Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1789, [1])

i3* Gemeinnützige Sachen.' -. " Stücks. 
tt liegt und unten und auf beyden Seiten von der Flamme umgeben ist, vermehrt, wenn sie ge 
öffnet wird, ganz außerordentlich di« Wärme. 8) So giebt auch diese Kachel, wenn man sie 
»erschließet, eine genügsame Hitze, um darinnen die gewöhnlichsten Speisen kochen zu können, 
wodurch das Fmer auf dem Heerd ganz grsparet wird, gi Durch den Gang, welchen der 
Rauch zwischen dem Vorberstück und der Kachel herauf und über dieser her nach der Rauchröh 
re zu nehmen genöthiget wird, erhält man eine sehr vorrheilhafte Circularien der Hitze, io) 
Man bat durch die mehrere nr.d wenigere Oeffnung, oder gänzliche Verschließung der Ofenthür, 
Las Feuer und die Wärme völlig in seiner Gewalt, ii) Man kann diesen Ofen mit Steinkohlen 
und Torf eben so gut, wie mit Holze heitzen; wie denn die Versuche mit den Ahlberg^-Steiukoh- 
sen, zumal wenn etwas Holz beygelegt wird, sehr vorteilhaft ausgefallen sind. 12 ) Auf den Ofen 
selbst kaun man mit Bequemlichkeit vielerlry Gefäße zur Erwärmung setzen, rz) Da drr Ofea 
«uge und doch, ist., auch immer verschloßeu gehalten werden kann, so ist eine verhLslnißmäßige 
geringer« Menge Holz re. zu seiner Erwarmung zureichend, und diese ist auch von längerer Dau 
er als bey den gewöhnlichen Oefen. 14) Es laßt sich dieftrOferr auch auf eine sehr leichte Art 
blos durch Abnehmung des Deckels reinigen, so jährlich einmal ror Eintritt des Winters gesche 
hen kann. 15) Dir Reinigung der Rauchröhre kann auch gar leichte mit der Hand geschehen. 
Dieser Ofen hat 30Z0A Höhe, 47 Zoll Länge und l8 Zoll Breite, und besteht gegenwärtig blos 
in einem UntenOfrn, jedoch hat man schon dahin Bedacht genommen, um auch in der Folgert» 
«en schicklichen Urber-Ofen darauf anzubringen, wodurch die Cirkulation der Warme noch mehr 
Befördert werden soll. 
Auf hohen Befehl hat man anjezo noch einiger dieser ökonomischen Oefen abgießen müs 
sen, und stehen solche mit einer Kachel von 15 Zoll Weite, oder auch mit einer dergleichen enger« 
Don 12 Zoll Weite, so auch mit und ohne Beschlag gegen haare Bezahlung zu hüben. Der Cent« 
«er wird an die Inländer für 1 Rthlr. ?o Ggr. hier auf dem Platze verkauft, und es pflegt rin 
solcher Ofen gemeiniglich zwischen ü und 7Crntner zu wiegen. Das wenige, waS dersilde etwa 
anehr als die gewöhnlichen F Fache!. Ofrn kostet, profikirt man aa jenem durch einen richtigen 
Gebrauch ia einem Winter doppelt wieder, wovon uns die Erfahrung bey der zeitherigeu äußerst 
strengen und so lange angehaltenen Kälte hinreichend genug überzeugt bat. Veckerhagen am 
«zten Jenner 1789. 8ürstl. Hess. Bergamt das. L. L.2i. Wille. O.L. Ziegler. 
Den röten dieses Monats ist zwischen Oldendorf und Fischbeck hiesigem ÄmtS in der Schlacht, 
ander W^ftr, ein todter vhnbekamtter Körper weiblichen Geschlechts vorgefunden worden. 
D-r Körper war ohne Kopf, doch fonstens ohnbeschädiget, und außer denen noch anhabenden 
schwarzen gestreiften Klaphandschuh, roth und weis melfrte« wollenen Strümpfen, Schuh, 
auch geldeu viereckigten meßingnen Schnallen gänzlich entkleidet, und dem Ansehen nach, wo» 
Don doch nichts gewisses bestirnt werden kan, zwischen 15 und 18 Jahren alt. Daß der Kopf 
durch den vorherigen starken Eisgang auf dem Wresrr Fluß vom Körper gänzlich getrennet 
»nd die Kleidungsstücker abgerissen worden, scheint aus der Ursache, da der nackende Körper 
sonstens ohnbeschädiget gewesen, und die Handschuh, Schub und Strümpfe ohnverlezt geblie 
ben sind, dargegen von den übrigen Kleidungsstücken auch nicht der geringste Ueberrest rr ebr 
vorbanden war, nicht möglich zu seyn; vielmehr ist ehender zu muthmaßen, daß diese unglück 
liche Person ermordet, in die Werfer geworfen, und solche durch Abhauung des Kopfs auch 
geschehene Entkleidung unkenntbar zu machn*, die Absichten gehegt worden. Es wird dannen» 
hero dieser Vorgang sämtliche» an den Weeserstrvhm, und umliegenden Gegenden belegeuen 
Aemtern und Obrigkeiten hierdurch bekannt gemacht, um fals eine dergleichen Person in deren 
Gerlchtszwang verdächtig vermisset worden, deshalb di-Untersuchung anstellen zu können, wie 
mau dann diesseits die nach geschehener Beerdigung des Körpers, in Verwahrung b-haltene» 
denenAnverwandten ober Bekannten zu Anerkennung nöthige Handschuh, Strümpfe, Schuhe und 
.Gchnaflen auf Verlangen verabfolgen zu lassen, sich erbietet. Schaunlhrrrg den a8.Jan.1789. 
.Zürsttz Hess. Amt daselbften. I.G. pasar. 8rem
	        

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