Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1813)

man dem Thier alle Stunden ein lauwarmes Kly 
stier, welches laus einer Handvoll Chamillen oder 
Käsepappeln, f Maas süßer Milch, eben so viel 
Wasser und etwas Salz besteht, eine Viertelstunde 
gekocht, dann durchgeseicher, und, wenn es kalt 
genug ist. mit einem Theeköpfchen voll Leiröl per? 
mischt wird-, Hiermit wird fortgefahren, bis der 
Mist natürlich und der Urin ohne Schmerzen abgebt. 
Laxirt das Thier von selbst, so giebt man doch, wie 
»den gesagt, das Glaubersalz, um den Krankheits- 
stoff aufzulösen und abzuführen. Ferner nimmt man 
auf jedes kranke oder gesunde Stück Vieh eine Hand- 
roll feinen keimen oder rothen Doms, | Maas 
scharfen Essig, drei Finger voll Salz und zwei Loth 
Honig oder Zucker, mischt alles untereinander, und 
wäscht mit einem an einen Stock gebundene« Lappen 
Dem Vith äglrch ei»; bis zweimal Maul und Nase 
aus und drückt mir einem kappen behutsam die Zäh 
ne f. st. Fnffr das Thier wieder gehörig so kann 
man zu desto mehr Sicherheit für einen Anfall noch 
einmal eine Pvrrten Glaubersalz zum Laxire» geben, 
vnd es wic dem Saufen, wie oben beschrieben, | 
behandeln. Drei Tage hernach giebt man chn eudr , 
lich l dis 2 Letv einfacher Schwefclfaamen ein. j 
Man überlade den Magen des Thürs nach der s 
Krankheit nicht. Das Räuchern mit Essig oder 
Wachholderbeeren in den Ställen ist dabei nöthig, 
wie nicht weniger die Vorsicht, das kranke Vieh 
von dem gesunden zu entfernen. 
Kassel den 6. December i8iz. 
K. Collegium Me di cum aklhier. 
Bn cher - Anzeige tr.. 
2. Die Hessischen Staats- und Aorß-Kalender vom 
Jahre 1764 bis incll löoö. eingebunden, find in 
der Kunsthandlung bei Borinelli er Rocca zu verlassen. 
2. In der Grieebachfchen Hofbuchhandlung ist zu ha 
ben: Ueber das Kontinentalfystem und den Eir-fluß 
auf Schweden. -.2 Ggr- Betrachtungen über die 
Politik der dänischen Regierung. 6 Ggr. Prokla 
mationen des Kronprinzen von Schweden und im 
Hauptquartier der vereinigten Armeen bekannt ge 
machten Berichte , 12 Ggr. Bemerkungen über ei 
nem Aufsatz in der Leipziger Zeitung vom Zterr Ok 
tober 1813 den Kronprinzen von Schweden bettest 
send, 4 Ggr. Auch find wiederum frische Zahn- 
Medikamente für das Zahnweh , als auch zur Er 
haltung der Zähne, angekommen. 
3, In allen Buchhandlungen für I Ggr. zu haben: 
Kriegs li ed der Kurhessen Da der ganze 
Ertrag desselben auf den Altar ds Vaterlandes-nie? 
dergelkgl werden st>ll, so hegt der Verfasser das feste 
Zutraue»,, daß cs einen schnellen und bedeutenden 
Absatz haben, merde. 
Todes - Anzeigen. 
r. Der in der Nacht vom 7 ten bis zum 8 ten d- M- er 
folgte Todesfall unseres geliebten Vaters, des Di 
strikts-Notars Rangen allhier, zeigen wir hierdurch 
mit dem Gefühle der tiefsten Traurigkeit unsern 
hochgeehrten Verwandten, Freunden und Göunern 
schuldigermaaßen an , und empfahlen uns zu Dero 
fernern Gewogenheit, indem wir uns alle schriftliche 
Beileidsbezeugungen gehorsamst verbitten. 
Kassel, den rgten Dezember 1813. 
Die sämmtlichen sechs hinterlassen noch un 
mündigen Kinder des Verstorbenen. 
2. Am 7 ten Dezember Nachmittags um 5 Uhr entschlief 
sanft zu einem bessern Leben meine Ehefrau, Catha- 
rna Elisabeth, geb. Hese, in ihrem Zysten Lebens 
jahre. Ich zeige Diesen für mich und meine sechs 
noch j-unmündige Kinder so traurigen Vorfall mei 
nen Verwandten- Freunden und Bekannten hierdurch 
ergebenst an, und im Voraus von ihrer Theilnahme 
überzeugt, verbitte ich mir alle Beileidsbezeugungen. 
Kassel, den izten Dezeber 18 rz. 
Der Metzgermeister Christoph Hartung. 
3. Es hat der gütigen Vorsehung gefallen, meine 
theuerste Gattin, Frau Johanne Sophie Auguste, 
geb. Bollmann, aus Götttngen, nachdem wir zwölf 
Jahre und drei Monate in dem schönsten ehelichen 
Bande und Zufriedenheit mit einander aelebt Kaden, 
am Dienstag den l 4 ten dieses an den Folgen einer 
BrustKankheir, mir und n.elucm zwei Kindern zu 
entziehen und in die frohe Ewigkeit abzurufen, wo 
durch wir, in die tiefste Traurigkeit versenkt, an 
ihrem Grabe stehn. Ihr Hinscheiden war wie ihr 
Leben, eine stille Hingebung in den Willen ihres 
Schöpfers, und wer Die Verklärte kannte. wird 
fühlen, wie unersetzlich mein Verlust ist, und meine 
liefe Wunde nicht durch gütige Beileidsbezeigungen 
erneuen. Indem ich dieses unfern Verwandten und 
Gönnern mir traurigem Herzen eröffne, empfehle 
ich mich und meine Kinder zur forldauer ihrer 
Freundschaft. 
Kassel, der löten Dezember rZiZ. 
Friedr. Montag, praktizirenderWundarzt 
Verelzlichtc, Gcborne und Gestorbene 
vom 9ten bis 1 zlen Dezember. 
Ber eh lichte. 
In der Freiheiter - Gemeinde: 
i) Hr. Johannes Meyer, Kupferfchmidt, mit War 
the Jordan. 2) Hr. Conrad Wilhelm Happel. Schuh 
machermeister, mit Jgft. Anne Sophie Elisabeth 
Wagner, z) Hr. Adam Wilhelm Ullmar, mit Jgfr. 
Margrethe Helene Amalie Blerner. 
In der Alt stadter deutschen Gemeinde: 
0 Hr. Elias Born, Tuchmacher, mir Igft. Lifette 
Frey. 2) Hr. Ludwig Neutze, Schreiner, mitIgfr. 
Mariane Markgraf..
	        

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