Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

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Gemälde der Residenzstadt Cassel, wie sie noch im 
Jahri8i3 war und wie sie gegenwärtig nicht mehr 
?st. Ein Pendant zur geheimen Geschichte von West, 
phalen." Dies einzig drollige Product, das, wie es 
scheint, von einem genau unterrichteten Unterver, 
ivalter der vormaligen Oberverwaltung herzurühren 
scheint, wird niemand ohne eS mit Vergnügen ge, 
lesen zu haben zurücklegen. 
2. Von Kulencamp's ao. 1807 herausgegebenem Bu, 
che: „Das Recht der Handwerker und Zünfte in 
Hessen," sind noch wenige Exemplare zu 1 Rthlr. zu 
haben. Kriegerische Buchhandlung in Cassel. 
W a r n u n g s - A n z e i g e. 
Der vormalige Postbote zu Homberg, Johann Hein, 
rich Aschenbrenner daher, ist, weil er einen Brief, 
worin ein Ducaten gelegen, erbrochen und den letz, 
leren sich zugeeignet hat, in eine vierwöchige Zucht, 
hausstrafe von Kurfürst!. Regierung, neben Ersatz 
des Entwendeten und aller Uurersnchungskosten, 
verurtheilt worden, und wird dies hiermit auf Be, 
fehl Kurfürst!. Regierung bekannt gemacht. Hom 
berg, am 25. November 18*4* 
Kurheff.Amt das. Kleyensteuber. 
Steckbriefe. 
i. Der im untenstehenden Signalement näher bezeich, 
nete Eisengefangene Johann George Haar von Rü 
digheim . Amts Bücherthal, welcher wegen großer 
Diebstahle zn einer 15jährigen Eisenstraft verurtheilt 
war und erst ungefähr 3 Jahre gesessen hatte, hat 
gestern bei der Arbeit Gelegenheit gefunden zu ent, 
weichen. Da nun an demWiederhabhaflwerden dieses 
gefährlichen Verbrechers viel gelegen ist; so werden 
alle obrigkeitliche Behörden ersucht, auf denselben 
genau inviailtren und ihn im Betrerungefalle wie, 
der an hiesiges Gouvernement abliefern zu lassen. 
Cassel, am 24. November »814. 
Kurfürst!. Garnisons,Kriegs, Gericht daselbst. 
W. von Urff, Lotz, 
Generalmajor und Commandant. Auditeur. 
Signalement. 
Johann George Haar aus Rüdigheim ist 29 Jahr 
alt, 4Fuß ro Zoll groß hat braunes Haar, dicke 
Stirn, braune Anqenbrauncn, braune Augen, 
lange Nase, gewöhnlichen Mund, gewöhnliches 
Kinn, schwachen Bart, kleinen Backenbart, langes 
Gesicht, gesunde Gesichtsfarbe, und keine besondere 
Kennzeichen. Bei feiner Entweichung war er mit 
einem grauen Stockhaus,Rock, und einer viertheili, 
gen Mütze von gleicher Farbe bekleidet, und trug 
am linken Bein eine angeschmiedete Kette. 
2. Da die unten signalisirten Sträflinge Gelegenheit 
gefunden haben, aus dem hiesigen Zuchthause, 
heute Abend zwischen 6 und 7 Uhr, ihrer Haft' zu 
entspringen, an deren Wiederhabbaftwerdung aber 
sehr gelegen ist; So werden alle Orts, Obrigkeiten 
hiermit ergebenst ersucht, auf die benannten Flücht, 
linge ein wachsames Auge haben, dieselben im Be, 
tretungsfalle arretiren, und an das hiesige Zucht, 
Haus abliefern zulassen. Cassel, den 26. Nov. 1814. 
Kurfürstliches Oberschultheißen Amt daselbst, 
H a u ß m a n n. 
Signalement. 
Johannes Brandau, gebürtig aus Weiler, bei Stadt- 
Lengsftld, Za bis 31 Jahr alt, ist kleiner Statur, 
blasser Gesichtsfarbe, hat blaue große Augen, eine 
spitze Nase und abgeschnittene Haare. Bei seiner 
Entweichung war derselbe bekleidet mit einem grau, 
melirten schon alten Oberrock und dergleichen Weste 
mit wollener Schnur besetzt, ein Paar langen dun, 
kelgrüncn Hosen, auf beiden Knieen geflickt, mit 
einem schwarz seidenen und rothen baumwollenen 
Halstuche, und einem Paar langen Stiefeln. Er 
trug noch eine blau gestreifte , feine baumwollene 
Weste bei sich. 
Maria Werner, gebürtig von hier, 34 Jahr alt, 
groß und schön gebaut, von munterer Gesichtsfarbe, 
hat schwarzbrckune Augen und eine etwas stumpfe 
Nase. Sie trug bei ihrer Entweichung ein grün 
Camisol, ein roth baumwollen Halstuch, einen 
grünen wollenen Rock und ein Paar weiße wollene 
Strümpfe. Sie hatte eine blaue gedrückte und eine 
weiße Schürze bei sich. 
TodeS-Anzetgen. 
1. Am 22. d. traf uns das harte unerwartete Schick, 
sal, unsern guten Gatten und Vater, den Stadt, 
Secretakrus Koch, in seinem 49sten Jahre durch 
einen Schlagfiuß uns p'ötzlich entrissen zu sehen. 
Unsern Schmerz und unsern Verlust werden gewiß 
alle mit uns fühlen, die ihn in fernem Za Jahre hin 
durch versehenen Amte oder in and rn Verhältnissen 
gekannt haben. Wir glauben daher der herzlichen 
Theilnahme Aller versichert zu ftyn, und bitten sie 
nur, zur Linderung unsers Schmerzes, uns ihre 
Freundschaft ferner zu erhalten. Cassel, den 25. Nov. 
I8t4* Caroline Koch, geb. Bartels. 
Joh. Hermann Koch. 
Joh. Elisabeth Koch. 
Charlotte Jahn, geb. Müller.
	        

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