Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

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4 alle diejenigen, welche vorhin Handel mit Früchten getrieben haben, noch besonders 
durch Unsere Beamten und Reservaten-Commiffarien anzuhalten, solchem bls zu dessen Wie, 
deraestattung eidlich zu entsagen» Gleichergesialt ss'nd 
s sämmtliche Müller, deren Mühlen nicht über zwey Stunden von der Grenze entfernt 
«nd, eidlich zu verpflichten, so wenig Früchte als Mehl an Ausländer zu überlassen, und sol 
ches den ihrigen ebenwenig zu gestatten, bey den Mahlgästen aber darauf zu sehen, daß die 
Ausländischen von den Inländischen keine Früchte untermengen, und auf solche Weise kein Mehl 
von inländischen Früchten ausser Landes bringen. 
6. Das Mahlen der Früchte in ausländischen Mühlen wird zu Verhütung aller besorglr- 
wen Unterschleife bis auf anderweite Verordnung bey gleichmäßiger Strafe der Confiscation 
untersagt, und nur in ganz besonderen Fällen behalten Wir Uns vor, hierunter gnädigst zu 
dispenfiren. 
7. Wenn auswärtigen Zins - oder Zehntherren nach beygebrachter Bescheinigung des reci. 
proci dre Verabfolgung der Zins - und Zehntfrüchte in das Ausland gestattet wird, weshalb in 
jedem einzelnen Falle Unsere höchste Erlaubniß auszuwirken ist; so soll deren Niederlegung im 
Lande nicht zugelassen werden, sondern es sind solche gleich nach der Lieferung aus dem Orte, 
wo sie fallen, unter gehöriger Aufsicht auszuführen. 
8. Unseren Beamten und Reservaten-Commissarien machen Wir es zur besonderen Pflicht, 
aus die genaueste Beobachtung dieser Vorschriften bey Vermeidung Unserer höchsten Ungnade 
nicht nur selbst mit aller Strenge zu sehen, und besonders auf die größeren Güter und Vor 
werke, so wie auf die Müller, ein wachsames Auge zu haben, sondern auch ihre Unterbedien- 
len dazu nachdrücklichst anzuhalten, jeden ihnen zur Wissenschaft kommenden Contraventions- 
Fall aber, auch gegen schriftsäffige Personen, als wozu Wir dieselben hiermit authorifiren, 
sofort zu untersuchen, und darüber an die ihnen vorgesetzten Regierungen zu berichten. 
9. Wird dem Angeber einer solchen Übertretung, welche bey der Untersuchung gegründet 
befunden wird, der dritte Theil der confiscabelen Frucht, oder wenn nach schon vollführter 
Erportation die Natural-Confiscation nicht möglich ist, des anderen statt zu erlegenden Geld- 
vetrages, neben Verschweigung seines Namens, zugesichert, die übrigen zwey Drittel aber sol 
len halb den Armen und halb dem Fisco heimfallen. 
10. Um eine vollständige und möglichst richtige Uebersicht der im Lande befindlichen Früch 
te zu erhalten, befehlen Wir ferner gnädigst, daß jeder Gutsbesitzer und Fruchterzicler in der 
ersten Hälfte des nächstkünftigen Monats November auf seine Unterthanen-Pflicht genau an 
zeige : 
s) wieviel er an Früchten jeder Art in diesem Jahre geerndtek habe? wobey dasjenige, 
was noch unausgedroschen in den Scheuren liegt, nach der dabey zu bemerkenden Ge- 
bunde-Iahl auszumitteln und in Anschlag zu bringen ist; 
b) wieviel davon bereits consumirt, desgleichen 
r) verkauft worden? weshalb das Nöthige nachzuweisen ist; 
g) wieviel davon an Natural - Prästanden abzugeben, und 
•) zur Aussaat und zum eigenen Bedürfniß, nach der anzugebenden Personenzahl, bis 
zur nächsten Erndte erforderlich sey? und wieviel somit 
f) nach Abzug alles dessen von jeder Fruchtgattung Ueberschuß verbleibe? 
ir. Diese Anzeigen sollen in den Städten bey den amtsführenden Bürgermeistern, von den 
Dorfsbewohnern aber, sowie von den Besitzern der dahin catastrirten oder eingepfarrten ein 
zelnen Höfe und Mühlen, den Greben oder Schultheiffen, von den Besitzern der Freygüter 
hingegen Unseren Beamten und Reservaten-Commrssarrcn geschehen. 
is. Die Bürgermeister, so wie die Dorfgreben und Schultheiffen, haben diese einzelnen 
Angaben mit gewissenhafter Treue, nach dem anliegenden Formular, in vollständige Verzeich- 
«issb zu bringen, und diese sodann an die ihnen vorgesetzten Beamten und Reservaten-Com 
mis-
        

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