Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1810, [1])

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Der Lieutenant Groß im 2ten Linien-Regi 
ment, ist zn dem Grade und zur Stelle eines Ka 
pitals in diesem Regiment ernannt. 
Herr vvn Cornberg, Premier-Lieutenant 
im königlichen 2 lrtillerie- Regiment, ist zn dein 
Grade und der Stelle eines Sekond-Kapitainsin 
diesem Regiment ernannt. 
Ferner sind ernannt: Zum Major im ^tcn Li- 
nien-Regiment, der Ritter von Scibolts- 
dorf, Bataillonöchef in diesem Regiment, und 
zum Bataillonschef in demselben, der Herr von 
Ries, Kapital im gten Linien-Regiment. 
Beschluß der in: vorigcnStück abgebro 
ch e n e n D a r si e l l n n g d e r neu-organisir- 
ten A rmen-An stalte n in der könig 
lichen Residenz Kassel. 
Kinder von dem Alter, daß sie sich selbst an 
kleiden, also einer ganz speziellen Wartung ent 
behren können, haben entweder noch Eltern, sind 
in dem Alter Elternlos geworden, oder haben die 
ses Alter bei Pstcgecltcrn erlangt. 
Haben sie noch Eltern, die aber zn arm sind, 
sie zu ernähren; so werden die Ettern aus die oben 
bemerkte Art unterstützt, erhalten für diese Kin-> 
der freien Schulunterricht im Lesen, Schreiben, 
Rechnen re. und freien Unterricht in Handarbei 
ten, als Nähen, Stricken, Bearbeitung der 
Hadern re. 
Haben die. Kinder einige Fertigkeit in diesen 
Handarbeiten, so wird ihnen ihre gefertigte Ar 
beit am Ende jeder Woche baar bezahlt, und dient 
dieser Verdienst, der doch schon für einzelne Kin 
der in der Woche 9 ggr. betrug, den Eltern zur 
Unterstützung. 
Haben solche Kinder nur noch eine Mutter, so 
werden sie auf Ansuchen derselben, nach Befinden 
der Umstände, in eins der Waisen- oder Ar 
beitshäuser, je nachdem sie sich zu dem Einen oder 
Andern, in Hinsicht der Statuten qualifiziren, 
ausgenommen, und da auf Kosten der Kasse 
erzogen. 
Werden sie in dem Atter Waisen, so waren 
sie bisher sehr selten bei Psiegeeltern unterzubrin 
gen, mußten also auf eben bemerkte Art in einem 
der Häuser untergebracht und da erzogen werden, 
ohnerachtet die WohlthätigkeitS-Kommission in 
doppelter Hinsicht lieber die Erziehung bei guten 
Pflegeeltern wünscht, weil bei diesen die Erzie 
hung in der Regel weniger kostspielig , und dann 
auch für die Kinder vorteilhafter ist. 
Haben die Kinder dieses Atter bei ihren Pfle- 
gecltern erlangt, so werden sie diesen um so mehr 
belassen, weil sie nun in diesem 'Alter schon an 
fangen den Psiegeeltern nützlicher zu werden, diese 
also hierdurch einen Lohn erhalten, auf den sie 
früher schon rechneten. Auch diese Kinder erhal 
ten freien Unterricht. 
Die Berpsiegung dieser hülsiosen Kinder, 
wird nur so lange gegeben, bis daS Kind das 
i^te Zahr erlangt hat und konsirmirt wird. Nach 
der Konfirmation müssen die Mädchen durch Die 
nen ihr Brod verdienen, und die Knaben werden 
bei Handwerker gebracht, um da eine Profession 
zn erlernen, die sie nachher als gute Bürger er 
nähren muß. Die Waisenhäuser und auch das 
Arbeitshaus unterstützen in der Regel auch noch 
die Knaben in der Lehrzeit, die Armenkasse aber 
nur als Ausnahme von der Regel, weil die nicht 
in den Häusern erzogene Kinder sehr oft noch durch 
ihre Familienverhältnisse, ohne diese Unterstü 
tzung bei guten Meistern untergebracht werden 
können. 
Die Armen der 2ten Klasse unter 2. erhalten 
zn ihrer Unterstützung freie Wohnung gleich den 
Armen der ersten Klasse in den oben angeführten 
Armenhäusern, Brod, Geld und Kleidungsstü 
cke, je nachdem ihre Arbeitsfähigkeit die Unter 
stützung erheischt; ausser diesen Unterstützungen 
arbeiten die in die Armenhäuser Aufgenommenen, 
in den Konvcntstuben in ihren Zimmern, oder aber 
auch im Arbeitshause (wozu aber bis jetzt noch 
wenig Lust bezeigt wurde) zu ihrem Vortheile. 
Können sie keine Arbeiten von Privatpersonen er-
	        

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