Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

Dom 2ÜtM August i8c>L. 
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10) ES ist am I5ten dieses Monats August ein unten näher beschriebener unbekannter junger 
Mann iu dem Wirthöhause zu Niederscheden, hiesigen Amtes, plötzlich verstorben und hiernächst 
auf öffentliche Kosten beerdiget worden. Die Verwandten und Angehörigen des Verstorde- 
nett werden davon hierdurch benachrichtiget und zugleich ersucht: Die einstweilen in gericht 
liche Verwahrung genommenen unten verzeichneten nachgelassenen Sachen desselben gegen Er 
stattung der Beerdigungs - und sonst aufgewandten Unkosten beym hiesigen Amte in Empfang 
zu nehmen, welches sodann auch auf Verlangen die näheren, den plötzlichen Todt des Ver 
storbenen veranlaßten Umstände ungesäumt mittheilen wird. Zugleich werden jeden Orts 
Obrigkeiten in fubiidium juris ersucht, dem hiesigen Amte die etwaigen näheren Nachrichten 
über den Verstorbenen ungesäumt mittheilen zu wollen. 
Signalement des Verstorbenen und Verzeichniß der von ihm Zurückgelassenen 
Sachen: Der Verstorbene war ohngefehr 6 Fuslang, schlanker Statur, 28 bis 50 Jahr alt, 
trug sein braunes Haar abgeschnitten, hatte braune Augen, eine gewölbte ziemlich hohe Stirn 
und spitzeckige Haarscheitel zu beyden Seiten der Stirne; auf der Mitte der Stirne eine klei 
ne Warze, eine gerade oben etwas eingedrückte Nase und rm Gesichte hin und wieder einige 
wenige Blatternarben. Derselbe war bekleidet mit eifern gelblichen modernen Oberrocke von 
feinem Tuche mit 2 Reyhen bespsnnener Knöpfe; einer langen Hose von gelben ostindischen 
Nankin; einer feinen Piguet Weste, weisser Grund tritt gelblichen Querstrichen, einem fei 
nen linnenen Unterhemde, unter dessen, auf den Rücken befindlichen Schlitze der Buchstabe r 
K, 6. gezeichnet war; einem feinen Oberhemde von Kammertuch; einem Paar baumwollenen 
lblaubunden Strümpfen, gezeichnet M. K. und ledernen Schuhen mit Bändern, einem feinen 
weissen Halsluche von Kammertuch, blau gezeichnet mit denen Buchstaben w.P. K. und einem 
schwarz seidenen Halstuche. Derselbe trug einen runden feinen Huth mit schwarzen Taft ge 
füttert, inwendig das Zeichen des Hutmachers, Philipp Conrad Meyer zu Frankfurt am 
Mayn, und führte ein feines Rohr mit silbernem Knopfe, auf welchem der Buchstabe K. gra- 
virt ist, bey sich, auch außerdem noch eine Schnupftobacks-Dose von Papier bisctree, ein 
Taschenmesser mit Knöchernen Griffe und einem Bureau-schlüssel. Churhannvversches Amt 
Münden den roten August 1805. 
A. tt?. w. Rritter. E. Z. v. Ulmenstein. % H. Hesse. 
11) Eine Dohnbank nebst Repositur und Schubladen 25 bis 30 Stück, auch 2 eiserne Waage 
balken sind zu verkaufen. Beym Riemer Kleinfchmidt am Brink ist sich zu melden. 
12) Mittwochen den 28tend. M. um 9 Uhr Vormittags soll eine gewisse Anzahl Reit-und Zug 
pferde im Kursürstl. Marstall allhier öffentlich versteigert werden, und wird solches den Kauflu 
stigen zur Nachricht hierdurch bekannt gemacht. Cassel den -4ten August 1805. 
Brede. Vermöge Auftrags. 
13) Christian Wüntfch, Leinewands- Fabrikant aus Sachsen, empfiehlt sich gegenwärtige 
Messe zum erstemale mit super fein Tisch- und Tafelzeugen, in Zwilch und Damast, 
feine Z Weberleinwand wie auch halbseiden Leinen, er bittet um geneigten Zuspruch, und 
verspricht die billigsten Preise, und hat seine Bvutike in Nr. 64 u. f >5♦ 
14) Ein Tuchmacher.--Webestuhl nebst allem Zubehör stehet zu verlassen. In Nr. 279. in der 
untersten Petristraße ist nähere Nachricht zu haben. 
15) Eine große Engl. Pendul-Uhre mit einem modernen Gehäuse, 10 Tage gehend, ist zu ver 
kaufen. 
16) In der verstorbenen Madame Collin Behausung an der abgebrochenen Fuldabrücke sollen 
Montagöden 2teu September und folgende Tage verschiedene Effecten, als: Prätiofa, Gvld- 
und Silbersachen, Uhren, Zinn, Kupfer, Messing, Eisenwerk, Gläser, Porcellain, aller 
hand hölzernes Hausgeräthe, einiges Bettwerk, verschiedene musikalische Instrumente und 
sonstige Sachen, gegen baare Bezahlung, versteigert werden. Kauflustige belieben sich je 
desmal Nachmittags um 2 Uhr daselbst einzufinden, und sich zugleich zur Nachricht dienen 
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