Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1792, [2])

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«ittel thu«. Wle viele Hellánzeige» erfüllt nicht die Seife allein ! Das Oel und der Mi'chrahm g 
mir Milch, tragen ras ihrige zu einem schmeioigmden, sichernden Uederzuge im Maarn und zur c 
Einhüllung drS scharfen Giftes bei. j 
Nun das Mittel seihst: Sobald die vorher genannten Zufälle der Vergiftung der ersten Grade 
sich äußern , löse man geschwind ein Pfund gemerr.e weiße Seife in vier Pfunden hrissrm Wasser s 
auf. Um es deßo grfchwrnser fertig zu haben, reibt oder schneidet man die Seife klein, und kocht ti 
sie unter beständigem Quirlen in einem großen Topfe, der wohl, damit er nicht überlaufe, eine ¡ 
doppelte P-rtton fassen kaun, und nach zwei Minuten ist drese«-kräftige Mittel fertig. War« 
ist es von dicklich zäher Confistenz; w der Külre wird rS ganz steif. t 
Mau giebt es dem Kranken Lasseuwche mit etwas Zucker tm Munde, kaum so warm, als i 
«an Lew Ähnlich Thee oder Kaffee zu trinken pfiegt, zu trinken. Ist der Kranke eine Person von 
reifem Alter, also zwischen dem zwanzigsten und sechsztgften Jahre, so kann mau ihr eine solche J 
Lasse, worin fünf bis sechs Loth Wasser gehn, alle drer diS vier Minuten reichen. So wird t» 1 
ungefähr zwei Stunden diese Seiftnauflöfun'g vo« fünf Pfund verschluckt seyn. Man kann auch 
längere Zwischenzeiten zwischen jedem TruNke wählen, der dann ader jedesmal desto stärker seyn i 
muß, damit diese dickliche Flüßrgkeit in genannter Zeit gewiß verschluckt sey. Will der Kranke 1 
selbst seine Hülfe beschleunigen und mehr trinkeü, so kann chm imyr gereicht werben , will er aber 
nicht so viel trinken, ss muß ertrinken. Erne Person von fechSzetzn bis zwanzig Jahren kann 
pter Pfunds vvfi zwölf bis ftchszehn Jahre«, drei Pfuno, ein Kurs von acht dis zwölf Jahren, 
«in Pfund dieser Seffenauftösung muten, doch in der angegebenen Zeit und Dosis. 
> D e in dis Augen fallende Wirkung dieses Mittels, ist gelmtzes aber fortgesetztes und zweck 
mäßiges Erbrechen.' Die Trinkzeiten dürfen deS VrechrnS wegen nichr aufgeschoben werden, son« 
ßern das-Etr-flößen ist wieder fortzusitzen, so dalo der Kranke einige Äu^endücke ausgeruhet hat, 
GemeünZlich stMr sich nach dem Trinken dieser 'SesteNauf-.öfuvg em deüsames Brechen ein; sollt» 
es aber, welches doch sehr selten der &*U seyn «rrd, i» der ersten Viertelstunde nicht dazukom» 
mn : so muß der Schlund M t dem Finger, oder einer in Oel H-ft,cki«u Feö«r, dazu gereizt werden» 
e Einige nicht unwichtige Nedeaumstäude ko«m u tziedei noch in Betrachtung; z.B. ist der Ver. 
giftete zu starken Wallungen deS-Blsts zum Köpft, zum Schlazfláffs, Herzklop-er» uns zum Blut« 
speien, geneigt, ist er üterHaupt vrUblütig, rar er e-ne BLusikrankheit, als : Brußwassersucht, 
verschlissener Lungengefchwür, Vechärtu gen und Geschwür-', m irgmv einem andern Eingeweide, 
k« welchen Fällen ein starkes Brechen rrachthetlig werden tonnte: so wird nach den ersten sechs 
bis acht genommenen Tassen, ein starkes ÄSeriaß vorgenommen. Hat brr Kranke einen Bruch, 
so muss dleftr zurück gehalten werdem Bsi einer verspätete« innern Hülfe, wo dsS Gift elve ' 
Zeit lang nngehinbert wirken konnte, findet man immer eine Entzündung dk§ Magens vor; 
kömmt man bader erst eine Stunde hernach , nachdem das Gift genommen worben: dann muß 
«an auf alle Fälle, der Körper fty vsRbiütig, jung oder nicht, ein verhättmßmäß geö Aderlaß 
vornehmen, dsS. ist, stets nach den Graden der schlaffern oder festerv Fibern, der schwächer» 
»her stärker«, blut- ober wasserreicher« Körperbeschsffetrheit, und dem Alter gemäß abgewogen. 
Ist die nöthige Menge starker Seifen^uflösung in der angegebenen Zeit getrunken : so ist dar 
«eiste geschehn, was möglich war; —das mehreste Gift ist größtrytheilö ausgeleert, das noch 
rückstandige neutralifirt, und die heftigsten Zufälle, bas gewaltsame Würgen und Fressen tmMa« 
gen hat sich gegeben. Nun wird man e- noch mit der Fvrtschaffung eines kleinen, etwa im Ma« 
gen zurück gebliebenen, oder gewisser in dir Gedärme übergegangenen Theils bes Giftes zu thu« 
haben. Ein Durchfall mit dann vnd wann noch untermischtem seltnem Erbrechen, wird dies« 
Heilanzeige «enug thun. Hierzu laßt man drei Pfund jener stärker« Seiftnauftösuvg mit ebenst 
viel warmem Wasser verdünnt g) und unter jedes Pfund Mischung, vier Loth eines vorhanden» 
/ - - / •• '• •' v ' Och 
g) Diese s Pfund dünnere Seifenansiöfnng halter^alfo 19 bis n Loth Seife; man kann sie frisch verfertigen, 
> kvie die'stärkere, wenn Mg LoLochSsschñdm Seife m Pfund kochendes Wasser quirlt, bis jur sleichük« 
tigen Ausi-Mg. . .
	        

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