Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

C III8 
Schwarzenholz und Pelkriß, desselben Di 
strikts, und 
3) 182 Fr. 6 z Ct. für die armen Kranken und 
Gebrechlichen dieser Gemeinde. 
Die Gemeinde Hornhansen (Ocker - Departe 
ment) ist autorisirt, die zweite Schülmersterstelle 
daselbst auf ewige Zeiten mit 4 Morgen Gemein 
dewiese, welche zum Ackerbau tauglich gemacht 
worden,.und ans 8Z8Fr. Zr Ct. geschaßt sind, 
zu dotiren. 
Die Schulen in der Stadt Helmstadt sind in 
dem Gebäude deö Scminariums daselbst verei 
nigt. Die Stadt Helmstadt ist autorisirt, das 
alte Schulgebäude zu verkaufen, dessen Kaufpreis 
zur Bezahlung der 'Arbeitskosten an dem Scmi- 
narium, um dasselbe zu seiner neuen Bestimmung 
zu eignen, angewandt werden soll. 
Der Prafckt des Werra-Departements ist au- 
torisirt, die von dem verstorbenen Herrn I o h. 
Georg Junk, Predigcr zu Welter, und sei- 
ner Ehcfrau, Rosine Magbalene Chri 
stiane Wilhelmine L.ist, gemachten Ber- 
màchtnisse, laut Testaments vom 7ten Novem- 
bcr 1795, anzunehmcn, nàmlich: 
1) Eine Summe von 215 Fr. 83^ Ct. sur 
das lutherischc Waisenhaus zu Marburg; 
2) 107 Fr. 91! Ct. sur die lutherischc Armen 
zu Wetrer; 
3) 107 Fr. 9i§Ct. sur die lutherischeArmen 
zu Mbllnau. 
Iustiz-Ministerium. 
Das Tribunal der ersten Instanz zu Stendal 
Hat durch ein Erkenntnist vom 2Zsten Inni 1810, 
den Herrn Gottfried Deutsch, Pastor zu 
Bellingen, zu einer Geldstrake von 100 Franken 
und in die Kosten der Untersuchung vcrurtheilt, 
weilerwahrcnd derIahre 1808und 1829 dieRe- 
gistcr des Pcrjonenstandes nicht gehalten. 
) 
Das Tribunal der ersten Instanz zu Eimbeck 
hat den Heinrich Besperman, zu Ahls- 
hausett, zu einer Geldbuße -von 450 Franken 
vcrurtheilt, weil er den Deserteur Christian 
Fischer bei sich verborgen gehalten. 
Göt ringen, den 13. Juli. 
Abermals bekommt ein Göttingischer Gelehrter 
einen von: französischen Institute ausgesetzten 
Preis. 
Es ist bekannt, daß vor zwei Jahren der berühmte 
Geschichtschreiber des Handels und der Politik der Al 
ten, der Herr Professor Heeren zu Gvttingen, Mit-' 
gl-ied der dortigen Societät der Wissenschaften, und 
nachher auchkorrespondirendes Mitglied des Instituts, 
durch sein vortrefiiches Werk den Preis erhielt, wel 
chen diese gelehrte Gesellschaft für die Beantwortung 
der Frage: „Welchen Einfluß haben die Kreuzzüge auf 
dieKultur von Europa gehabt?" ausgesetzt hatte. 
In diesem Jahre hatte das Institut folgende 
Preisfrage aufgestellt: „Von welcher Beschaffenheit 
war der bürgerliche und politische Zustand der Völker- 
schatten Italiens unter der Herrschaft der Gothen? 
Welches waren die Grundsätze der Gesetzgebung Theo- 
dorichs und seiner Nachfolger, und vorzüglich welchen 
Unterschied bestimmte dieselbe zwischen dem Sieger und 
dem Besiegten?" 
Sehr leicht wird man das große Interesse einer 
solchen Frage erkennen; aber eben so sehr wird jeder 
mit dem Studium der Geschichte Vertraute einsehen, 
wie schwer die Beantwortung derselben war; wie 
mannigfaltige und tiefe Kenntnisse, welche Geschick 
lichkeit und Kritik erforderlich waren, zumal da der 
Quellen, aus denen man über einen solchen Gegen 
stand schöpfen kann, so wenige, und diese überdies 
so unvollständig sind. Alle diese verschiedenen Schwie 
rigkeiten überwand ein westphälischer Gelehrter, der 
Herr Professor Sartorius zu Göttingen, der Ver 
fasser der Geschichte der Hanse w. Ihm erkannte das 
Institut zu Paris den historischen Preis zu. Auch ver 
dient es bemerkt zu werden, daß der Herr Professor 
Sartorius seine Abhandlung sehr richtig französisch 
geschrieben hat. Dieses vortrefliche Werk wird ge 
druckt werden, und ohne Zweifel erhält das Urtheil 
des Institutes die Bestätigung des Publikums. 
Lange Zeit schienen die deutschen Gelehrten sich 
wenig mit den französischen Prcisgufgaben zu beschäf 
tigen; aber die engeren Bande, welche gegenwärtig 
beide Nationen umschlingen, scheinen hierin eine Ver 
änderung hervorgebracht zu haben. -
	        

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