Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1814)

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Kurfürstlichem Stadtgerichte allhier entweder in 
Person oder durch hinlänglich Bevollmächtigte zu 
erscheinen, ihre Forderungen unter Beibringung 
der Urkunden, auf welche solche sich gründen, ge 
hörig zu liquidiren, und darauf rechtliches Erkennt 
niß zu erwarten, unter dem Präjudiz, daß gegen 
die nicht erschienenen Creditoren die PrLclusion von 
diesem Verfahren nach reprvducirten Edicralien ohne 
Weiteres erkannt werden wird. Cassel, den 9. Sep, 
tember iZlg. K. H. Stadtgericht allhier. 
F. Fulda. H. E. Koch, Stadt-Secretarius. 
z. Bei der vorläufigen Untersuchung des Vermögens 
und des Schulden, Bestandes des Ackermanns Mel 
chior Sauer und dessen Ehefrau Barbara Elisabeth 
geb. Fischer zu Harle, har sich befunden, daß letz 
tere jenes erstere übersteige». Es werden daher Alle 
und Jede, welche an gedachten Sauerschen Eheleuten 
Forderungen zu haben glauben, hierdurch aufge 
fordert, in dem auf den 25. November bestimmten 
Termin früh Morgens 9 Uhr vor hiesigem Amt zu 
erscheinen, ihre Forderungen entweder selbst oder 
durch andere mir hinlänglicher auch zum Vergleich 
mit eingerichteter Vollmacht versehene Mandatarien 
anzugeben, und in so weit es noch nicht geschehen 
gehörig zu begründen, sich auch nach Einsicht des 
vorzulegenden Massen-Bestandes, auf die in Ge, 
maßheit gnädigster Verordnung vom 16. Septem 
ber 1788 zu versuchende Vergleichs - Vorschläge 
zu erklären oder zu gewärtigen', daß die Zurückblei 
benden mit ihren Forderungen nicht weiter gehört 
und kücksichtltch auf die Stimmen-Mehrheit einsei 
tig der Vergleich abgeschlossen, in dessen Entstehung 
aber dem erkannten Cvncurs der Lauf gelassen wer 
den soll. Feleberg, den 8. September 1614. 
K. H. Amt. Ungewitter. 
4. Nachdem mir von Kurfürstl. Regierung zu Cassel 
der Auftrag ertheilt worden ist, über das gefammte 
Vermögen des blödsinnigen Herrn Oberforstmei 
sters von Keudel zu Schwebda, ein vollständiges 
Inventarium zu errichten, und daher zu wissen nö 
thig ist, wie viel Passiva derselbe contrahirt habe 
und resxective auf dessen Vermögen hasten, dem 
bestellten Curator Herrn Hauptmann von Kutzleben 
aber die chirographarischen Schulden sämmtlich nicht 
bekannt sind, so werden auf Ansuchen obengenannten 
Herrn Curatore sämmtliche chirographarische Gläu, 
big« obbesagten Herrn von Keudel hierdurch edic- 
taliter vorgeladen, in termino Donnerstag den 
20. Oktober Morgens 9 Uhr entweder persönlich 
oder durch einen hinlänglich Bevollmächtigten in 
dem von Keudelischen Burgsitz zu Schwebda zu er 
scheinen, ihre Forderungen anzugeben und zu be 
gründen oder zu gewärtigen, daß die Ausbleibenden 
mit ihren Forderungen präcludirt werden. 
Eschwege, den -7. September 1814. 
E. Heuser, vig. commies. 
5. Da es sich ergeben hat, daß der Nachlaß des vor 
einigen Jahren verstorbenen Rathsverwaudten Ju 
stus Henrich Hellmuth allhier zur Tilgung dessen 
bereits bekannten Schulden nicht anreicht, und daher 
der über diese erblose Verlassenschaft bestellte Cu 
rator Regierungs-Procurator Engelhard bei unter 
zeichnetem Gerichte auf die Erkennung des Concurses 
angetragen M, so werden hierdurch alle bekannte 
sowohl als noch zur Zeit unbekannte Gläubiger des 
verstorbenen Ratheverwandten Justus Henrich Hell 
muth vorgeladen, in dem zum Versuchstier gütlichen 
Uebereinkunft wegen ihrer Befriedigung auf den 
4. November d. I. angesetzten Termin, worin ihnen 
zu dem Ende der Zustand der Masse vorgelegt wer 
den soll, entweder in Person oder durch gehörig 
Bevollmächtigte zu erscheinen, und dieses unter dem 
Präjudiz, daß die nicht erscheinenden Gläubiger 
dem Beschluß der Mehrheit der Erschienenen für 
beitretend angenommen werden sollen. 
Cassel, den 20. September 1814. 
K. H. Stadtgericht. F. Fulda. 
6. Der Kaufmann Klöffler allhier hat von dem hiesi 
gen Bürger Valentin Hahn, dessen Wohnhaus 
zwischen dem Renthof und der Unreegasse gelegen, 
für 1525 Rthlr. erkauft, und in der Verbrtefung 
hierüber sind nur Leib Levi in Odervorschütz, in- 
gleichen der Vormund über Kaufmann Levi's Kin 
der und Michel Levi allhier als Real-Gläubiger 
namhaft gemacht; der Käufer aber surftet/ daß, 
bei nicht völlig wieder hergestelltem Hypotheken, 
Wesen, noch andere Gläubiger vorhanden seyen, von 
welchen er in der Folge beunruhiget werden möchte, 
und hat deswegen um deren öffentliche Vorladung 
gebeten. Ob nun wohl eine solche Vorladung mit 
den Wirkungen der nachherigen Enthörung in dem 
gegenwärtigen Falle nicht statt finden möchte; so 
scheint es doch selbst für die unbekannte» Gläubiger 
nützlich zu seyn, mit den bekannten Gläubigers jetzo 
zusammen zu kommen, um aus dem Kauf-Preise 
nach ihren verschiedenen Privilegien ihre Befriedi 
gung zu begehren, indem dieser Preis bei einer dem 
nächst vorzunehmenden Versteigerung nicht erhöhet 
werden durfte, und dem Besitzer wegen der Verdes, 
serungen, die sein Eigenthum sind , der Vorzug 
ohnstreiiig zukommt« Es werden demnach alle Glau, 
biger des erwähnten Valentin Hahn allhier öffent, 
lich vorgeladen, um den 2. Novemver d. I. des 
Vormittags um 9 Uhr vor Amt allhier zu erscheinen 
und ihre Forderungen nebst den Eigenschaften der 
selben anzugeben und in Gewißheit zu setzen, oder 
sich den Nachtheil ihres Zurückbleibens hiernächst 
allein zuzurechnen. Gudensberg, den 15 Sept-1314. 
Kurfürstl. Justizamt hierfelbst. Kornemann. 
7. Sämmtliche bekannte und unbekannte Gläubiger 
des in Breitenbach unterm Herzberge verstorbenen 
Herrn Friedensrichters «»0 resxeccive vormaligen 
Freiherriich Dörnbergfchen Amtmannes Becker wer,
	        

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