Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

, 
« 
L 
e* 
I 
$ 
—- 
2 6 
s 
— 
30 
§ 
16 
; 
» 
£ 
I 
— 
! 
X 
— 
e 
X 
— 
s 
— 
L 
I 
— 
f 
1 
— 
Ì 
X 
— 
e 
1 
s 
r 
— 
Ü 
Bekanntmachung, 
èer von Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Hessen gnädigst bewilligten 
Ausspielung des von Oeynhauftnschen Hauses und Gartens in der Wilhelmshö 
her Allee, vor Cassel, auf die letzte Classe der Casselschen 56ten Classen Lotterie, 
Beschreibung: 
^)ies Gartenwesen hat unstreitig die glücklichste Lage in der ganzen Allee. Kaum 9 
Minuten vom Thore, auf einer Anhöhe, von woaus man sowohl in das Thor als auch auf 
der andern Seite das prächtige Schloß Wilhelmshöhe sehen kann. Wenn die Wasser sprin 
gen, so siehet man dies einzige Schauspiel aus dem Fenster, so wie der Morgen und der Abend, 
Scenen von unbeschreiblicher Anüiurh darbieten. 
Das Haus ist vor wenig Jahren von dem Herrn Oberbaudirector Iussow ganz von Stei 
nen, in dem allerneuesten Geschmack mit einem italiänischen Dache und andern kostbaren Ver 
zierungen erbauet, und bestehet aus ein : cienii Souterrain und zwey Geschossen. Indem 
ersten befindet sich eine große Küche mir eine; : Sparhcerd, von ganz neuer Erfindung, wobey 
ein Trockenofen, um das im Garten übrrflüssg wachsende Obst, trocknen zu können; dann L 
Keller, wovon der hinterste gewölbt ist; fcrttdr eine Domestikenftube, Waschhaus, HvlzstalL 
und Kohlenplatz., alles, durch Wände abgesondert; aus der Küche führt eine Treppe, außer 
der Haupttreppe, welche von außen zur Hausthür, auf die Hausflur des ersten Geschosses 
führt; in diesem Geschoß befinden sich: ein Wohnzimmer, ein Cabinet mit eincmsehr schönge 
arbeiteten Buffet, imgleichen eine Flügelthür mit Glas, welche aufeine geräumige Altane führt ; 
sodann ein Saal mit getäfeltem Fußboden und sehr großen Ofen; eine große Kammer mit ei 
nem daran stoßenden Cabinet _ der Saal geht durch die ganze Breite des Hauses, so daß matt 
zugleich den Anblick des Menschen. Gewühls nach Wilhelmsh'öhe an festlichen Tagen, alS 
auch die schöne stille Natur in dem daran stossenden Garten, nach Gefallen genießen kann; 
Die Treppe nach dem 2ten Geschoß führt über einen Vorsaal durch ein Camin-Zimmer und 
Z Zimmer mit Ofen; ausserdem sind noch 2 Dachkammern. Der Boden geht über das ganze 
Haus. Auf dem Dache, welches mit Ballustraden umgeben ist, hat man eine Aussicht, die 
schwerlich zu übertreffen seyn dürste. 
Das Nebengebäude hat einen Stall für 4 Pferhe, darneben eine Remise für 2Wagenz 
über diesem ein Geschoß mit einer Wohnstube, Schlafkammer, Cabinet, Bedienten-Stube 
Und Kammer, darüber ein geräumiger Boden. An diesem Nebengebäude befindet sich ander 
Gartenseite ein Hühner Hof mit weiß angestnchenkm Staket, Häuschen für Hühner, Entett 
und Gänse, ein in Stein gehauenes Gefäß Zum Fressen und Saufen r(. endlich hinten im 
Garten, durch Tannen verborgen, zwey Comodi täte st, und Schweinestall rc. 
Der Garten ist 21/2 Acker groß, in der besten Cultur und geschmackvoll angelegt. Matt 
tritt von der Hausflur gerade in denselben in eine Kirschenallee, der besten und mannichfaltig- 
sten Sorten; zur linken eine schön bepflanzte Terrasse mit Statue, nahe an der Chaussee, itt 
Verbindung mit einem Bousquet, welches in einiger Entfernung neben der Kirschenallee her 
läuft, und tyil tragbaren Obstbäumen abwechselt; dann ein 75 Fuß tiefer Brunnen, des bestett 
Wassers; eine Rosenhecke, welche zu einem der Hoffnung gewidmeten Altar leitet, über
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.