Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1789, [2])

fii4 Besondere Anzeigen. Stück5r. 
viele Früchte Zu Schmälerung der inländischen Bedürfnisse aus- und fremden BrannteweinSbren- 
nern zugeführt worden: So wird zu dessen Verhütung auf Höchsten Befehl Sr. Hochfürstlichen 
Durchlaucht, Unsers gnädigsten Landesherr«, noch weiter folgendes hierdurch verordnet. 
§. i. Wird durchgehends, auch innerhalb Landes, das Verbringen der Früchte bey Nachtzeit, 
mgleichen außer den Landstraßen auf verdächtigen Neben - und Schlupfweg. n nach der Landeö- 
grenze zu, in sofern sich nicht mit einem obrigkeitlichen Paß, woraus die Bestimmung sowohl, 
als das Quantum der Früchte zu entnehmen ist, versehen worden, bey Strafe der Confiscation 
verboten. 
§.2. Obgleich der Fruchtverkauf cur Auswärtige in solchen Landen, welche nicht gänzlich ge- 
t errt sind, zur eignen Bedürfniß nach wie vor gestattet ist: So wird jedoch diese Erlaubniß, zu 
ermeidung alles Mißbrauchs, dahineingeschrankt, daß der Verkauf nur zu geringen Quantitäten, 
von höchstens einem Viertel, und nicht anders, als auf obrigkeitliche Bescheinigung, daß solches 
zur häuslichen Consumtion bestimmt ist; an auswärtige BraNnkeMinsbrenner aber gar kein Frucht- 
verkauf, unter welchem Vorwand es auch seyn mag. Statt finden, und von dem, was diesem 
Verbot zuwider verkauft wird, zur Strafe der doppelte Werth bezahlt werden soll. 
§.3. Alle Beamten, Stadtgerichte und Justitiar« werden zugleich angewiesen, die Amtsbe- 
schcinigttngen benachbarter auswärtiger Käufer sich vom Verkäufer vorzeigen zu lassen, solche zu 
eontrasignircn und zu notiren, um den Betrag der Exportación übersehen zu können. 
§. 4, Sodann sollen selbige bey der Durchfuhr ausländischer Früchte nicht nur gleich bey der 
Einfuhr das Quantum, und, ob sie nicht im Lande aufgekauft worden, untersuchen, sondern auch 
in den hierüber zu ertheilenden Paßirzetteln das Quantum gena» bestimmen, damit man vor deren 
Ausfuhr genau wissen kann, ob nicht etwa durch Aufkauf im Lande der Transport vermehrt worden. 
Wir befehlen Euch demnach, dieses Ausschreiben weniger nicht den dortigen Unterthanen publj- 
ciren zu lassen, als auch über dessen allenthalbigen Inhalt sträcklich zu halten. In dessen Verse 
tzung rc. rc. Cassel, den 7. December 1789. Fürst!. Hess. Regierung hierfelbft. 
5) Da' dem Vernehmen nach die von den Gemeinden bezahlt werdende hiesige Polizey - und Commer- 
zien-Zeltnng nicht an alle gelangt: so wird hierdurch den Beamten, an welche solche deswegen 
kommt, befohlen, dafür zn sorgen, daß kein Stück bey ihnen liegen bleibe, sondern jedes, und 
daher auch die gnädigst approbirte Ankündigung einer ökonomischen Monatsschrift, so wie diese 
Schrift selbst, Mund künftig andre, welche sie halten werden, nnaufgehalten kommen möge; 
wie denn auch die Prediger zur Beförderung dieser gemeinnützigen Schrift das ihrige beytragen wer 
den. Cassel den io. Dec. 1789. Fürst!. Hess. Regierung Hierselbst. 
6 ) Diejenige, so gewillet sind, die hiesige Polizei» und Commekzien-Aeltung aufs bevorstehende 
l79vsteZahr zu halten , wollen den Betrag dafür, und zwar aufs ganze'Jahr mit iRthlr., 
aufs halbe Jahr aber mit i-Ggr. vor Ablauf dieses Monats an mich gefällig berichtigen las 
sen. Cassel den 3. Der. 1789 . Heer, Caffier. 
Steckbrief. 
Nachstehender Steckbrief ist dahier von Frankfurch angekommen: 
Nachdem der hiesige Schntzjude Salomon Kahn, mittelmäßiger untersetzter Statur, ein schwar 
zes Gesicht und schwarze Angenbraunen, den Kopf tief in die Schultern steckend, eine rasche 
Aussprache und stark aufgeworfenen Mund lebend, eine Perücke tragend, 30 bis 36 Jahr alt, 
begangener Betrügereyen beschuldiget worden, sich auch durch seine Entweichung derselben sehr 
verdächtig gemacht, und also an dessen Habhaftwerdung, und nach Befinden Bestrafung dem 
vbrigkeirlichen Amte sehr viel gelegen ist; als ersuchet man hierdurch alle und jedeOrts Obrigkeiten 
diensifreundlichstuird ergebenst, auf vorbeschriebencn flüchtigen Juden, Salomon Kahn, ein wach 
sames Auge zu haben, solchen im' Betretungsfall gesanglich niederzuwerfen, und davon alsbalden 
die beliebig» Nachricht anhero gelangen zulassen, damit wegen dessen Abhol- und Erstattung 
her dabey gehabten Kosten das nöthige veranstaltet werden könne. Diese Uns hierunter erzet--' 
genöe
	        

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