Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

( 1865 ) 
Ut Sikberhütte« zu leite«, so wie ein Eiftnhütttnrei- 
rcr, den der Eisenhütten zu kontrolliren. 
> Mir dieser Administration des Oberharftschen Berg 
wesens, war auch die dev Forstwesens vereinigt; so 
«Le auch den Bergämlern die Justiz,pflege mit oblag, 
in welcher Hinsicht sie der Hannoverschen Iustickanzlei 
»nttzHwrdntte Instanzen bildeten. Mitglieder der 
Bcrgamter waren denn auch mir der Kassenverwaltung 
beauftragt. Die wichtigste derselben, die Zehntkaffe, 
in weiche die Gelder flössen, welche aus den für die 
Herrschaft und Gewerken vermunzren Silbern erfolg 
ten, und von der Berghandiung für Bergwaaren ge 
zahlt wurden, admrnrftrirte ein Zehntner, nächst dem 
Lerghauptmann das erste Dergamtsmitglied. Der 
Verkauf der Bergwaaren lag aber mit Ausschluß des 
Eisens, nicht den Bergämlern ob. Dieser wurde von 
der in Hannover befindlichen und von dortiger Kam 
mer unmittelbar ressortrrendcn Berghandlung besorgt, 
welche den Gewerken die Bergwaaren zu niedrigen 
Preisen abnahm, dagegen aber auch wiederum ansehn 
liche Vor- nnd Zuschüsse zu ihrem Betriebe leistete. 
Die zum ehemaligen Kommunion - ttnterharz gehöri 
gen,. in dem jetzigen Bergbezirke Goslar gelegenen 
Werke, unter denen das Rammelsbergifche, grcßten- 
theils herrschaftliche, Bergwerk und die seine Erze 
verschmelzenden herrschaftlichen drei Hütte» die wich 
tigsten sind, wurden ebenfalls von einem Bergamte 
verwaltet, welches unter zwei Berghsuptleuten, einem 
Hannoverischen und einem Braunschweigischen stand, 
zwischen denen das Direktorium jährlich wechselte und 
die wiederum den beiderseitigen KammerkoUegien tm* 
tergevrdnLt waren. 
Die Forstadministration so wie die Instizpflege, wa 
ren auch hier Sache des Bergamtes, deren erstes Mit, 
glied, der Zehntner, die Administration der Haupt- 
Lasse und in Abwesenheit der Berghauptleute, den 
Vorsitz im Bcrgamte führte. Ein Bergamts-Mitglied 
kürte in der Qualität einesOberbergmeistets zunächst. 
Len Grubenbetrieb, so wie ein Hüttenreiter den Betrieb 
Lev Selber- Blei- und Kupferhütten.. 
Die umerharzischen Bergwaaren wurden in natura 
Ui ?tel. und. Htel getheilt, und ihren Verkauf besorgten 
die beiderseitigen Bcrghandlungen in Hannover und 
Braunschweig, welche die Geldüberschüsse in die bei 
derseitigen Kammerkassen ablieferten. 
Die ehemaligen königl. Preußischen Eisenwerke am 
Harz „ Sorge und Lhale , liegen in dem jetzigen Berg- 
bezirk Bianlenburg. Den Betrieb leitete und die Ju 
risdiktion vörwaltere bei jedem derselben ein Hürten- 
amt, welche beide bis zum Tilsiter Friedensschluß 
Unmittelbar von der königl. Preußischen Bergwerks- 
mid Hüttenadministration zu Berlin ressortirten. 
Dre ehemals herzoglich Braunschweigischen Eisen 
werke am Harz liegen ebenfalls sämmtlich im jetzigen 
Bergbezirk Blankenburg. Ihre Administration wurde 
von der Kammer zu Blankenburg geführt, in welcher 
ein Mitglied speziel damit beauftragt zu seyn pflegte. 
Die nähere Leitung des Betriebes der Eisenhütten be 
sorgten zwei Oderhütten-Inspektsren, von denen einer 
den Blankenburgischen und ein zweiter den Walken- 
ricdschen vorgesetzt war Den Eisenstcinsbergbau diri- 
girke zunächst em Oberbergmeister. 
Die ehemals dem Herzoge von Braunfchwcig gehö 
renden, nicht am Harze gelegenen Etablissements be 
greift der jetzige Bergbezirk der Karlshütle. Sie be 
standen ans drei Eisenwerken, den Soklinger Glashüt 
ten und der Spiegelhüt re zum Grünenplan. Die Ei 
senwerke wurden adminiilrirt und die generelle Admi 
nistration derselben war Sache des Kammerkollcgii zu 
Brannfchweig, in welchem ein Mitglied spcciel damit 
beauftragt war. Die Glas» und Spiegelhütten waren 
dagegen, eben so wrc die beiden ehemals Braunschwei 
gischen, jetzt in der Elbdieifion bolcgenen Salinen 
Salzdahlum und Schöningen, verpachtet. Die Ueber» 
schusse von erstern, so wie die Pachtgelder von letztern, 
flohen in die braunschwcigsche Kammerkasse. 
Die jetzt im Klausthaler Bergbezirk belegrnen, ehe 
mals Kurhannöverifchen Salinen Sülbeck und 
SalzderHelden wurden administrirt und reffortir- 
ten unmltteibar von der Hannöverschen Kammer. 
Der Besitz der im jetzigen Bergbczirke Goslar gele 
genen Allodlal-Saline Salzlieb enhalle war zwi 
schen Kurhanuover und Draunschwerg getheilt. Sie 
hatte einen eignen, unter den Hannöverschen und 
Braunschwergschen Regierungskollegicn stehenden Ad 
ministrator. Die Auskünfte dieser Saline wurden le 
diglich zur Abtragung alrfürstlicher Schulden verwandt. 
Was die Elboivision betrifft, so waren Preußen, 
Sachsen und Braunschweig vor der Gründung West- 
phalens im Besitz der verschiedenen Werke derselben. 
Alle Werke der jetzigen Arrondissements Rothenburg/ 
Wettin, Schönebeck und Wefensleben (bei letzttrm, 
mir Ausnahme der beiden vervachretcn Salinen Salz 
dahlum und Schöningen, welche den unbedeutende»r 
und hier daher nicht erwähnungswürdigen Antheil 
gründen, den Braunschweig in dieser Division hatte,) 
standen unter Preußischer, die des Arrondissements 
Etslcben unter Sächsischer Hoheit. 
Die in allen Preußischen und Sächsischen Staaken 
eingeführte koUegiaUsche Verfassung galt auch für das 
Bergwesen. . 
Dre wichtigsten Werke und in sxecie alle Saunen 
standen untcv unmittelbarer Administration eines von 
denjenigen Offizianten gebildeten Kollegü, welche den 
Betrieb oder das Rechnungswesen des Werkes leiteten. 
Mehrere dieser Kollegien standen wieder unter einem 
andern Kollegio, und so gelangten die wichtigern ma 
chen durcb mehrere solche Stufenfolgen bis zu dein 
Regenten selbst, dessen Repräsentanten für diese '^rau 
che in Berlin- die General- Salz- Berg- und Hü lenvc- 
partements, in Dresden das geheime Finanzkollegtum 
waren. x 
LDie Fortsetzung folgt.)
	        

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