Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

C 1779 ) 
sehen Gegenden, unangebaut lag der herrliche Boden, 
der unter dem schönsten Klima die Kräfte zu allen kost- 
baren Erzeugnissen des Erdballs in sich trug. Mit 
nahrhaften Früchten angebaut, hätte er einen Welt- 
theil ernähren können, aber der Kaufmannsgeist, nur 
aufGeldgewinn bedacht, fand cs gerathener, die nutz 
lose Kaffeebohne, die ekelhafte Tobaköpfianze, das 
mühsam zu bauende Zuckerrohr hier anzupflanzen. 
Die wenigen übrig gebliebenen Urbewohner erlagen 
unmenschlichen Barbareien; neue Sklaven mußten an- 
geschaft werden, und die schändliche Gewinnsucht, 
nie um Mittel verlegen wenn es ihren Zweck gilt, sing 
jenen Menschenhandel an, wodurch seit dem Jahre 
1514, Millionen unglücklicher Afrikaner ihrem Vater 
lande, ihren Weibern und Kindern gewaltsam entris 
sen, von Allem, was das kurze Leben angenehm macht, 
entfernt und in eine Sklaverei voll unmenschlicher Miß 
handlungen verkauft wurden — weit elender wie das 
Vieh, das bewußtlos zur Schlachtbank geführt wird. 
Ein Handel, der, unsrer Zeit würdig, ununterbro 
chen fortdauert. Aber glaubt ihr, daß die Flüche der 
unglücklichen Neger, ihre Thränen und ihr Blut der 
einzige Gräuel sind, womit das Geld der Europäer 
befleckt ist? - Seht nach Indien; an den Ufern des 
Ganges wohnt ein großes, edles Volk, das unter der 
geldgierigen Herrschaft europäischer Kaufleute erliegt; 
seine Verfassung ist umgestürzt, seine Fürsten sind er 
mordet, seine Schätze sind geplündert, sein schöner 
Boden ist mit Blut gedüngt, die Früchteseinee Schwei 
ßes ernten die Mäkler auf der Börse zu London. — 
Ueberseht die Küsten von Amerika und Ncnholland, 
werft einen Blick auf die entzückenden Inseln der Süd 
see, an einigen Stellen von jenen haben die Europäer 
ihre unglücklichen Verbrecher ausgesetzt, welche die 
schuldlosen Völker, die sie im Taumel ihres hochfah 
renden Dünkels Wilde nennen, moralisch verpesten, 
während ihre glücklichen Verbrecher alle andre Küsten 
und Inseln befahren und alle Völker mit dem Gifte 
ihrer Krankheiten und mit dem Tollwasser, Brannte 
wein genannt, moralisch und physisch vernichten. 
(Der Beschluß folgt.) 
Prâfektur - Verfügunqcn und Bekanntma- 
chungen anderer bffcntlichen Behorden. 
L E PREFET DE POLICE, 
Vu les plaintes qui lui sont parvenues sur ce 
que les habitans de Cassel qui ont à se débarras 
ser de gravois et décombres provenant des bâtis 
ses, déblais ou nettoyemens, chari«nt ces objets in 
distinctement sur les grandes routes, et sur les 
chemins vicinaux qui en sont obstrues. 
Considérant qu'il importe,d’arrêter ce désordre 
et qu’il convient d’assigner à cet effet au public, 
un local propre à recevoir les déchargemens des 
objets mentionnés ci dessus; 
Ordonne: 
Art. 1. Il est défendu sous peine des amendes 
fixées par les réglemens non abrogés sur pareille 
matière, de conduire aucuns décombres, gravois 
déblais et ordures de toute espèce sur aucun 
chemin vicinal et sur aucune place vague dans la 
ban-lieue de Cassel. •’d 
A r t'. 2. Tous les objets mentionnés au précé- • 
dent Article devront être exclusivement conduit» 
dans l’ancien fossé de la ville dont le Sr. Kunimel, 
Maître Charpentier est en possession, hors et à 
gauche de la porte de Leipzig. 
Art. 3. La présente Ordonnance sera commu 
niquée à Mr. le Commandant djj la place avec in 
vitation de faire donner les Consignes necessaire» 
pour que les postes militaires s’opposent à la sor 
tie des objets mentionnés dans l’Art 1er. par toute 
autre porte que de elle de Leipzig. 
Art. 4- Les Commissaires et agens de police et 
les consignes aux portes sont chargés en ce qui 
les concerne de l’exécution de la présente Ordon 
nance qui sera publiée et insérée au feuilleton 
du Moniteur westphalien et portée particulière 
ment à la connoissance de ceux qui sont chargé» 
d’en surveiller l’exécutio- , 
Fait à l’hôtel de la 1 J relecture de Police à Cas 
sel le 4. Novembre iZio. 
Le Préfet de Police, 
signéï Beecagnst 
Par le Préfet 
le Secrétaire général 
signé : Savagner. 
Der Polîzei - Prüfekt. 
Nach Ansicht der Klagen welche bei Jhm angebracht 
sind, datz die Einwohncr von Kassel, welche sich oee 
Leimerde »nid des Schnttes zu entledigen haben, wel 
che von den Bauten, Abraumungen und Reinigunge» 
herrühren, auf die Heerstratze und Nebenwege fah- 
ren, fo datz diefe dadurch gefperrt werden. 
In Betracht alto diefen Unordnungen abztthelfeN' iss 
es nothig dem Publikum ein patzliches Lokal ;u Abla- 
dung der vorgedachten Gegenstande zu diefem Behuf 
anzuweifen; 
Verordnet: 
Art. i. Es ist unter Vermeidnng, dadurch die in 
dieferSache ergangenen und nicht znrück genommenen 
Verordnungen fortgesetzten Geldstrafe verboten, keinen 
Schutt, Leimerde, Gegenstânde welche von Wegrau- 
mungen herrühren und Unrath jeder Art, auf irgend 
eine Heerstrake, Nebenweg, oder irgend einen freien 
Platz in dem Gebiethe von Kassel, führen zu lassen. 
Art. 2. Allé im vorhergehenden Artikel bemeldeten 
Gegenstande sollen ausschliestlich in den alten Stavt- 
graben, welchen der Zimmermeister Hr. Kümmel in. 
Besitz Hat, vor dae Leipziger Thvr (infer Hand beim 
Ausgange, hingeschaft werden.
	        

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