Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

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Vom zt«n August »805. 
M ziehen , Lberhàpt aber all« Hunde wahrend der Hundstage des Nachts im Hause zu be 
halten, indem diejenigen, welche von 10 Ubr Abends brs Morgens-6 Uhr auf der Straße 
angetroffen und von niemand geführt werden, für herrenlos gehalten und tod geschlagen wer- 
. ven sollen. Cassel den Men Julii i8o^. ^ r . 
2 lus Kurfürstlicher Oolrcey - Commrssion. 
Z) Nachdem Anzeigen geschehen sind, daß mehrere hiesige, dem Müßiggang ergebene Einwoh 
ner sich dadurch einen unerlaubten Erwerb zu verschaffen suchen, daß sie mrt dem hierher 
kommenden ausländischen Brandewein Mäckeley treiben, den Fuhrleuten entgegen gehen, 
mit selbigen wucherliche Händel schließen, und den hiesigen Braudeweinschenkern die Ankauf- 
preise so »ersteigern, daß es eine für das Publicum nachtheilige Theurung dieses Getränks 
zur Folge haben muß; so wird zur Nachricht hierdurch bekannt gemacht, daß man auf der 
gleichen Mäckler genau invigiliren lassen und selbige im Betretungsfall nachdrücklich bestrafe» 
wird. Cassel den Men Julii 1805. Aus Kurfürst!, policey - Commission. 
4) Nachdem die Anzeige geschehen, daß in einigen Dörfern des Amts Neuk^rchen, eine unter de» 
Schweinen gewöhnliche Krankheit, die Braune genannt, ausgebrochen, so siehet man sich 
veranlaßt, die nöthigen sowohl Präservativ-als Curmittel hrer bekannt zu machen. Au 
ersteren gehöret, daß sowohl die Hirten als das Gesinde sorgfältig dahm sehen müssen, daß 
erhitzte Schweine nicht gleich zum Saufen gelassen werden, als welches tue Haupt-Ursache 
: jener Krankheit ist; sodann gefallene Stücke an einen abgelegenen Ort tief verscharret und 
das Herauskratzen derselben den Hunden unmöglich gemacht werde. 
Was die Curmittel betrifft, so ist, wenn man folgende Zeichen an dem erkrankten Dreh 
bemerkt, z.B. wenn es aufhört zu fressen, Hitze hat, dre Augen aus dem Kopf herauszu 
treten anfangen, die Geschwulst am Hals heiß, die Aunge brennend, die Stimme heiser ist, 
das Saufen dem Thier schwer fällt, alsbald ein Aderlaß auf der Zunge oder am Hals, dem 
Alter und der Stärke des Thieres angemessen, etwa zu i bis il Pfund nöthig, worauf denn 
das Maul mit Salz und Waizenmehl, welches vorher mit Wasser angefeuchtet worden, auö- 
»uwaschen ist. 
Zum innerlichen Gebrauch nehme man 2 Hände voll Gerste, koche diese mit i§ Schoppen 
Wasser bis zu l Schoppen ein, lößt dann i Loth Salmiak auf, und gießt solches zu dreyen- 
malen des Tages dem kranken Vieh ein. Fangt solches wieder an zu sausen, so muß das Ge 
tränke schleimigt und milchwarm seyn, und kann man endlich, um die Geschwulst am Halse 
zu zertheilen, der mit Essig dick zu einem Brey gekochten Linsen sich bedienen, welche warm 
aufgeschlagen werden. Cassel den 2bten Julii i8oz. 
Kurhess. Collegium Medicum. 
Todesfälle. 
1) Mit blutendem Herzen mache ich meinen Freunden und Verwandten den Verlust meiner 
, geliebten zweiten Tochter, Marche Jscobine Elisabeth, hierdurch bekannt. Ein bösartiges 
Nervenfieber endigte heute frühe um 1 Uhr in der Blüte ihrer Jugend — sie hatte kaum daS 
rite Jahr zurückgelegt — ihr stilltugendhaftes Leben. Von der Theilnahme an meinem 
Schmerz überzeugt, verbitte ich alle schriftliche Beyleidsversicherungen. Cassel den 2yten 
Julii 1805. Oberkriegs-Commcssarius Hastenpslug. 
3) Am sten August wurde mir meine geliebte Gattin, Sophie Margrethe, eine gebohrne Eß- 
mann, nach einer lowöchigen sehr schmerzhaften Krankheit, im Men Jahre ihres Lebens 
und im rzten unserer glücklichen Ehe, durch den Tod entrissen. Diesen für mich äußerst 
schmerzhaften Verlust mache ich hiermit meinen Freunden und Bekannten bekannt, und 
empfehle mich und meine z Kinder deren Liebe und Freundschaft. 
- ^ .. G. W. Schiede, Tuchsabnkant. 
O00 00 0 - - 3)
        

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