefunden, Fol 
gendes zu verordnen : 
§. r. 
Die Kriegslasten sollen von dem Verpachter und 
dem Pachter zu gleichen Theilen getragen werden. 
§. 2. 
Es gehören hierhin: 
a) Geleistete Lieferungen an Früchten, Fourage, 
Schlachtvieh, Branntwein, Satz und andern 
Lebensbedürfnissen, 
b) Verköstigung und Verpflegung der einquartier 
ten oder durchmarschirenden Truppen, und 
c) verrichtete Kriegsfuhren. 
§- 3 - 
Ausgenommen von der im §. i enthaltenen Be 
stimmung sind die an den eigenthümlichen Sachen 
des Verpachters oder des Pachters statt gehabten 
Kricgöschäden, in Ansehung derender Grundsatz 
entscheidet, daß der Eigenthümer den durch unver- 
sehenen Fall erlittenen Verlust trägt. 
§. 4 . . 
Jeder Schaden, welcher an dem vom Verpach- 
ter dem Pachter überlassenen eisernen Inventar 
entsteht, trifft allein den Letztern. 
§. 5 ' 
Für eine Fuhr von einem Etappen-Orte zu dem 
andern werden für jede Meile und jedes Pferd 
acht gute Groschen, und für die Entfernung von 
dem-Wohnorte des Anspänners bis zu dem ersten 
Etappen,Hauptorte, von welchem ans die Fuhr 
geleistet wurde, die Hälfte von dem erwähnten 
Ansatz, auch außerdem für den Weg noch beson 
ders acht gute Groschen vergütet, für den Rück 
weg aber kann nichts in Anschlag kommen. Wenn 
Ochsen gebraucht worden sind, so werden sechs 
Stück vier Pferden gleich gerechnet. 
'§. 6. 
Der Soldat, der eine Nacht gelegen hat, soll 
für Verköstigung mit sechs guten Groschen, für 
eine einzelne Mahlzeit aber, wenn er nicht über 
Nacht geblieben ist, mit drei guten Groschen, der 
Offlcicr hingegen im ersten Fall mit einem Rthlr., 
und im zweiten Fall mit zwölf guten Groschen, 
angerechnet werden. 
§» 7. 
Wo übrigens in den Pachtcvntracten über die 
befragten Gegenstände die nöthigen Bestimmun 
gen Vorhänden sind, da soll es dabei verbleiben; 
wo aber solche ermangeln, sind die hier festgesetz 
ten Normen auch auf die bereits errichteten Pacht 
verträge in Anwendung zu bringen. 
Unsere Eollcgien und sonstige Behörden, die es 
Zugeht, haben nach diesen Vorschriften überall zu 
verfahren, und Unserer hiesigen Regierung befeh 
len Wir, die Publication der gegenwärtigen Ver 
ordnung fordersamst bewirken Zu lassen. 
Urkundlich Unserer höchsteigenhändigen Un 
terschrift und beigedruckrcn Kurfürstlichen Gehei 
men Siegels. Gegeben zu Geismar den 27. Iulii 
Wilhelm, Kurf u v st. 
(L.S.) 
Vt. Schmerfeld. 
Regier» ngs- Aus sch reiben. 
Da hier und da Zweifel entstanden seyn sollen, 
ob die Kurhesstschen Landstände fernerhin fortbe 
stehen dürften; so wird, auf ausdrücklichen Be 
fehl Sr. Kurfürstl. Durchlaucht, hiermit nicht 
nur die ausdrücklichste höchste Zusicherung über 
deren Fortdauer ertheilt, sondern zugleich auch 
noch die Erklärung hinzugefügt, daß sie mit näch 
stem zu einem Landtage werden zusammen berufen 
werden. Cassel, den 29. August 1314. 
Kurfürstl. Hessische Regierung. 
Vorladung der Gläubiger. 
1. Alle diejenigen, welche an dem, dem Schlossermei 
ster Conrad Sorz zu Spangenbcrg, össentlich ver, 
kauften Hause Nr. 140 nebst ß Ack. 6 Rr. Erbgar 
ten im obern Hain uno r A ck . ' Rt. Erbland unterm 
Liebenbache und Caspar Kretfch gelegen, Real, An 
sprüchehaben, werden hiermit aufgefordert, ftlbize 
in dem auf den 26 October vor Kurfürstlichem Amt 
dahier angesetzten Liquidations-Termin bei Vermei, 
düng der Praclusion zu begründen. Spangenberg, 
den 2t. August 1814. K. H. Amt daselbst. __ 
in ficlem Lomctsch, Amts-Assessor.
	        

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