Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [2])

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anzuwendenden Betriebs nach Regeln der Holzzucht, 
die Verwendung des dabei zu gewinnenden Produkts, 
ob es nemlich zur allgemeinen Versteigerung ausge 
setzt, oder nach Anleitung des i2Zten Art. für Berech 
tigte, für Berg- Hütten-und Salzwerke nach ihren 
Kontrakten verwendet werden soll, enthalten^ werden 
alsdann, sobald die Genehmigung oder Abänderung 
der Hauungsvorschlägc im Ganzen von Selten der 
Direktion erfolgt und alles zu fallende Holz angeschla 
gen und mit dem Hammer bezeichnet worden, die 
Taxen nach dem Lokalwerth beigefügt, um bei den 
folgenden Versteigerungen einen Anhaltpunkt und den 
niedrigsten Preis anzugeben, unter welchen das Ge 
bot zur Erwartung des Zuschlags nicht bleiben darf. 
Auch dient es bei dem uncntgeldlich abzugebenden 
Holze zur Schätzung des Werths, nach welcher dieses 
ohne Bezahlung abgegebene Produkt zur Rechnung 
aufgeführt und dem ganzen Ertrag an baarem Gelde 
beigefügt werden kann. Diese Taxen und Werthbe 
stimmungen können, zusammengetragen durch alle 
Forsten, auch einzig und allein etatemäßige, im vor 
aus zu bestimmende Erlragsentwürfe und Balanzen 
der zu erwartenden Einnahmen abgeben, und auf kei 
nem andern Fuß läßt sich das Aufbringen der Wal 
dungen im voraus mit einiger Gewißheit angeben. 
Die wenigsten Forsten des Königreichs sind regel 
mäßig vermessen; die wenigsten Waldungen, mitAus- 
nahme verschiedener Nicderwaldsreviere, sind abge 
schätzt und eingetheilt. Nur in den vormaliger^prcu- 
ßischen Provinzen sind darin einige bedeutend.e Schrit 
te geschehen. Es haben daher die Vorschläge über die 
Zahl und Größe der anzulegenden Gchaue und über 
die Quantitäten des siiederzuschkagenden Holzes, nach 
der vormaligen Gewohnheit und Observanz, die sich 
meistens nur auf die eintretenden Bedürfnisse gründe 
te, müssen eingerichtet werden. In den meisten Fal 
len blieben diese jährlich ;u schlagenden Quantitäten 
nicht unter dem jährlichen nachhaltigen Ertrag der 
Forste. In vielen überstiegen sie dessen dauernden 
-Abwurf und die Summe des jährlichen Nachwuchses 
hei weitem. Es läßt sich nicht erwarten, daß künf 
tig, ohne den Ruin der Forste und ohne nachthcilige 
Vorsprünge, ein beträchtlich größeres Quantum jähr 
lich geschlagen werden könne. Dringend nothwendig 
ist es aber, die Waldungen E w r. Majestät, sobald 
die Verhältnisse des Königreichs und der mit der Zeit 
verbesserte und völligins Reine gebrachte Staatskassen- 
Zustand es erlauben, nach einem gründlichen und 
sichern Plane vermessen, abtheilen und den Bestand 
abschätzen zu lassen 
Denn mit dem jährlichen Abmessen des wrllkührlich 
rum Abtrieb und zur Versteigerung bestimmten Schlags, 
wodurch nur die Anschläge für den meistbietenden Ver 
kauf festgesetzt werden, ist es in einer regelmäßigen 
Bewirthschaftung nicht abgethan. 
So lange jenes nicht geschehen ist, bleibt die ganze 
Bewirthschaftung schwankend, der Ertrag der Forsten 
zufällig und unsicher, die Fällung willkührlich und auf 
keine Grundsätze gcbquet. Die Verwilligung der be 
trächtlichen dazu erforderlichen Kosten, wie der Ent 
wurf eines umfassenden Plans über das.Eanze, for 
dert daher künftlg besondere Antrage der General- 
Direktion. 
Der xlte Titel des königl. Dekrets vom 2ystenMärz 
schreibt die Art und Weise vor, wie künftig der Absatz 
und Verkauf des geschlagenen Holzes bewürkt wer 
den soll. 
Die bis dahin zugestanden gewesenen einzelnen Ver 
weisungen und Verwilligungen des Holzes, um eine 
bestimmte Taxe, sind gänzlich aufgehoben. Alles 
Holz wird, der Regel nach, meistbietend auf dem 
Stamm und im Ganzen verkauft und nur da, wo es 
der praktische Forstbetrieb als nothwendig voraussetzt, 
ist die Fällung auf Kosten der Forstkasse und die Ver 
steigerung nach einzelnen ganzen Stämmen nachgelas 
sen worden. Ebeil so ist auch Art. 123 - 127. und 
in folgenden, den Berg- und Hüttenwerken, auch de 
nen die nach Kontrakten und als Berechtigte, entwe 
der freies Holz, oder gewisse Quantitäten nach be 
stimmten Preisen zu fordern haben, ihr Recht, wie 
bis dahin, als Ausnahme von der Regel, vorbehalten. 
Die Ungewohnheit dieser neuen Einrichtung, die 
Anhänglichkeit an das Alre und Gewohnte und die 
Unbekanntschaft mir den Vortheilen die diese Verfas 
sung dann gewährt, wenn sie einst den freien Handel 
und Wandel mit Holz recht belebt und in Umschwung 
gesetzt haben wird, haben veranlaßt, daß der Absatz 
noch zur Zeit gestockt hat, daß man sich weigerte, 
dasjenige Holzquantum meistbietend zu erstehen, was 
man vorhin in einzelnen Portionen angewiesen zu er 
halten gewohnt war. Dre öffentlichen Verkäufe sind 
daher nicht alle nach Wunsch ausgefallen. Wenn in 
einzelnen Fällen das Holz übermäßig gesteigert und 
hier und da außer Verhältniß feines wahren Werthe 
bezahlt wurde, so wurde dagegen in den meisten Fal 
len so äußerst wenig darauf geboren, daß der Zuschlag 
nicht wohl zugestanden werden konnte, da der Verlust 
anF rstrcvenüen dabei allzubedcutcnd geworden wäre. 
Indeß sind dieses, wie gesagt, Folgen der Unbekannt 
schaft, welche dieZeir und dre Erfahrung heben werden. 
Durch das königl. Dekret vom yken Januar r809/ 
wodurch Ew. Majestät der Direktion nachgelassen 
haben, nach Maaßgabe der Umstände und nach Beur 
theilung der Nothwendigkeit: "die -r chlage nicht litt 
„Ganzen zu.verkaufen, sondern das Holz xur econo- 
„mi£ fallen, und in einzelnen kleinen Portionen, nach 
„dem Maaßstab der einzelnen Bedürfnisse, versteigern 
„zu lassen," ist die Wohl.hat bewürkt worden, daß 
jeder einzelne, nach feinen Kräften und Verhältnissen, 
ohne den Wucherern und Zwischenhändlern in die 
. Hände zu fallen, kaufen kann. 
Auch für die königl. Kassen hat sich an manchen Or 
ten, wo der Verkauf im Ganzen keinen Erfolg haben 
würde, der Vortheil dieses Verkaufs im Detail erge-
	        

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