Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

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Dritten, König des vereinigten Reichs Grosbrittan- 
nien uadJrrland, Beschützers des Glaubens, Her 
zogs zu Braunschweig und Lüneburg, des heiligen 
Römischen Reiche Erzschatzmeisters und Churfür- 
fien re. Unsers Allergnadigsten Königs, Cburfük- 
sten und Herrn, — Wir Sr. Königlichen Majestät 
und Chuefürstlrchen'Durchlaucht zu Allerhöchst Dero 
hiesigen Iustizcanzley verordnete Director und Räthe 
fügen hiermit zu wissen: Nachdem der GrafAugnst 
Wilhelm Carl von Hardenberg auf Hardenberg an, 
gezeigt, daß er sowohl durch die allgemeinen Drang 
sale der letzteren Jahren als auch durch einige be, 
sonders erlittene Unglücksfälle in die Lage versetzt 
worden, die gegen seine Ereditoren übernommenen 
Verbindlichkeiten, für den Augenblick wenigstens, 
nicht vollständig erfüllen zu können, und daß, wenn 
er auch demnächst seine sämmtlichen Gläubiger zu 
überzeugen hoffe, wie sein Vermögen für ihre For 
derungen hinlängliche Sicherheit gewahre, dennoch 
mehrere Kündigungen größerer Capitale, verblmdcn 
mit der Schwierigkeit, in jetziger Zeit größere Sum 
men baarcn Geldes herbeizuschaffen, es ihm unmög 
lich gemacht hätten, die auf Rückzahlung ihrer Ca 
pitalien dringenden Credilvren sofort zu befriedigen, 
er daher sich genöthigt gesehen, unter Mitwirkung 
des Gerichts, den Versuch zu einer Vereinbarung 
mit seinen sämmtlichen Gläubigern zu machen, wel 
che lediglich den Zweck einer Stundung und mäßi 
gen Herabsetzung der Zinsen haben solle, zu diesem 
Ende abcr um die Erlassung von Edictalien gebeten 
und diesem Gesuche auch Statt gegeben worden; 
Als werden Kraft dieses Alle und Jede, welche an 
besagtem Grafen August Wilhelm Carl von Harden 
berg auf Hardenberg ex quocunque capite eine 
Forderung und einiges Recht zu haben vermeinen, 
peremtorie vorgeladen, in dem auf den Dienstag 
nach dem 6ten Trinitatis, den 19. Julius d. I. all 
profitendum 6 t liquillanllnm Kraft dieses anbe 
raumten Termin sich einzufinden, ihre vermeintli 
chen Rechte und Ansprüche anzumelden, auch die 
Darüber in Händen habenden Documente originali- 
ter zu produciré«, damit sie, nachdem ihnen eine 
genaue und über die «Licherheit ihrer Forderung sie 
völlig beruhigende Uebersicht des Vermögensbestan- 
des des Debitors vorgelegt seyn wird, über die ih 
nen zu cröffaenden, aus Stundung und eine geringe 
Herabsetzung der Zinsen abzweckende Vergleichsvor, 
schlage sich erklären, unter dem praejudicio, daß 
diejenigen, welche dieser Ladung nicht geleben und 
sich überall nicht melden werden, mit ihren etwai 
gen Ansprüchen präcludirt und zum Stillschweigen 
verwiesen, diejenigen aber, welche sich auf die ih 
nen zu machenden Vorschläge nicht erklären würden, 
so angesehen werden sotten, als ob sie demjenigen, 
was die Mehrheit der sich erklärenden Ereditoren be 
schließt, beigerreten. Auch haben sich Oellitores in 
termino liquidationis zugleich über die Wahl eines 
gemeinschaftlichen Mandatars zu vereinigen, und 
deshalb die erforderlichen Vorschläge zu thun, wo 
neben selbigen zugleich unverhalten bleibt, daß de 
cretimi de non alienando an den Grafen August 
Wilhelm Carl von Hardenberg unter heutigem dato 
erlassen sey. Urkundlich des hierunter gelegten König 
lich Churfürstlichen Canzlcysicgels und gewöhnlicher 
Unterschrift. Gegeben Hannover am i6. April i 8 i 4 « 
(L. S.) R ü m a n n. G. Schröder. 
6. Der vorhin in Holländischen nachher in Waldecki- 
schcn Diensten bei der Landmiliz als Major gestan 
dene Herr Johann Henrich von Rhena ist vor Kur 
zem mit Tode abgegangen. Seinen nachgelassenen 
Erben ist nun daran gelegen, zu wissen, ob derselbe 
Schulden hinterlassen hat, und worin solche beste 
hen. Es werde« dahero sämmtliche Gläubiger des 
verstorbenen Herrn Major von Rhena hierdurch öf 
fentlich vorgeladen, ihre an demselben habende An 
sprüche, sie mögen berühren, wo sie wollen, in 
termino ven 26. Iulii a. c. Vormittags um 9 Uhr 
in meiner des Rath und Stadtcommissarii Behau 
sung so bestimmter anzugeben und gehörig zu begrün 
den, als widrigene sie damit abgewiesen, und ihnen 
ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird. 
Corbach, am 7 . Mai 1814. 
Aus Auftrag Hochfürstlicher Regierung. 
Schumacher. 
7. Auf Instanz des Einwohner Moritz Schwalm zu 
Wahlehaussen, ist das dahier befindliche Wohn 
haus und Garten, so der verstorbene Israelit 
Abraham David Heilbrunn hinterlassen hat, öffent 
lich verkauft worden, und der Käufer hat das Kauf 
geld hinterlegt. Svlchemnach werden alle diejeni 
ge, so ausser dem obgenannrcn Vormund Schwalm 
an dem Nachlaß des allhier verstorbenen Abraham 
David Heilbrunn gerechte Forderungen zu haben 
glauben, hierdurch edictaliter'cltlri, Donnerstag 
den 23 sten k. M. Iunii Vormittags 9 Uhr dahier 
auf der Amtsstube persönlich oder durch hinlänglich 
Bevollmächtigte, zu erscheinen, ihre Ansprüche ge 
gen den über die -Hcilbrunnschen Kinder bestellten 
Vormund Sußmann Wallach Nußbaum, geltend zu 
machen, und darauf rechtliche Verfügung zu gewär 
tigen; die alsdann zurückbleibenden Gläubiger hin 
gegen werden mit ihren Forderungen von der Ver-, 
theilungs-Masse ausgeschlossen. 
Oberaula, am y. Mai 18*4. 
KurfürstlichesIustizamt allhier. F. W. Buch.. 
Verkauf von G r u n d st ü ck e n.. 
I.- Niedernaula. Es soll das denen verstorbenen 
Heinrich Dippellischen Eheleuten zu Wrllingshagen 
zuständig gewesene, allda zwischen Heinrich Kutsch, 
dach und Nikolaus Scheitementel gelegene Wohn 
haus mit Zubehörungen, ein Garten,, das Steins-
	        

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