Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1791, [1])

May. 
Gemeinnützige Sachen. 
Dem Assessor von Wlnzivgerode bey der Rrnth Kammer ln Hanau, ist da- Votum, und 
dem Kammer» Secretario Otto, der Karacter als Assessor gnädigst beygelegt. 
Der Candtvaru- jurts Jacob Gottfried Duncker zu Wetter, hat die Advocatur und Procuratur 
bey »er Reaterung zu Marburg, 
-er Pfarrer Ltebermann zu Hülsa, die vacante Predigerstelle zu Böddiger - 
-er Pfarrer Kochendörffer zu Bleicher-ach die evangeltsch-resormirte Pfarrey zuObtr-Jßighel«, unh 
der FL-fier Jrtch» zu Großenritte, die vacante Förster» nebst der damit rvmbiutrte« Gericht- 
schulzemStelle zu Heringen erhalten. * 
Der Candidatus ministerii Philipp Henrich Buß, erhält mit -er Pfarrey Vilbel zugleich auch die 
- vacante Pfarrey zu Massenhetm, sodann ist; / 
-er in Pension stehende Quartiermsir. Blum zum Landbereiter nach Trendelburg, un 
der Pensionair Capitaine -'Arme- George Schadertck zum Unterwege»Eommtffario von Niekerur 
aula, bi- Neuktrcheu gnädigst bestellt morden. 
Gemeinnützige Sachen. 
Schluß dir Abhandlung: Etwas über die Mitesser dir Kinder. 
Bey ganz jungen Kindern ist dabey der Gebrauch innerlicher Arzneymittel -an) übersiüßig; 
H sey denn» daß sie grüne Stuhlgänge haben, welche- sehr »fr eine Folge von Mitessern ist , und 
die Anwendung von Klistiren und gelinde abführende Mittel erfordern. Wenn fie aber et« oder 
zwey Jahre alt sind, und sich würklich schon Merkmale von einem harten aufgetnedrneu Unter 
leibe, nebst einem Schwinden des übrigen Körpers bey ihnen findet, so pflege ich auflösende, ab 
führende, und wenn die Verschleimung jn dem Gekröse gehoben ist, stärkende Mittel, , selbigen zu 
vrrorknen. ; ■ 
Noch darf ich nicht verschweigen, daß die Fortschaffung der sogenannten Mitesser, außer 
dem allgemeinen Nutzen , welchen sie oft gegen die Auszehrung der Kinder leistet noch einen be 
sondern Nutzen bey allem demnächst eintretenden Hauptausschlägrn, den Pocken, Masern, Schar 
lachsfieber und a.m. gewährt. Vielfältig habe ich angemerkt, baß alle die von diesem zähen 
Haurschleim befreyk« Kinder, bey diesen Krankheiten oft weit besser, als andere nicht davon be» 
frevle, durchkommen. Und eben daher lasse ich schon seit vielen Jahren, alle die zu Einimpfung 
der Pocken mir anvertrauten Kinder, von diesem Schleim vorher erst sorgfältig reinigen, u«d ba 
de bey der großen Anzahl derselben, nie bösartige Pocken erfolgen sehen. Höchst glaublich ist e- 
daher, baß in der, bey vielen gemeinen Leuten gänzlich verabsäumten Steinigung der Haut, und 
gänzlichen Verstopfung der AuSdünstungs-Gefäße, sehr oft der Grund liege, warum bey diesen 
die Pocken, und andere Haarkrankheiten so rödtlich werden. 
De hiesigen Hebammen habe ich längstens von dem großen Nutzen dieser Hantreinigun- 
«nterr'ch et, und ibnen aufgegeben, alle nengebohrne Kinder durch Anwendung dieses so ein 
fachen Mittels für vielen Kraukbetten za bewahren. Und es köate diese- leichte» fast gar keüre 
Kosten machende Geschäft, mir großem Nutze« allenthalben eingeführt, und manches Kind zur 
Fr»,,de seiner Eltern, und zum Besten des Staats dadurch erhalten werden. 
Elubeck. I. p. Rüling, Hofmedtkus, auch Land-und Stadt-Physik«-» 
Noch etwas zu den Mitessern der Kinder. v • „ 
Wer noch mehr von der Heilart diese- Kinder »Uebels belehrt sey« will, der lese dt- Hr«. 
v-tk. und Profess. Zoh. Christ. Gott!» Ackermanns Abhandlung über die Mitesser der Linder, 
Vyy a • die
	        

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