Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

143* 48k«r Stück. 
von der ihnen hierdurch angebotenen Begnadigung Nachricht ertheilen und fie dahin permözm 
werden, daß sie zu ihrer.Schuldigkeit und den Ihrigen zurückkehren. 
Wie hingegen alle diejenigen, welche, ungeachtet der beträchtlichen Verbesserung des Sol 
des Unserer Truppen, in ihrer Pflichtvergessenheit beharren, und über die bestimmte Zeit zu 
rückbleiben, oder pflichtvergessenerweise von nun an desertiren, schlechterdings keinen.Pardon 
erhalten, und im Betretungsfall, nach den Kriegsartickeln mit scharfem Gassenlaufen und den 
Eistn bestraft werden sollen; ingleichem die Einziehung ihres Vermögens, ohne Rücksicht der 
früher oder später erfolgenden Rückkehr und körperlichen Strafe, zu erwarten haben; So 
bleiben auch von diesem General-Pardon ausgeschlossen: 
1) diejenigen, welche bey solcher Machte Truppen, oder einzelnen Regimentern, womit ' 
diesseits ein Cartel besteht, Dienste genommen haben; ferner 
2) solche Deserteurs, die in langwierigen auswärtigen Diensten den besten Theil ihrer Le 
benszeit zugebracht und ihre Leibeskräfte so zugesetzt haben: daß sie zu ferneren Kriegsdiensten 
nicht mehr zu gebrauchen sind; vielmehr, der benvthigten Versorgung wegen. Unsern Landen 
und Unterchanen nur zur Last fallen würden. ^ 
Unser Kriegs-Collegium 'hat daher diese Unsere gnädigste Entschließung und ernstliche Wil 
lensmeinung nicht nur bey Unserer Armee unter Trommelschlag; sondern auch überall im Lan 
de, von den Beamten und anderen Behörden, bekannt machen und sowohl sich selbst solche 
zur Nachachtuna dienen zu lassen; als auch dahin zu sehen, daß ihr allenthalben nachgelebt; 
von den Orts Obrigkeiten aber ein wachsames Auge auf die sich heimlich einschleichende und bey 
den Ihrigen aufhaltende Deserteurs gerichtet werde. 
Urkundlich dessen haben Wir gegenwärtigen Generglpardon eigenhändig unterzeichnet, auch 
Unser Kurfürstlich Geheimes Jnsiegel beydrucken lassen» So geschehen; Cassel den 8ten No 
vember 1805. 
Wilhelm. Kurfürst. (L. S.) vt 
Edictakvorkadungcn. 
r) Der im Jahr 1804» ausgetretene George Sauer von Renda, Amts Sontra , wird hier 
durch edictaliter citirt, sofort und vor zurückgelegtem 2üten Jahre sich wiederum in Ren 
da bey Verlust seines Vermögens , und . daß solches der gnädigsten Stiftung für Soldaten 
und Soldatenkinder heimfallen soll, einzusinken. Eschwege den izten October i8oz. 
Holzapfel, von Trottischer Justitiarius. 
s) Der seit geraumen Jahren von hier abwesende Philipp Degenborn oder dessen etwaige Er 
ben werden hierdurch edictaliter vorgeladen, sich binnen 3 Monaten a dato an, bey Fürst 
lichem Stadtgericht dahier zu sistiren, und ihr aus einigen in hiesiger Feldmark gelegenen 
Grundstücken bestehendes Vermögen, nach gehörig beygebrachter Legitimation, in Empfang 
zu nehmen oder zu gewärtigen, daß solches der Stiefmutter gegen Caution verabfolgt 
werde. Sontra den rten Nov. 1805. - F. H. ^ Stadtgericht daselbst. Heuser. 
S) Es ist die Frau Hauptmann Ratke, gebohrne Quentel, am izten dieses Monats mit Hin 
terlassung eines gerichtlichen Testaments ohne Leibes-Erben dahier verstorben. Da nun zu 
Eröffnung des Testaments der ute December d. I. zum Termin bestimmt ist; so wer 
den alle und jede etwaige Jntestat- oder präsumtive Testaments-Erben der Verstorbenen derge 
stalt edictaliter und peremtorisch hiermit vorgeladen, um in bemeldetem Termin Vormittags 
11 Uhr persönlich oder durch specialiter Bevollmächtigte bey hiesigem Gericht zu erscheinen, 
«nd der Publication des Testaments beyzuwohnen, mit Verwarnung, daß solche ihres etwai, 
gen Zurückbleibens ungeachtet wckd vorgenommen werden., 'Malsselb den zoten October 
/ Adlich Scholleyisches (vericht daselbst. Lennep» 
Vor-
        

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