Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

7) Alle übrigen Abgaben, welche ein siebenjäh 
riger Despotismus auflegte, und die der ehrwür 
digen Verfassung Unserer Staaten fremd sind, 
werden hierdurch gänzlich abgesihafft und aufge 
hoben. 
8) So Zerriß es sich auch erwarten laßt, daß 
die xt eschlnsse des in Wien glücklich begonnenen 
Congresses auf die innern Verhältnisse der dent- 
schen Staaten/ und insbesondere auf die landstän 
dische Verfassung von bedeutendem Einfluß seyn 
werden; so soll dennoch die durch die bisher statt 
gefundenen kriegerischen Umgebungen, und durch 
die Nothwendigkeit einer schnellen und energischen 
Regiernngsweise verzögerte Zusammenbcrufung 
der Landstände nicht länger ausgesetzt bleiben. 
Wir wollen daher, daß auf den isten Marz k. I. 
der engere Landtag zusammen treten soll, und er 
nennen hierbei) zu Unsern Commissarien, und zwar 
zum Ersten Unsern Etats-Minister v o n S ch m c r- 
feld, und znmZweiten Unsern Geheimen Regic- 
rungs-Rath H assenp flug. 
Da jedoch bey den veränderten Zciwerhältnkssen 
'die Gründe wegfallen, welche in vergangenen Jahr 
hunderten den Stand der Bauern als Leibeigene 
von jedem Antheil an landschaftlichen Verhandlun 
gen ausschlössen; so wird dieser Classe Unserer 
Unterthanen das Recht hierurit eingeräumt, zu 
dem bevorstehenden Landtag Deputirte zu wählen 
und abzusenden. Die Eintheilung nach den fünf 
Strömen, so wie die Wahl der Deputirten, wozu 
jedoch der Verfassung Kündige genommen werden 
sollen, bestimmt sich, so viel als möglich, nach den 
für die Städte vdrhandenen Vorschriften. 
9) Die zu Regulirung verschiedener admini 
strativer Gegenstände niedergesetzte Commission 
hat ihre Arbeiten zu beschleunigen , damit diesel 
ben bei dem bevorstehenden Landtag benutzt wer 
den können. 
Damit nun diese Unsere, lediglich das Wohl 
Unserer Unterthanen bezweckende, aus eigener 
Bewegung getroffene, Verfügungen alsbald in 
Vollzug gesetzt werden, so haben Unsere nachge 
setzten Behörden, eine jede, so weites sie angeht, 
sofort das Nöthige allenthalben zu verfügen. 
Urkundlich Unserer höchsteigenhändigen Unter 
schrift und beigedruckten Kurfürstlichen geheimen 
Insiegels. 
So geschehen Cassel, den 27. December 1514. 
Wilhelm, Kurfürst. (L. S.) 
Vorladung der Gläubiger. 
r. In demConcurfe des allhier verstorbenen Advocat:n 
RiedganS sind gegenwärtig die nachbenannten chn- 
rograpbarischen Gläubiger desselben an der Reihe r 
Auszahlung: 1) des Pfarrers Schreiber zu Ober^ 
fischbach Erben, nämlich : Johann Rudolph Schrei 
ber Wittwe zu Erfurt, Johann Adam Schreiber zu 
Mülheim an der Ruhr, Peter Schreiber, abwesend, 
Carl Friedrich Schreiber, abwesend, CanMist Bose 
zu Dillenburg, als Curator über die Kittdir der 
Wittwe d^ Pfarrers Bose geb. Schreiber zuHayger, 
zusammen mit 1750 Gulden; 2) der gedachte Carl 
Friedrich Schreiber, mit in Gulden; 3) die Erben 
des Regiments-Feldscheers Glogge, nämlich: die 
vorhin genannten Schrerberschen Erben, des Geh. 
Registrators Stern Ehefrau geb. Ebersdach, Chri 
stine Elisabeth verwittwete Mittag geb. Bücking zu 
Dresden, zusammen mit Z45 Gulden 43 Kr.; 4)deS 
dahier verstorbenen Mühlenbeständerts Kinzbach Kin, 
der, mit iZ Gulden 21 Kr. i Hlr. ; 5) Untervfficier 
Gleim, unter dem ehemaligen Regiment Erbprinz, 
jetzt dessen Creditoren, mit 198Gulden 17 Alb. 2Hlr. 
Zufolge Auftrags Kurfürst!. Regierung Hierselbst habe 
ich Termin zu der Auszahlung der gegenwärtig vor- 
rärhigen Gelder auf den 7. Marz i8rZ Vormittags 
loUhrangefetzt, und lade sämmtliche Gläubiger oder 
deren Erben hierdurch vor, zu dem Empfang ihrer 
Antheile sich in oder vor dem bestimmten Termin bei 
mir so gewiß zu legitimiren, als widrigenfalls die 
Vertheilung jener Gelder, mit Uebergehung der nicht 
erscheinenden Creditoren, unter diejenigen, welche 
sich gehörig melden, geschehen, auch auf gleiche Art 
damit von den jährlich zu der Masse eingehenden 
Revenuen, bis zu der vollständigen Befriedigung der 
Letzteren, fortgefahren werden wird. Marburg, am 
Z.Dcc. 1314. Pfeiffer, RegierungS-Secr. 
2. Wir Bürgermeister und Rath der freien Hanfeestadt 
Bremen fügen hiermit zu wissen: daß der Landmann 
Friedrich Wilhelm Dopten zum Neuenlande uns 
angezeigt hat, er habe die Erbschaft seines verstor 
benen Vaters, Jobst Heinrich Ludolph Dövkcn, bei 
feinen Lebzeiten Landmann zum Neuenlande , nicht 
anders als sub beneficio legis et inventarii ange 
treten, und zugleich gebeten, die Gläubiger desselben 
edictaliter zu beravladen. Da nun dieser Bitte 
deferirt; so werden die bekannten und unbekannten 
Gläubiger des Verstorbenen hiermit verabladet, am 
Donnerstage den 2. Februar i 8 i 5 / Nachmittags
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.