Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

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von der ihnen hierdurch angebotenen Begnadigung Nachricht ertheilen und! sie dahin (vermöge« 
werden, daß sie zu ihrer Schuldigkeit und den Ihrigen zurückkehren. 
Wie hingegen alle diejenigen, .welche, ungeachtet der beträchtllchen Verbesserung des Soll 
des Unserer Truppen, in ihrer Pflichtvergeffenheit beharren, und über die bestimmte Zeit zu 
rückbleiben, oder pflichtvergessenerweise von nun an desertiren, schlechterdings kemen Pardo« 
erhalten, und im Betretungsfall, nach den Kriegsartlckeln mrt scharfem Gassenlaufen und den 
Eisen bestraft werden sollen; ingleichem die Einziehung ihres Vermögens, ohne Rücksicht der 
früher oder später erfolgenden Rückkehr und körperlichen Strafe, zu erwarten haben; So 
bleiben auch von diesem General-Pardon ausgeschlossen: 
1) diejenigen, welche bey solcher Machte Truppen, oder einzelnen Regimenter» , womit 
diesseits ein Cartel besteht, Dienste genommen Habens ferner 
2) solche Deserteurs, die in langwierigen auswärtigen Diensten den besten Theil ihrerLe- 
benszeit zugebracht und ihre Leibeskräfte so zugesetzt haben: daß sie zu ferneren Kriegsdiensten 
nicht mehr zu gebrauchen sind; vielmehr, der benörhigten Versorgung wegen. Unsern Landen 
und Unterthanen nur zur Last fallen würden. , . 
Unser Kriegs-Collegium hat daher diese Unsere gnädigste Entschließung und ernstlicheWill 
lensmeinung nicht nur bey Unserer Armee unter Trommelschlag; sondern auch überall im Lan 
de, von den Beamten und anderen Behörden, bekannt machen und sowohl sich selbst solche 
zur Nachachtung dienen zu lassen; als auch dahin zu sehen, daß ihr allenthalben nachgelebt; 
von den Orts.Obrigkeitcn aber ein wachsames Auge auf die sich heimlich einschleichende und bey 
den Ihrigen aushaltende Deserteurs gerichtet werde. 
Urkundlich dessen haben Wir gegenwärtigen Gencralpardon eigenhändig unterzeichnet, auch 
Unser.Kurfürstlich Geheimes Jnsiegel beydrucken lassen. So geschehen; Cassel den 8ten No 
vember 1805. 
Vt. v.W«& 
Wilhelm Kurfürst. 
(L. S.) 
Edictalvorladungen. 
1) Der im Jahr 1804. ausgetretene George Sauer von Renda, Amts Sontra, wird hier 
durch edictaliter citirt, sofort und vor zurückgelegtem 2dten Jahre sich wiederum in Ren 
da bey Verlust seines Vermögens, und daß solches der gnädigsten Stiftung für Soldaten 
und Soldatenkinder heimfallen soll, einzufinden. Eschwege den iLten October 1805. 
Holzapfel, von Trottischer Justitiarius. 
2) Nachdem der in Kurhannöverschen Diensten gestandene Pensionair, Hauptmann Gerver am 
goten October dieses Jahrs in Obernkirchen mit Tode abgegangen, und daselbst dessen Nach 
lassenschaft von Gerichtswegen obsignirt worden ist, dessen Erden aber unbekannt sind; so 
werden diese oder die etwaigen Gläubiger des Defuncti hierdurch aufgefordert, ihre Erb 
schafts. An spräche oder Schuldforderungen auf hiesiger Kurfürsil. Regierung in Termino den 
iten Februar k. I. bey Strafe der nachherigen Abweisung anzuzeigen und zu begründen. Rin 
teln den i2ten Nov. 1805. Rurf. Hess. Schaumburgische Regierung hierfelbst. 
3) Nachgemeldete gegen die gnädigste Landes-Verordnung ausgetretene junge Mannschaft, als: 
Conrad Knöppel, von Battenhausen; Jacob Debus, von Dodenhausen; Friedrich Freist, 
«nd Jacob Arbert, von Haina; werden hiermit dergestalt edictaliter citirt, daß sie sich a dato 
hinnen 3 Monaten wieder dahier einfinden, als widrigenfalls gewärtigen sollen, daß sie nach 
zurückgelegtem 26ten Jahr ihres gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens und Erbrechts 
*erLuüig seyn sollen. Haina am rrten November 1805. 
Nurfürstl. Hessisches Iustitz-Anrt alchiep. wachs.
        

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