Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1790, [1])

Stück r s. 
Bücher-Ankündigungen. »59 
dient Lob und Unterstützung, könnte mit auf die Haus - und Landwirthfchaft genuzt werden, und 
- Mar, wie mich und andere deucht, durch nichts fuglicher und leichter und gewisser, als: wenn 
1 man ein Predigtbuch, eine Postill, nach allen Fest- und Sonntags-Evangelien, oder wie manes 
heißen wollte, ausarbeitete, welches nicht nur im eigentlichen Christenthum aufklärte, sondern auch 
zugleich in der Land - und Hanswirthschaft hinlänglich unterrichtete, und so die bisher vom Land- 
mann gebrauchte Hauöpostillen, die nur den Unterricht in einem zum Zweck haben, indem es auf 
zwiefache Weise nüzte, dem Landmann zeitliche, wie ewige Vortheile gewährte und verschaffte, 
entbehrlich machen; welches um so ehe geschehen würde, wenn man dem Bache, neben dem dop- 
' pelt nützlichen Inhalt auch äußerliche Güte und Schönheit und einen wohlfeilen geringen Preis gäbe. 
' Diese Absicht stunde mir so lange vor meinen Augen, bis ich mich endlich entschloß, sie dem 
' Herrn Pfarrer Mayer zuRupftrzell, als einem, jedwedem Liebhaber ökonomischer Schriften 
empfohlenen klassischen Schriftsteller, bekannt zn machen, und wo erste billigte, ihn zu ersuchen, 
• mich mit der Ausarbeitung so eines Buches zu versehen ; ich rhats fast in eben der Zeit, da ihn auch 
eine andere Buchhandlung eben darum angieng; er billigte mein Vorhaben und versprach die Arbeit 
zu übernehmen und unausgcsezt daran 311 seyn, etwas in beyden Absichten recht nützliches recht 
bald zu liefern: es ist unnöthig, die Arbeit eines Mannes anzupreisen, den die Welt schon aus 
seinen vielen Schriften, aus deren günstigsten Recensionen, erkämpften Preisen, und aus dem 
* Beyfall der besten Fürsten und Gelehrten hinlänglich kennt. Das Buch wird den Titel : "Reden 
„an die Landleure nach den Evangelien auf alle 8est- und Sonntage des Jahrs: ein 
„ häusliches Lrdauungsbuch, sie durch Unterricht in ihrem ganzen Beruf, hier mir irdischen 
», Gütern zu bereich rn und dort zugleich auf ewig zu beglücken, von Zoh. 8riedr. Mayer rc. 
‘ erhalten; in etlichen 50 Bogen, Quart, auf starkes weißes Papier, mit, auch blöden Augen, le 
serlicher Schrift ; soviel möglich fehlerfrey gedruckt werden; das Bildniß des Herrn Verfassers, 
: wird dazu in Kupfer gestochen, dem Werke voranstehen. Der Preis, den ich den Herren Pranu» 
meranten und Subscribenten ansetze, ist 2 Gulden und 45 Kreuzer, oder i Species - Laubthaler. 
Ich denke, daß er äußerst billig sey, und hoffe ans frühe und häufige Pränumeration oder Sub 
scription um so gewisser, weil ich des zu befürchtenden Nachdrucks wegen, wenige oder gar keine 
Exemplare außer den bestellten werde abdrucken lassen. Ich ersuche jedweden, dem mein Vorha 
ben bekannt werden sollte, es gütigst zn unterstützen, Snbscription und Pränumeration anzunehmen, 
sch gebe dem, der io Exemplare ablangt, das zehnte gratis, nder überhaupt für die Bemühung 
zehen Procent ab. Der Herr Verfasser wird sich nach seinem bekannten redlichen Eifer, allen zu 
dienen, sich dahin einschränken, daß er alles in Absicht auf die eigentlichen Lehren des Christen 
thums, so vortragen, und nur solche Wahrheiten vortragen wird, die jedweder Christ annimmt, 
. damit das Buch, jeder, der Christ ist, er seye übrigens Protestant oder einer andern Kirche zuge 
than, mit Erbauung und Nutzen lesen kan. Mein Wunsch und meine Bitte am Ende wäre dieft, 
daß die Herren Geistliche» mein Vorhaben ihren ZuHörern gütigst bekannt machen und es densel 
ben bestens empfehlen mögtcn. Nürnberg im Monat Januar 1790. 
_ . , . _ . . Johann Eberhard Zeh, Buchhändler. 
.2) Schon oft hatte ich den Wunsch gehört, daß aus all dem Schwall von unsern deutschen Gedichten, 
eine Auswahl der beste-.? getroffen und zum Druck befördert werden mögte. Schon oft hatte ich 
dies selbst eifrig gewünscht, mir auch schon einigemal zur Erfüllung meines Wunsches die größte 
Hofnung gemacht, allein jedesmal, — aufrichtig zn gestehen — bin ich getäuscht worden. Zwar 
sind mehrere Werkchen von der Art erschienen, jedoch ich hatte mich — wenigstens für meine Per 
son, - immer vergeblich gefreut; kurz, mir gieng'ö nach dem Durchlesen, wie mein alter àeund, 
ver Herr von Hagedorn, in einem seiner Epigrammatischen Gedichte sagt r 
So schmeichelhaft war Jacobs N cht und Stand, 
Als wie er wünscht und host ihn Rahels Reij beglückter 
Gv groß sein Leid, als er den Tag erblikte, 
Du Augen rieb, «nd — eine Lea fand. ...
	        

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