Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1805, [2])

978 Zster Stück, 
auf dem Consistorio erscheinen, die veranlassenden Gründe seiner heimlichen Entweichung 
anzeigen, und sich diese» halb gehörig rechtfertigen, oder im Zürückbleibungsfall sich gewär 
tigen solle, daß die Klage seiner Ehefrau für eingestanden angenommen, mithin er pro ma- 
. lid^so ciesertore erklärt, auf seinen Ungehorsam die Ehescheidung dem Suchen seiner Ehe 
frau gemäß erkannt, und dieser auch die anderwcite Heyrath gestattet werde. Urkundlich 
Unserer gewöbnlichen Fertigung. Arolsen den raten Julii 1805. 
Fürstl. waldeck, zum Consistorio verordnete Präsident, Vice-Canzlar und 
Rathe daselbsten. Zerbst. Rleinschmrt. 
S) Johann Henrich Schröder in Dorheim Gerichts Waltersbrück und Anna Elisabeth, dessen 
Ehefrau gevohrne Muhlin von Mengsberg, Amts Iiegenhain, sind vor einiger Zeit ohne Kin 
der oder ein gültiges Testament hinterlassen zu haben, gestorben, und haben sich zu deren ge 
ringem in 80 bis 92 Rthlr. bestehenden Nachlaß einige Jntestat-Erben des Johann Henrich 
Schröder gemeldet. Da man nun zu wissen nötig findet, ob nicht Schulden von ihnen, oder 
Jntestat-Erben der Schröderischen Ehefrau vorhanden sind; fo werden alle diejenige, welche 
entweder als Erben oder Gläubiger Ansprüche an dem Nachlaß der gedachten Schröderifchen 
Eheleute machen, andurch peremtorisch vorgeladen, ihre Ansprüche so gewiß in dem auf 
Freytaq den yten k. M, August Vormittags um 8 Uhr anbestimmten Termin vor Amt dahier 
anzuzeigen und zu begründen, als gewiß sie sonst zu erwarten haben, daß sie nachher nicht 
damit gehört, sondern der geringe Nachlaß den sich gemeldet habenden Schrödenschen Jnte- 
stat Erben verabfolgt werden soll. Jesberg den yten Julii »805. F. E. Biskamp» 
4) Nach Ausweisung des älteren Pfandprotokollö vorn prrvatlven Gerichte Malsburg, Seite 
125, bat der Einwohner Johannes Riede zu Oberlistingen, unterm ryten May 1755, sein 
Haus und Hof nebst einigen Erbländereyen dem Herrn Obersten Carl Ludwig von Löwen, 
siein, gegen 200 Rthlr. zur Cautron eingelegt. Ohnerachret wegen Länge der Zeit dieses 
Verband durch die gedoppelt vorhandene Verjährung für erloschen zu achten ist: so sind doch 
Fälle der Unterbrechung derselben nickt unmöglich, und es ist demnach von den Erben der 
Verpfänders, welchen der Vermerk im Pfandprotokoll ein Hinderniß war, für gur gefunden 
-worden, den Herrn Pfandgläubiger ihres Vorfahrs, oder da dieser wahrscheinlich nicht mehr 
am Leben ist, dessen Erben öffentlich aufzufordern, ihre Ansprüche aus jenem Cautions-Jn- 
strument in dem auf Donnerstag den ivten Oktober schierskünstig bestimmten Termin, vor 
' Gericht aklhier geltend zu machen. Diese werden demnach ersucht, hierzu jemand zu beauf 
tragen und durch denselben das Nötige zu wahren, weil sonst kein Grund vorhanden sey» 
dürfte, nach verstrichenem Termin noch weiter auf den Vermerk im Pfandprotokoll Rück- 
> ficht zu nehmen, vielmehr solchen darin zu löschen, und die verschriebenen Grundstücke für 
frey von diesem Verband zu achten. Breuna den loten Julii 1805. 
Aus dem Malsburgischerr Samtgerichte daselbst. 
5) Der dahier verstorbene Canonicus und Frühemesser Johann Georg Loew hat in seinem Te 
stamente 2 arme Kinder, deren Namen er seinem ebenfalls verstorbenen Testamentario an- 
' vertraut hat , und von denen eins noch unbekannt, der Zinsgenuß von 2000 Capital bis zu« 
Zoten Jahre ihres Alters, oder ihren ehelichen Leibeserben, legiret. Da nun das eine die 
ser Kinder vvrgedachtermaßen noch unbekannt ist, jedoch aber vermuthet wird, daß ein zi 
Zwingen, gemäs kopeilich angehängten Taufscheins, der Berechtigte zu diesem Leaat seye; Ali 
wird sothaner unbekannte Legatarius oder dessen eheliche Leibeserben hiermit edictaliter vor 
und abgeladen, sich binnen 3 Monaten peremtorischer Frist, nach Bekanntmachung dich 
Ladung, wovon 4 Wochen für den ersten, 4 Wocken für den 2ken und 4 Wochen für de« 
Zten und letzten Termin bestimmt werden, sich bey hresigem Justitzamt zu sistiren, und rech« 
- ««forderlich znm Bezug dieses Legats zu legitimiren, als im sonstigen mit diesem Vermöaei 
nach Inhalt des Testaments verfahren, und derselbe endlich auch nach Verlauf von 50 von 
den.
        

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