Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1808, [2])

gia aytes Stück. 
Bekanntmachungen. 
r) Die Gerichte der Geschwornen, deren Einführung die Constitution de- Königreich- be 
reit- auf den iten b. M. festsetzte, sollen jetzt nach der Verfügung Sr. Excellenz de- Herrn 
Ministers der Justitz und des Innern vom 8ten d. M. ohne weitern Aufschub organ.sirt werden. 
Der Zweck dieser heilsamen Einrichtung ist, die Feststellung deö Thatbestandes eine- Ver 
brechens, von der Instruction des Criminalproceffe- uns der Anwendung der Strafe, zu tren 
nen. Den Geschwornen ist jenes ehrenvolle Geschäft übertragen: sie untersuchen und bestim« 
men, ob jemand wirklich ein Verbrechen begangen hat, schuldig oder unschuldig sey. 
Schon in den ältesten Zeiten war der Werth der Geschwornen, Gerichte anerkannt; in 
England und Frankreich schätzt man sie hoch, und betrachtet sie als ein Schutzmittel gegen die 
Mißbrauche der gerichtlichen Gewalt. 
Es ist ein öffentliches ehrenvolles Amt, dem jeder gern sich unterziehen wird; wer könnte 
fich dessen auch weigern, ohne die höchste Gleichgültigkeit gegen alles Gute zu verrathen! Je, 
dermann ist bey der Unterdrückung des Verbrechens interesfirt. Denn jeder ist den Freveln des 
Bösewichts ausgesetzt; aus der andern Seite ist es eine edle That, ein schönes Gefühl, die 
Unschuldigen, durch Unglück Verdächtigen, vor Derläumdung zusichern und unverdienten 
Leiden zu entziehen. Das Amt der Geschwornen giebt ihnen Gelegenheit, so den Dank ihrer 
Mitbürger sich zu erwerben» 
In Gemäsheit der oben angezogenen Verfügung des Herrn Ministers der Justitz und de- 
Innern, soll ich dazu au- meinem Departement wenigstens Zoo Candidaten in Vorschlag brin 
gen. Da ich indessen überzeugt bin, daß viele sich freywillig dazu anbieten werden; so wird 
auf hiesiger Präfectur ein Register eröffnet seyn , worin binnen 14 Tagen diejenige», welche 
das Amt eines Geschwornen zu bekleiden wünschen, und sich dazu melden, aufgezeichnet wer 
den sollen. 
Die mit diesem Amte verbundene Ehre und bas Bewußtseyn, sich durch dessen Geschäfte 
um den Staat verdient zu machen, sind ein zu reizender Lohn für die kleinen, damit vielleicht 
verknüpften Aufopferungen, als daß ich mich nicht zu der Hoffnung berechtiget fühlen sollte, 
die Bürger-meineS Departements werden gern und eifrig um Uebertragung dieses Amt- bitten 
und nicht bloS specielle Aufforderung gewärtigen. Cassel den uten Julii igo8. 
Der Staatsrath Präfekt des Fulda »Departement-. 
Auf Befehl des StaatS-Rath- Prafecten. Unterzeichnet: A. Graf Hardenberg. 
'Der Staats Raths-Auditor und provi 
sorische General -Secretair 
Unterzeichnet: von Stralenheim. 
a) Da es sich zum öfteren ereignet hat, daß die bei der Präiectur eingereichten Etat-, 
um daraaf eine Zahlung zu erwürken, fehlerhaft und falsch gewesen sind, dadurch aber die 
Geschäfte der Präfectur nicht nur um ein beträchtliche- vermehrt werden, sondern auch auf 
.diejenigen, welche solche Etats einreichen- das nachtheilige Licht einer absichtlichen Verfäl 
schungfällt; so «erden alle diejenigen, welche es angeht, hierdurch öffentlich gewarnt, sich 
ähnliche Vergehungen nicht wieder zu Schulden kommen zu lassen, indem solche- für sie, ins- 
hesondere wenn sie öffentliche Diener find, bedeutende Nachtheile haben dürfte. Cassel den 
Liten Julii I8o8. 
Der Staatsrath, Präseet de-Fulda.Departements. 
Auf Befehl de- Staat-rath-, Unterzeichnet; A. Graf v. Hardenberg. 
Prafecten de- Fulda, Departement-. 
Der Staatsraths»Auditor und pro 
visorische General-Secretair der Präfectur. 
Unterzeichnet: von Stralenheim. 
Edictal-
	        

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