Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1796, [1])

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rztes Stück. 
28) Den rzten April d. I. und folgende Tage wird Nachmittags von Lbis 6 Uhr in Nr. 160. in 
der Schloßstraße eine Sammlung von Büchern aus allen Wissenschaften, an den Meistbietenden 
versteigert werden, wovon die gedruckten Verzeichnisse bey dem Hrn. Pfarrer Göy zu haben sind. 
29) Der iyte und 22te Band der französischen Encyclopedie, sind von jemand für i Gulden ge 
kauft worden: wer sie vermißt, um das schöne Werk zu kompletiren, kan sie wieder bekommen. 
Die Waifenhaus-Buchdruckerey gibt weitere Nachricht. 
zo) In verflossener Caffeler Frühjahrs-Messe ist eiue Differenz von einem Lbthlr. zwischen einer, dem 
Ansehen bekannten, dem Namen nach unbekannten Frauensperson, entstanden, welchen dieselbe 
auf die Waare gelegt, und bey Einräumung sich darinnen vorgefunden. Man wünschet, daß sich 
die Eigenthümerin angeben und selbsten wieder in Empfang nehmen möchte. 
zt) Beym Regiment Gensd'armes wird ein Profoö verlangt: wer zu diesem-Dienst Lust hat, kan 
sich beym Staab zu Melsungen melden, wo er das weitere erfahren wird. 
Z2) Neben der schon angezeigten Engl. Schwärze habe ferner in Commission erhalten : Crème de 
Bret. blanc, welches allem Holz, als Commoden und dergl. einen feinen, dem Pariser Lacke glei 
chen Glanz giebt, die steinerne Büchse zu y Alb ; Lrême de Bret. gris, dieses theilet allem Le 
derwerk einen extra schönen schwarzen Lack mit; von diesen beyden Crèmes sagt die gedruckte An 
zeige ein mehreres, die Büchse zu 8 Ggr. ; ferner einen Balsam, welcher für Brandt und dergl. 
gute Dienste leisten soll, das Gläschen mit dem Gebrauchzettel zu g Ggr. ; sodann erinne ich, daß 
stets vey mir zu haben ist. Engl. Bier, Pomeranzen-Ertracr, Engl. Nachtlichter, die zum Blau 
starken bekannte Tinktur rc. 
Balthasar Gräbe, Kaufmann, wohnhaft a d. Carlsplatz in d. weil. Fr. Helmcke Behaus. 
33) Den Uten April, Vormittags um 10 Uhr, soll auf dem Habichtswalder Bergwerk öffentlich an 
den Meistbietenden auf den Abbruch gegen baare Bezahlung verkauft werden: l) ein Schoppen 
von 4<J Fuß lang und 24 Fuß breit, worunter die Grundmauer 8 Fuß hoch und Fuß dick 
aus gehauenen Steinen bestehet, und darauf noch io Fuß bis au das Dach von Holz gebaut ist, 
worinnen die Wände mit Steinen ausgemauert sind; 2) zboo Stück Bretziegeln mit denen da 
zu erforderlichen gerissenen Latten; z) ein Haufen theils gehauener und theils ungehaltener 
Mauersteine, welcher 32 Fuß lang, eben so breit und 3 Fuß hoch ist. 
Todesfälle. 
1) Den ryten März d. I. starb an einer LungenEntzündung, in ihrem 7^ten Lebensjahre, unsere 
vielgeliebte Tante, die Fraulein Dorothea von Huxne. Diesen schmerzlichen Verlust machen wir 
unseren sämtlichen Verwandten und Freunden hierdurch bekannt, mit der Bitte, uns mit allen 
, Beyleidsbezeugungen zu verschonen. Sophia von Hanxleden, geb. v. Huxne. 
Christ na von Waldschmidr, geb von Huyne. 
2) Am 4ten dieses entschlief, nach einem kurzen Krankenlager, sanft zu einem bessern Leben, meine 
innigst verehrte und geliebte Mutter. Frau Anna ElisabethEwald, geb. von Stockum. Tiefge 
beugt, erfülle ich die traurige Pflicht, diesen für mich äußerst schmerzhaften Verlust meinen geehr- 
testèn Verwandten und Freunden hiermit bekannt zu machen; und, überzeugt von Ihrer Theil 
nahme an meiner gerechtesten Betrübniß, verbitte ich alle besondere Beyleidsbezeugungen, mit Em 
pfehlung in Ihre fortwährende Freundschaft. Cassel den bleu April 1796. I Lisette Ewald. 
3) Gestern Abend, nach 8 Uhr, entschlummerte an einer gänzlichen Entkräftung, mein lieber Ehemann, 
der Kauf- und Handelsmann Johann Conrad Naaell, in senrem 6.;ten Jahre. Wer diesen Bie 
dermann kannte, und seinen Eifer, den er in der Erfüllung aller semer Pflichten beobachtete, wird 
meinen Schmerz rechtfertigen, der gewaltsam mein Herz zerreißt; wird theilnehmend diesem un 
vergeßlichen Edlen eine Thräne weihen und mit mir und den Meinigen sein Andenken ehren. 
Hiervon aanz überzeugt, verbitte ich mir alle mündliche und schriftliche Beyleidsbezeugungen, 
und wünsche'mir nur, da ich die Handlung nach wie vor fortsetzen werde, die fortdaurende Ge 
neigtheit, der Gönnerund Freunde des Seeligen. Cassel den bten April 1796» 
A. M. Nagell, geb. BSrmer. «
	        

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