Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1792, [2])

August. 
Gemeinnützige Sachen. 
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Vess, Lein- Bäu«- Mandelöls, oder zerlassener von Salze abgewafthever D»tter, gerührt , eine 
avsgewachftne Person b tunen zw ti Stunden trinken, also alle zwei Minuten eine Taffe; 2 unsere 
rach Verhältniß weniger. . , r 
Ssbalv d»S Knripcn in den Gedärmen »der der Durchlauf schon dei der ersten Behandlung er 
folgt, müssen vtelsach übereinander gelegte Tücher, in die erstere starte Setfenauflösunz geroucht, 
6„ den ganzen Unterleib gelegt «erden. Eben dasselbe geschieht auch, wenn beim Anfange de» 
zweiten Trinken-«och ketn Durchfall erfolgt ist. .. 
Bei dem Gebrauch der Umschläge müssen sogleich Klysttrr »« Milch und vel, oder, wen« der 
siüßize Stuhlgang zögert, daö Erbrechen selten, und Lerbschueiden vorhanden ist, von de» dua- 
»ern Ee feuwasser mit Oel, wie da- zweite Getränk gemischt, beigebracht «er»««. 
^Anfälle von Etttzüodnng im Unterierde, als detm äußern Drucke, schmerzhafte Spannung »es 
Lübcs, grspruntcr Pul-, erfordern ei« Aderlaß, und emganze- oder nur Halde- lauwarme- Dad, 
helor,der- von Srtt'enwasser. ... .. ... 
' Ist das zweite Getränk hinunter: so wartet man eine halbe Stunde mit der Nachhülfe, therrs, 
damit sich der Krrnkr von der Anstrengung etwa- echóle, theil-auch, damit die beigebracht- 
Zlüßigtetr Zri»hsbe, ihren Abgang za nehmen. 
Um sich von der gänzlichen Forrschaffnng des Gifte- zu überzeugen, kann der Krankenach lener 
Auhe, noch wir dem leztern Getränke von Setftnwasser und Oel, oder zerlassener Putter, oder 
wenn er eS nicht trinken will, mlt eiuem Getränte vön etlichen Kannen MUch mit «ne« Achtel 
hi» Drittel süßem Milchrahm bis zur völligen Besserung fortfahren. Diese- kann starr folgendem 
auf dem von einer Apotheke entfernten Laude geschehen. 
Kann man aber ohne etwas zu versäumen, eine Apotheke benutzen: so lasse man etlicheKavne» 
mit Schweklleberluft gesättigtes Wasser, worin der vierte Theil süßer, starker Milchrahm. »der 
arabische-- oder Trag rutgummt (erstere-im Verhältnisse zum Wasser-wie i: io, letzteres wirr: 30) 
aufselösit «orten, bis zur Lin^ruug aller beschwerlichen Zmälle trinken, und die Umschläge von 
Setfcnwaffer nebst den Klysiieren von eben demselben mit Oel gesättigt, uvterdeß fortsitzm. 
Zur Bereitung dieses, in der Arsintkvergifrung und vorzüglich bet ihre« Nachwehe«, so heilfa» 
men schwefelleberluftdaltigen Wassers, ntmt man eine gläserne Flasche mir zwei Pfund reine« 
lauem Wasser dis an den Ha's angefüllt, schüttet ein Loth gepülverte Kalkleber, mit fünf Quent 
chen Crémor Tarkart gemischt, hinzu, jiopft die Flasche geschwind und fest za , und schüttete das 
Gemisch zehrn Minute« laug; maa läßt da- gröbere Pulver setzen, und gießt die evtstanbene 
stakende Flüssigkeit von.ihrem Bodensätze ab in eine ander« Flasche, «ona schon drei bis vier 
Theeköpfche« süßer starker Müchrahm, oder drei di-vier Loth gepulverte- arabisches- oder ein 
Loth Tragantgummi befindlich sinb. Man verstopft die Flasche, schüttelt das Gemisch einige 
Minute» hi» zur Auflösung um, und giebt dem Kranken davon zu tttntev. Nach jedesmahlige« 
Hrrausgießen, muß die Douteiüe geschwind wieder zugestopft werden. - 
Die KaUschwefrlleber bereitet man zu diesem Behuf, durch etliche Minuten lauge-WnßglÜhe» 
einer gepülvetten Mischung gleicher Theile Schwefel-und ungelöschten oder frischgelöschten Kalk-. 
(Im Nothfall kann man auch Kreide nehmen, da dann aber die Mischung etwa- längeres Glühen 
erfordert.) Binnen sechszehn Minute« wird in einem Wtndofen (oder auf dem Lande, in einer 
Schmirbe-Esse) zwischen glühenden Kohlen die Leber, und in «och ander» fünfzehn Minuten, das 
üözsser fertig fern. 
Diese- schwrfelleberkfthaltrge Wasser, mit Milchrah« oder Oel, ober frischen Eidottern ange 
rührt, ist das große und unvergleichliche Hülf-wittel, wodurch alle im Körper zurückgebliebenen 
Ärseotktheilchen fast völlig unschädlich gemacht, und so zu sagen vernichtet werben. ES verwan 
delt uemlkch alles, wa- eS von aufgrlößrem Arsenik lm Magen und den Gedärmen antrift, augeo- 
blickltch in fine Art Operment, ein höchstftineS pomeranzenfarbeneS Pulver, da- fast nicht den 
mindesten Nachtheil, e- müßte denn in großer Menge zugegen seyn, im menschlichen Körper ver 
flach», und «ach und nach aufgelinde Ausleerung-mittel mit dem Stuhlgange unschädlich «bqeht. 
Nn nu n - ' Die-
	        

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