Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

C Zoi ) 
fügen hiermit zu wissen'; Nachdem der Graf August 
Wilhelm Carl von Hardenberg auf Hardenberg an, 
gezeigt, daß er sowohl durch die allgemeinen Drang 
sale der letzteren Jahre, als auch durch einige be, 
sonders erlittene Unglücksfälle in die Lage versetzt 
worden, die gegen seine Creditoren übernommenen 
Verbindlichkeiten, für den Augenblick wenigstens, 
nicht vollständig erfüllen zu können, und daß, wenn 
er auch demnächst feine sämmtlichen Gläubiger zu 
überzeugen hoffe, wie sein Vermögen für ihre Zor- 
, verungen hinlängliche Sicherheit gewähre, dennoch 
mehrere Kündigungen größerer Capitale, verbunden 
mit der Schwierigkeit, in jetziger Zeit größere Sum, 
men baaren Geldes herbeizuschaffen, es ihm unmög- 
lich gemacht hatten, die auf Rückzahlung ihrer Ca 
pitalien dringenden Creditoren sofort zu befriedigen, 
er daher sich genöthigt gesehen, unter Mitwirkung 
des Gerichts, den Versuch rü einer Vereinbarung 
mit seinen sämmtlichen Gläubigern zu machen, wel, 
che lediglich den Zweck einer Stundung und mäßi 
gen Herabsetzung der Zinsen haben solle, zu diesem 
Ende aber um die Erlassung von Eorctalien gebeten 
und diesem Gesuche auch Statt gegeben worden; 
Als werden Kraft dieses Alle und Jede, welche an 
besagtem Grafen August Wilhelm Carl von Harden 
berg auf Hardenberg ex quocunque capite eine 
Forderung und einiges Recht zu haben vermeinen, 
peremtorie vorgeladen, in dem auf den Dienstag 
nach dem 6ten Trinitatis, den *9. Julius d. I. ad 
profitendum* et liquidandum Kraft dieses anbe 
raumten Termin sich etuzufinoen, ihre vermeintli 
chen Rechte und Ansprüche anzumelden, auch die 
darüber in Händen habenden Documente originali 
ter zu provociren, damit sie, nachdem ihnen eine 
genaue und über die Sicherheit ihrer Forderung sie 
völlig beruhigende Uebersicht des Vermögensbestan- 
deS des Debitors vorgelegt seyn wird, über die ih 
nen zu eröffnenden, aufStundung und eine geringe 
Herabsetzung der Zinsen abzweckende Vergleichövor- 
fchläge sich erklären, unter dem praejudicio, daß 
diejenigen, welche dieser Ladung nicht geleben und 
sich überall nicht melden werden, mit ihren etwai 
gen Ansprüchen präeludirt und zum Stillschweigen 
verwiesen, diejenigen aber, welche sich auf die ih 
nen zu machenden Vorschläge nicht erklären würden, 
so angesehen werden sollen, als ob sie demjenigen, 
was die Mehrheit der sich erklärenden Creditoren he, 
schließt, beigetreten* Auch haben sich Creditores in 
termino liquidationis zugleich über die Wahl eines 
gemeinschaftlichen Mandatars zu vereinigen, und 
deshalb die erforderlichen Vorschläge zu thun, wo- 
neben selbigen zugleich unverhalten bleibt, daß de 
cretum de non alienando an Den Grafen August 
Wilhelm Carl von Hardenberg unter heutigem dato 
erlassen sey. Urkundlich des hierunter gelegten König, 
lich Churfürstlichen Canzleysiegelö und gewöhnlicher 
Unterschrift* Gegeben Hannover am -6. April i8*4» 
(L. S.) R ü m a n n. G. Schröder. 
6. Zu Elben starb im März igrZ der dasige Pfarrer 
Seidler. Seiner geringen Mobiliar-Nachlassenschaft, 
welche vom Friedensgericht unter Siegel gelegt wor 
den, haben seine Jntestat-Erben gänzlich entsagt, 
und da ihnen auf Instanz seines Amtsnachfolgers 
die Auflage worben, diesem die versiegelte Kammer 
durch anderwärtige Aufbewahrung der Mobilien zu 
räumen, so haben diese bei hoher Kurfürst!. Regie 
rung gebeten, dieses durch deren Versilberung be 
wirken zu lasse», um Arzt und Apotheker daraus zu 
befriedigen. Kurfürstliche Regierung hat mich darauf 
gnädig beauftragt, auf der Supplikanten Gesuch 
rechtlich zu verfügen. Ich mache dieses denen Gläu 
bigern des Verstorbenen, andurch zugleich aber auch 
bekannt, daß der Erlös aus dem geringen unter 
Siegel gelegt gewesenen Mobiliar-Nachlaß zur Be 
zahlung der Kosten, Arzt - und Arznei-Schuld nicht 
hinreichend seyn wird. Sollten indessen unbekannte 
Gläubiger an dieser geringen unzureichenden Mafia 
dennoch Ansprüche machen wollen, so werden diese 
hiermit aufgefordert, diese ihre vermeintliche An 
sprüche bei dem unterzeichneten Commissario binnen 
sechs Wochen bei Strafe der.Abweisung an, und 
auszuführen. Elberberg, am 26. April 1814. 
Der Commifsionsrath N ö sse l. 
7. Die bekannte und unbekannte Gläubiger des ;tr 
Aebach vorhin gewohnten Grobschmidts Friedrich 
G/uth und dessen Ehefrau, einer gebornen Henkel, 
werden andurch aufgefordert, ihre Forderungen in 
dem hierzu auf den 31. instehenden Monats Mai 
l. I. angesetzten Termin durch Vorlegung der dahin 
einschlagenden Urkunden, oder sonstigen Beweis 
mittel zu liquidiren, und darauf weitere Verfügung, 
fo wie die Zurückbleibenden sich der ganz unfehlba 
ren Präclusion von diesem Verfahren zu gewärtigem 
Nicdernaula, am 26. April 18M* 
Kurhessisches Justizamt daselbst. B u r ch a r d r. 
8. Alle bekannte und unbekannte Gläubiger des Johan 
nes Linnemanns und dessen Ehefrau Anna Martha 
gebornen Gildner zu Frielingen, besonders diejeni 
gen, welche i) an dem Erlös der Major Hohenstein- 
fchen Hypothek zu 424Rkhlr. iz Alb. 4Hlr.; 2) au 
dem Erlös der Juda Rorhfchildifchen Hypothek zu 
277 Rthlr. 28 Alb.; 3) an dem Erlös derJoh. Kuh 
nischen Gürherkaufgeldcr zu 47c» Rthlr.; 4) an dem 
Erlös der Joh. Schäferischen Gücherkaufgelder zu 
328 Rthlr. 16 Alb., Summa!482Rthl. 27 Alb. 4 Hlr. 
rechtliche Ansprüche zu machen haben, werden bei 
Strafe der Abweisung hiermit aufgefordert, ihre 
Ansprüche, besondere wenn sie in Real-Abgaben oder 
sonstigen privilegirten Forderungen bestehen sollten, 
in dem hierzu auf den Zl. instehenden Monats Mai 
l.J.auf hiesiger Amtsstube andeziclten Termin deut 
lich mit Bemerkung der Jahre, wovon sie zurück 
stehen, und auf welchem der vorgedachten Grund 
stücke sie -aste», zu fpecificiren und zu verißcirsn,
	        

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