Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

io»6 zzteè Stück. 
preise so versteigern, baß es «ine sur das Publicum nachtheilige Theurung dieses Getränks 
zur Folge haben muß; so wird zur Nachricht hierdurch bekannt gemacht, daß man auf der 
gleichen Mäckler genau invigiliren lassen und selbige im Bctretungsfall nachdrücklich bestrafen 
wird. Cassel den 27ten Julii i8oz. Aus Rurfürstl. policey - Commission. 
3) Nachdem die Anzeige geschehen, daß in einigen Dörfern.des Amts Neukirchen, eine unter den 
Schweinen gewöhnliche Krankheit, die Braune genannt, auögebrochen, so stehet man sich 
veranlaßt, die nöthigen sowohl Präservativ-als Curmittel hier bekannt zu machen. Au 
ersteren gehöret, daß sowohl die Hirten als das Gesinde sorgfältig dahin sehen müssen, daß 
erhitzte Schweine nicht gleich zum Saufen gekästen werden, als welches die Haupt-Ursache 
jener Krankheit ist; sodann gefallene Stücke an einen abgelegenen Ort tief verscharret und 
das Heraus kratzen derselben den Hunden unmöglich gemacht werde. 
Was die Curmittel betrifft, so ist, wenn man folgende Aeichen an dem erkrankten Vieh 
bemerkt, z. B. wenn es aufhört zu fressen, Hitze hat, die Augen aus dem Kopf herauszu 
treten anfangen, die Geschwulst am Hals heiß, die Aunge brennend, die Stimme heiser ist, 
das Saufen dem Thier schwer fallt, alsbald ein Aderlaß auf der Aunge oder am Hals, dem 
Alter und der Starke des Thieres angemessen, etwa 311-1 bis i| Pfund nöthig, worauf denn 
das Maul mit Salz und Waizemnehl, welches vorher mit Wasser angefeuchtet worden, aus 
zuwaschen ist. 
Aum innerlichen Gebrauch nehme man 2 Hände voll Gerste, koche diese mit i| Schoppen 
Wasser bis zu 1 Schoppen ein, lößt darin i Loth Salmiak auf, und gießt solches zu dreyen 
malen des Tages dem kranken Vieh ein. Fängt solches wieder an zu saufen, so muß das Ge 
tränke schleimigt und milchwarm seyn, und kann man endlich, um die Geschwulst am Halse 
zu, zertheilen, der mit Essrg dick zu einem Brey gekochten Linsen sich bedienen, welche warm 
aufgeschlagen werden. Cassel den asten Iulii 1805. 
Rurhess. Collegium Medrcmn. 
Todesfälle. 
1) Am rzten dieses Abends 8 z Uhr entschlummerte zu einem besseren Leben unser« gute Mut 
ter und Schwiegermutter, Christiane von Buttlar, geb. von Haustein Sie starb an Aus« 
zehrung und gänzlicher Entkräftung in ihrem 6-sten Lebensjahre. Wir beweinen in ihr den 
Verlust einer rechtschaffenen Mutter, und sind überzeugt, daß unsere Verwandte und Freun 
de, denen wir dieses schuldigst bekannt machen, an unserm gerechten Schmerz Antheil neh 
men werden, und verbitten uns alle weitere Condolenz. Aiegeuhain in Kurhessen den azten 
1 Sfulii 1805. 
Friederich Wilhelm v. Mandelsloh, Lieutnant in der Brigade leichter Truppen, 
wilhelmin« Christiane Ernestine von Mandelsloh, geb. von Buttlar. 
2) Heute früh starb unsere geliebte gute Mutter, die verwitwete Steuerrathin Gottsched, gebohr- 
. ne Scipio, nach einem üwöchigen schweren Leiden eines Brustgeschwürs im 7ütcn Jahre ih 
res thätigen Lebens. Unser Verlust ist groß, und die Erinnerung unvergeßlich; einigen Trost 
finden wir in der stillen Ueberzeugung von dem wahren Beyleide und der gefühlvollen Theil- 
'nähme ihrer und unserer Freunde und Bekannten. Cassel den 8ten August 1805. 
Raroline Rleinschmid, geb. Gottsched. Adolhp Gottsched, Kriegs-Secretarius. 
z) Allen Verwandten und Freunden machen wir mit dem Gefühl des tiefsten Schmerzes das 
am zten August d. I. Abends zwischen 9-10 Uhr an völliger Entkräftung im 74ten Jahr er 
folgte Ableben meines geliebten Gatten, und unsers verehrungswürdigsten Vaters und resp. 
.Schwiegervaters, des Amtmanns Wolrad Möller allhier, mit Verbittung aller Beylrids- 
bezeugung, schuldigst bekannt. Lichtenau den 7ten August 1805. 
Die hinterlassene Witwe, Maria Friedericke Möller, geh. waiy, so wie 
deren Rinder und Schwiegerkrnder. 
4)
        

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