Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1797, [2])

Lasse lischt w* 
WH- und Lv, NIMM - Zeitung. 
Mit Hochfürstlich - Hessischen gnädigstem Privilegio. 
Montag den 6— November. 
Verordnung. 
Von GotteS Gnaden Wir Wilhelm der Neunte, Landgraf zu Hessen, Fürstz« 
Hersfeld, Gras zu Catzenelnbogen, Dietz, Aiegenhain, Nidda, Schaumburg 
und Hanau rc. rc. 
(Hägen hierdurch zu wissen: Bisher iñ zwar bey dem Erbfolge» Rechte der unehelichen Kinder ein 
l ) gesetzmäßiger Unterschied zwischen bloß natürlichen Kindern, und solchen, die a«S einem soge 
nannten verdammlichen Beyschlaf im Ehebruch oder in Blutschande entsprossen sind, dergestalt bea 
vbachtet worden, daß jenen ei« Erbrecht auf den Nachlaß ihrer Mutter zugestanden, diesen aber 
versagt wird. Da indessen dieser Unterschied mit dem veränderten Geiste der peinlichen Gesetzge 
bung fetzt im Widersprüche stehet, und gewissermaßen eine Strafe für die unschuldigen Kinder ent-. 
hält, diejenigen aber, welche nicht andere Gründe von einem solchen gesetzwidrigen Beyschlaf ab 
halten, denselben schwerlich wogen dieses, den Kindern versagten Erbrechts unterlassen werden ; So 
finden Wir Uns veranlaßt, jenen Unterschied hierdurch aufzuheben. 
Wir verordnen demnach, daß die im Ehebruch oder Blutschande erzeugten Kinder, in Rücksicht 
der Mutter und der mütterlichen Seite, eben das Erbrecht haben sollen, welches ander« unehe 
lichen Kindern zustehet. . 
Dem zufolge sollen? dieselben m!t den sowohl ehelich- als unehelich'gebohrnen Kinder«, jedoch 
mit Ausnahme der Erbfolge in Lehen - und Stammgürern, oder andere jFideicommissen und Faryi, 
Eccece lien-
	        

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